Zuletzt aktualisiert am: 21.10.2019

Gaszähler – Funktionsweise und Kosten

Wer mit Gas heizen möchte, benötigt einen Gaszähler. Denn nur so kann der Gasversorger ermitteln, wie viel Gas Sie tatsächlich verbraucht haben. Wir zeigen Ihnen, wie Gaszähler messen und welche Kosten mit der Installation verbunden sind.

Unabhängig von der Bauweise und seinem Funktionsprinzip misst der Gaszähler immer den Gasvolumenstrom. Sobald eine Gasheizung oder andere Haushaltsgeräte Gas zapfen, startet der Zähler und ermittelt, wie viel Kubikmeter Gas durch die Leitung strömen.

In Einfamilienhäusern sind Gaszähler in der Regel im Keller in unmittelbarer Nähe zum Hausanschluss angebracht. Bei Gasthermen in Wohnungen befindet sich der Gaszähler meist dort, wo die Hausleitung in die Wohnung mündet. Durch die Positionierung der Gaszähler wird sichergestellt, dass die Gasmenge exakt bestimmt werden kann.

In der Praxis kommen vier verschiedene Typen von Gaszählern zum Einsatz, die wir Ihnen hier kurz vorstellen.

  • Balgengaszähler:

Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts werden Gaszähler mit Balgen in Haushalten verwendet. Als Balgen werden zwei Messkammern im Zähler bezeichnet. Zwischen diesen Kammern befindet sich eine Membran.

Wenn das Gas durch eine der beiden Messkammern strömt, wird die Membran bewegt. Die Bewegung der Membran setzt wiederum eine Kurbelwelle in Bewegung, die das Gas in die zweite Messkammer führt.

Auf diese Weise entsteht ein Kreislauf, der für einen konstanten Gasstrom sorgt, dessen Volumen währenddessen gemessen wird. Durch die Übertragung der Kurbelbewegung auf ein Zählwerk können Wohnungs- oder Hausbesitzer den aktuellen Gasverbrauch ablesen.

  • Drehkolbenzähler:

Um den Gasvolumenstrom zu messen, arbeiten in diesen Gaszählern zwei Drehkolben, die ineinander greifen. Sobald die Kolben eine halbe Drehung vollzogen haben, strömt ein Viertel der darin befindlichen Gasmenge weiter.

Die einzelnen Drehungen der Kolben werden mithilfe von Magnetkupplungen an ein Zählwerk übertragen. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass der Gasverbrauch übertragen wird, ohne dass sich Zählwerk und Kolben berühren.

Verwendung: Die besondere Bauart ermöglicht eine Gaszählung bei hohem Druck. Somit werden Drehkolbenzähler überwiegend in großen Industrieanlagen eingesetzt.

Zu hoher Verbrauch?

Ist der Gasverbrauch durch Ihre Heizung zu hoch, lohnt sich ein Heizungswechsel! Denn mit einer modernen Gasheizung sparen Sie bis zu 30 Prozent Heizkosten ein. Wir helfen Ihnen gerne, nicht nur die passende Heizung zu finden, sondern übernehmen die komplette Installation und sind auch im Anschluss immer für Sie da!

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  • Ultraschallgaszähler:

Diese modernen Gaszähler messen die Gasmenge anhand der Geschwindigkeit der vom durchströmenden Gas erzeugten Schallwellen. Die Messung erfolgt über zwei Messköpfe, die gegenüberliegend montiert sind.

Sie senden Ultraschallwellen aus und messen dabei die Zeit, die die Wellen benötigen, um von einer auf die andere Seite zu kommen. Im Zusammenspiel mit dem Rohrquerschnitt kann schließlich der Gasvolumenstrom ermittelt werden. Der große Vorteil dieser Messmethode besteht darin, dass auch sehr große Volumenströme gemessen werden können.

Verwendung: Ultraschallgaszähler werden überwiegend dort eingesetzt, wo sehr viel Gas durch eine Leitung strömt, zum Beispiel direkt bei den Gasversorgen, wo das Erdgas ins Netz gespeist wird.

  • Turbinengaszähler:

Diese Zähler ermitteln den Gasvolumenstrom mithilfe einer Turbine. Sie wird vom durchströmenden Gas in Bewegung gesetzt. Anhand der Umdrehungen kann schließlich die Gasmenge bestimmt werden.

Verwendung: Turbinengaszähler sind für hohe Gasdrücke ausgelegt und somit überwiegend für den industriellen Einsatz geeignet.

