- Wie funktioniert ein Gaskamin?
- Ist Propangas eine Alternative zu Erdgas?
- Ist eine Steuerung per App möglich?
- Gaskamin-Varianten im Überblick
- Gaskamin vs. Holzkamin
- Gaskamin-Kosten: Damit müssen Sie rechnen
- Welchen Schornstein brauche ich?
- Fazit – Wofür eignet sich ein Gaskamin?
- FAQ - Häufig gestellte Fragen
- Die Wärmepumpe als effizientes Heizsystem
Wie funktioniert ein Gaskamin?
Ein Gaskamin (auch Heizkamin oder Gaskaminofen) funktioniert wie andere Kamine auch: In einer Brennkammer wird ein Brennstoff verbrannt, in diesem Fall Erdgas. Dabei entsteht Wärme.
Vergleichbar mit einem Kaminofen verfügt der Gaskamin in der Regel immer über ein großes Sichtfenster, in welchem die Besitzer ein ansprechendes Flammenspiel beobachten können.
Ist Propangas eine Alternative zu Erdgas?
Anstelle von Erdgas können Gaskamine auch mit Propangas betrieben werden. Dies eignet sich besonders für Haushalte, die keinen Gasanschluss haben. Der Gaskamin wird dabei nicht über das Gasnetz, sondern über eine Gasflasche oder einen Propangastank versorgt.
Weitere Vorteile von Propangas sind:
- Weniger Umweltbelastung: Verglichen mit Erdgas werden bei der Verbrennung von Propan etwa 19 % weniger CO₂ ausgestoßen.
- Höhere Energiedichte: Durch die höhere Dichte des Propangases fällt der Verbrauch deutlich geringer aus als bei Erdgas.
- Keine Abhängigkeit vom Gasnetz: Verwenden Sie Propan statt Erdgas als Brennstoff, sind Sie nicht länger vom Gasnetz abhängig.
- Flexiblere Aufstellung: Da der Betrieb mit Propan keinen Gasanschluss erfordert, kann ein Propangas-Kamin flexibler aufgestellt werden.
- Gleiches Brennverhalten: Verbrennt der Ofen Propan anstelle von Erdgas, werden Sie keinen Unterschied feststellen.
Die Nachteile von Propangas ggü. Erdgas sind:
- Höherer Preis: Propangas ist aktuell teurer als Erdgas.
- Aufwendigere Lagerung: Gastanks benötigen Platz und verursachen zusätzliche Kosten. Nutzen Sie eine Gasflasche, müssen Sie sich an strenge Lagerbedingungen halten.
Ist eine Steuerung per App möglich?
Ein großer Vorteil der Gaskamine gegenüber Holzkaminen ist deren einfache Bedienung. Sie lassen sich per Knopfdruck starten und per Knopfdruck wieder ausschalten. Darüber hinaus gibt es inzwischen Modelle, die per App oder Zeitschaltuhr gesteuert werden.
Per App oder Regeltechnik können Flammenintensität, Leistung oder auch Flammenbild eingestellt werden. Im Winter können Sie den Kamin zum Beispiel auf dem Rückweg von der Arbeit per App anschalten.
Dann erzeugt der Gaskamin bereits Wärme, bevor Sie nach Hause kommen. Die App-Steuerung bietet zudem den Vorteil, dass sich der Gasverbrauch noch effizienter gestalten lässt. Auch die Einbindung in ein Smart-Home ist möglich.
Gaskamin-Varianten im Überblick
Aus technischer Sicht lassen sich verschiedene Gaskamin-Typen unterscheiden:
- offener Gaskamin:
Ein offener Gaskamin ist eine offene Feuerstelle ohne Glasscheibe. Dabei wird die Luft für die Verbrennung direkt aus dem Aufstellraum bezogen.
Offene Gaskamine geben die Wärme der Gasflamme direkt an den Raum ab. Allerdings erreichen solche Kamine nur Wirkungsgrade von rund 15 % und sind verglichen mit der geschlossenen Variante sehr ineffizient. Somit eignen sie sich zwar als atmosphärisches Einrichtungselement, aber nicht als Heizung.
Der Grund: Sie „verheizen“ einen Großteil des Gases, ohne dass es für die Wärmeerzeugung genutzt wird.
- geschlossene Gaskamine:
Ein geschlossener Gaskamin ist eine Feuerstelle, die durch eine hitzebeständige Glasscheibe vom Wohnraum abgetrennt ist. Der Brennraum ist hier raumluftunabhängig konstruiert.
Daher kann ein geschlossener Gaskamin beispielsweise auch in Niedrigenergiehäusern mit luftdichter Bauweise eingesetzt werden.
Bei einem geschlossenen Gaskamin führt ein Rohrsystem aus zwei Rohren Verbrennungsluft von außen zu und Rauchgase ab. Das steigert den Wirkungsgrad erheblich. Mit einem solchen Gaskamin können Sie einen Wirkungsgrad von bis zu 70 % erzielen.
Der Grund: Im Kamininneren wird eine höhere Temperatur erreicht und die Verbrennung verläuft sehr effizient.
Gibt es wasserführende Gaskamine?
Technisch gesehen sind wasserführende Gaskamine möglich, ihre Nutzung ist jedoch nicht sinnvoll. Das Ziel eines wasserführenden Kamins besteht in der Reduktion des Gasverbrauchs, um die Heizkosten zu senken und die Umwelt zu schonen.
Durch einen Gaskamin wird dieser Vorteil jedoch ausgehebelt, da er selbst mit Gas betrieben wird. Zudem erreicht er einen niedrigeren Wirkungsgrad als eine herkömmliche Gasheizung. Dadurch entfallen sowohl der wirtschaftliche als auch der ökologische Gewinn eines wasserführenden Gaskamins.
So funktioniert ein wasserführender Kamin:
Ein wasserführender Holzkamin ist mit einer Wassertasche und einem Pufferspeicher ausgestattet. Durch die Wassertasche fließt Wasser, welches durch den Kamin erhitzt wird. Zwei Drittel der Wärmeenergie sammeln sich im Pufferspeicher und ein Drittel der Wärme wird an den Raum abgegeben.
Die gespeicherte Wärmeenergie wird an den Wasserkreislauf der Heizungsanlage abgegeben, sodass sie in Form von Heiz- oder Brauchwasser verwendet werden kann.
Gaskamin vs. Holzkamin – Vor- und Nachteile beider Systeme
Vergleicht man Gaskamine mit Holzkaminen, ergeben sich die folgenden Vor- bzw. Nachteile.
Vorteile eines Gaskamins gegenüber Holzkaminen:
- Weniger Reinigungsaufwand: Mit einem Gaskamin entsteht keine Asche. Deshalb ist der Reinigungsaufwand bei Gaskaminen deutlich geringer als bei Kaminöfen. Auch das Sichtfenster muss bei Gaskaminen seltener gereinigt werden.
- Geringerer Schadstoffausstoß: Gaskamine stoßen kaum Feinstaub aus und erzeugen pro produzierter Wärmeeinheit weniger CO₂-Emissionen als Holzkamine.
- Unkomplizierte Installation: Ein Gaskamin kann ohne großen Aufwand in Wohnungen installiert werden. Zudem muss auch nicht in jedem Fall die Abgasanlage angepasst werden.
- Veränderbares Flammenbild: Das Flammenbild kann im Gegensatz zum Kaminofen vielfältiger beeinflusst werden.
- Bequeme Steuerung: Gaskamine lassen sich per Knopfdruck an- und ausschalten. Zudem sind sie je nach Modell auch per App steuerbar und Smart-Home-kompatibel.
- Keine Brennstofflagerung: Wird ein Gaskamin mit Erdgas betrieben, ist keine Brennstofflagerung notwendig. Auch das Nachlegen von Brennstoff entfällt.
Nachteile eines Gaskamins gegenüber Holzkaminen:
- CO₂-Emissionen: Gas ist ein fossiler Brennstoff. Holz hingegen ist ökologisch verträglicher und nahezu CO₂-neutral in der Verbrennung. Bei der Holzverbrennung wird nur so viel CO₂ ausgestoßen, wie der Baum während seines Wachstums aus der Atmosphäre aufgenommen hat.