Gaszähler lassen sich sehr einfach ablesen. Jeder Gaszähler verfügt dafür über ein Sichtfenster. Dort wird der gesamte Verbrauch seit der Installation bzw. Eichung des Zählers in Kubikmeter (m³) angezeigt. Die Zahl hat drei Stellen nach dem Komma. Sie folgen nach der rot markierten Ziffer.

Moderne Gaszähler haben ein elektronisches Display, auf welchem die verbrauchte Gasmenge digital angezeigt wird.

WICHTIG: Gasversorger rechnen in der Regel per Kilowattstunden ab. Zu diesem Zweck wird Ihr Gasverbrauch umgerechnet. Dennoch ist es wichtig, dass Sie Ihren Gaszähler regelmäßig ablesen, um eine Übersicht über Ihren Verbrauch zu erhalten und die Korrektheit der jährlichen Messung zu prüfen.

Welcher Gaszähler für meine Heizung?

Für Privathaushalte werden heute immer noch überwiegend Balgengaszähler verwendet. Wichtig ist jedoch bei der Auswahl, dass die Größe des Zählers zum verursachten Gasvolumenstrom passt. So benötigt ein Mehrfamilienhaus mit Gasanschluss einen leistungsstärkeren Gaszähler als eine Etagenwohnung.

Die Größe des Gaszählers bestimmt übrigens auch, wie hoch die Netzentgelte beim Gasanschluss ausfallen. Deshalb sollte der Gaszähler korrekt dimensioniert werden. Diese Aufgabe übernimmt ein SHK-Betrieb für Sie.

Geeichte Gaszähler ermöglichen korrekte Gasmengenzählung

Wenn Ihr Gaszähler zu Hause für die Abrechnung Ihres Gasverbrauchs genutzt wird, muss das Gerät geeicht sein. Durch die Eichung wird sichergestellt, dass der Gaszähler den Volumenstrom korrekt misst.

Für die Eichung der Gaszähler gibt es vorgeschriebene Fristen. So muss zum Beispiel ein Balgengaszähler bis zur Größe G10 alle acht Jahre von einem Fachmann geeicht werden. Bei größeren Balgengaszählern ist die Eichfrist länger.

Wann Ihr Gaszähler wieder geeicht werden muss, können Sie an einer Kennzeichnung auf dem Zähler ablesen. Dort stehen Jahr und Datum der letztmalig durchgeführten Eichung.

Ein Standard-Gaszähler für einen Wohnhaushalt kostet zwischen 400 und 500 Euro. Komplexere Geräte, mit welchen zum Beispiel der Zählerstand aus der Ferne abgelesen werden kann, kosten bis zu 1.000 Euro für eine einzelne Abnahmestelle, also eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus.

Gaszähler manipulieren – eine strafbare und gefährliche Idee

Wer kriminell denkt, könnte auf die Idee kommen, den Gaszähler zu manipulieren, um Heizkosten zu sparen. Da jedoch die Werte der Wohnungs-Gaszähler bei Mehrfamilienhäusern mit einem Gesamtzähler abgeglichen werden, wird eine Manipulation schnell aufgedeckt. Spätestens beim nächsten Eichtermin wird der Experte ohnehin feststellen, wenn ein Gaszähler manipuliert wurde.

Einen Gaszähler zu manipulieren ist außerdem kein Kavaliersdelikt. Denn wer erwischt wird, muss mit einer Strafanzeige wegen Betrugs und Unterschlagung durch den Gasversorger rechnen. Das gilt auch für einfache „Tricks“ wie die Beeinflussung der magnetischen Kupplung mit einem Magneten.

Darüber hinaus gefährden manipulierte Gaszähler die Betriebssicherheit der Gasleitungen. Somit riskiert derjenige, der am Gaszähler „herumschraubt“ nicht nur Strafverfolgung und Haftstrafen von bis zu fünf Jahren, sondern auch sein Leben.

Sobald Ihr Gaszähler nach der Eichung oder einem Zählertausch verplombt wurde, zum Beispiel mit einer gelben Kunststoffplombe, sollten Sie alles so belassen, wie es ist.

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Die Technik von Balgenzählern in Haushalten ist mittlerweile mehr als 120 Jahre alt. Immer noch dienen diese Zähler zuverlässig zur Ermittlung Ihres individuellen Gasverbrauchs. Solange die Zähler geeicht sind und niemand die Geräte manipuliert, können Sie sich auf die Zahlen verlassen.

Sie bieten zudem eine wichtige Orientierung, um den Gasverbrauch im Blick zu behalten und gegebenenfalls den Verbrauch durch eine moderne Heizung oder Veränderungen im Heiz-Verhalten zu senken.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.