- Höhere Kosten: Die Kosten für Gas sind höher als die für Brennholz. Zusätzlich müssen Sie die CO₂-Steuer zahlen.
- Abhängigkeit von Gas: Mit einem Gaskamin sind Sie abhängig vom lokalen Gasversorger, steigenden Gaspreisen und von Gaskonzernen.
- Niedrigerer Wirkungsgrad: Gaskamine erreichen Wirkungsgrade von bis zu 70 %. Sie sind allerdings weniger effizient als bspw. Pelletöfen, die Wirkungsgrade von bis zu 90 % erreichen.
Gaskamin-Kosten: Damit müssen Sie rechnen
Insgesamt belaufen sich die Kosten für einen Gaskamin auf durchschnittlich 2.900–10.700 €.
Je nach Ausgangssituation setzen sich die Kosten unterschiedlich zusammen:
- Gerät: Je nach Leistung, Hersteller und Ausstattung liegen die Preise meist bei 2.000–6.000 €.
- Gasinstallation: Die Verlegung der Gasleitung, Absperreinrichtungen und Druckprüfung kosten typischerweise 300–1.500 €, je nach Entfernung und baulichen Gegebenheiten.
- Abgasanlage: Umbau oder Neuinstallation eines Schornsteins beziehungsweise Luft-Abgas-Systems kosten 500–3.000 €.
- Abnahme: Die Schornsteinfegergebühren für die Erstabnahme betragen je nach Region circa 100–200 €.
Gut zu wissen: Sollten Sie Interesse an einem Gaskamin haben, empfiehlt sich eine unverbindliche Kostenvoranfrage bei einem Fachbetrieb. Die Experten können Ihnen zusätzlich Empfehlungen für unterschiedliche Kaminmodelle geben und zum Beispiel ein Modell mit bedarfsgerechter Leistung für Sie auswählen.
Welchen Schornstein brauche ich für einen Gaskamin?
Oft reicht ein herkömmlicher gemauerter Schornstein für den Gaskamin völlig aus. Ein raumluftunabhängiger Gaskamin benötigt dagegen ein Luft-Abgas-System (LAS). Einige Gaskamine kommen auch ganz ohne Schornstein aus.
In den verschiedenen Bundesländern gibt es unterschiedliche Vorgaben in der Feuerungsverordnung. Deshalb sollten Sie sich hier vor dem Anschluss eines Gaskamins noch einmal genauer informieren. Sprechen Sie mit dem zuständigen Schornsteinfeger oder wenden Sie sich an einen Fachbetrieb vor Ort.
Manche Hersteller geben bestimmte Abgassysteme vor, damit der Betrieb ordnungsgemäß verläuft. Einige Modelle bieten sogar ein zusätzliches Abluftsystem, das die Abgase auch über längere Strecken sicher abzuführen hilft.
Fazit – Wofür eignet sich ein Gaskamin?
Ein Gaskamin verbindet die gemütliche Atmosphäre eines Kaminfeuers mit hohem Komfort durch simple Bedienung. Er lässt sich leichter installieren als ein Holzkamin und verursacht weniger Schmutz.
Dennoch muss beachtet werden: Gas ist ein fossiler Brennstoff, dessen Nutzung mit ökologischen und wirtschaftlichen Risiken verbunden ist. Die Verbrennung von Gas belastet das Klima und stellt aufgrund steigender CO₂‑Preise sowie Marktschwankungen ein finanzielles Risiko dar. Wer dennoch nicht auf das Wohnaccessoire verzichten möchte, sollte es bewusst und sparsam betreiben.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Gaskamin
Ein Gaskamin ist ein Wohnaccessoire, die Wärmepumpe ein effizientes Heizsystem
Ein Gaskamin ist ein gemütliches Wohnaccessoire, das für punktuelle Wärme sorgt. Allerdings ersetzt er keine vollwertige Heizung. Wenn Sie eine umfassende, effiziente und zukunftssichere Wärmeversorgung Ihres Zuhauses wünschen, ist die Wärmepumpe die ideale Lösung.
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Pia ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.