Das Wichtigste zum Thema „Heizen mit Erdgas“ in Kürze:

  • Betriebskosten: Beim Umstieg von einer Erdgasheizung auf eine Wärmepumpe lassen sich bis zu 45 % der Betriebskosten sparen.
  • Anschaffungspreis: Eine neue Erdgasheizung kostet 9.000–15.500 €, eine Wärmepumpe ist mit bis zu 80 % staatlichem Zuschuss schon ab 8.700 € erhältlich.
  • Bio-Treppe: Neue Gasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, müssen ab 2029 einen Pflichtanteil erneuerbarer Brennstoffe erfüllen – gestaffelt von 10 % (2029) bis 60 % (2040).
  • Grüngasquote: Die Grüngasquote betrifft alle Gasheizungen und verpflichtet die Inverkehrbringer, fossile Brennstoffe voraussichtlich ab 2028 schrittweise umzustellen.

Wie funktioniert eine Erdgasheizung?

Eine Erdgasheizung wird mit Erdgas betrieben. In der Regel setzt sich eine solche Erdgasheizung aus verschiedenen Komponenten zusammen, die miteinander agieren. Im sogenannten Gasbrenner wird das entsprechende Gas verbrannt, wobei dieses durch einen leichten Überdruck der Gasleitung jederzeit in den Brenner geleitet werden kann.

Die so entstandene Wärme wird über einen Wärmetauscher an das bereitstehende Heizungswasser der Erdgasheizung weitergeleitet und anschließend mitsamt dem Wasser über eine Umwälzpumpe zu den Heizkörpern gepumpt. Diese geben nun die entstandene Wärme an die Umgebung ab. Das erkaltete Wasser fließt währenddessen zurück, um erneut erhitzt zu werden.

Hat eine Erdgasheizung noch Vorteile?

Lange galt das Heizen mit Erdgas als vorteilhaft und als eine der besten Arten der Wärmegewinnung. Auf den ersten Blick sind die Geräte mit 9.000–15.500 € vergleichsweise günstig in der Anschaffung. Auch die gut ausgebaute Infrastruktur, durch die Erdgas fast überall verfügbar ist, macht den Anschluss an ein Erdgasnetz einfach. Zudem sind moderne Erdgasheizungen nach wie vor effizienter und schadstoffärmer als Ölheizungen.

Durch die Verbreitung effizienterer und klimafreundlicherer Alternativen zum Heizen mit Erdgas, wie z. B. die Wärmepumpe, sind die Vorteile der Erdgasheizung jedoch längst überholt. Mit dem im Klimaschutzgesetz festgelegten Ziel, dass Deutschland bis 2045 treibhausgasneutral werden will, wurde damit das schrittweise Ende für fossile Brennstoffe eingeläutet.

Zwar ist mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) der Einbau einer Gasheizung weiterhin erlaubt. Mit neuen Vorgaben wie der Bio-Treppe und der Grüngasquote sollen Gasheizungen bis 2045 ausschließlich mit klimaneutralen Brennstoffen wie Biogas oder umweltfreundlichem Wasserstoff betrieben werden.

Das sind die Stufen der Bio-Treppe:

ab dem Pflichtanteil erneuerbarer Brennstoffe
01.01.2029 10 %
01.01.2030 15 %
01.01.2035 30 %
01.01.2040 60 %

Die Bio-Treppe startet 2029 und gilt nur für neue Gasheizungen, die nach Inkrafttreten des GModG am 29. Juli 2026 eingebaut wurden. Die Grüngasquote, die als Grünheizölquote auch für Ölheizungen gilt, betrifft hingegen alle Gasheizungen.

Die Grüngasquote verpflichtet nicht wie die Bio-Treppe die Betreiber einer Heizanlage, sondern die Inverkehrbringer. Diese sollen ihre fossilen Brennstoffe bis 2045 vollständig auf klimaneutrale Brennstoffe umstellen. Nach den Eckpunkten der Bundesregierung zum GModG soll die Quote 2028 mit 1 % starten und bis 2045 schrittweise auf 100 % steigen.

Gut zu wissen: Diese Zwischenstufen sind bislang nicht gesetzlich festgelegt. Das GModG schreibt lediglich vor, dass die Bundesregierung bis zum 1. Dezember 2026 ein eigenes Gesetz vorlegt, das den Verlauf der Grüngasquote genauer definiert.

Stufen der Bio-Treppe gem. GModG

Fazit: Die beste Alternative zur Erdgasheizung ist die Wärmepumpe

Wenn Sie eine Erdgasheizung kaufen, entscheiden Sie sich für ein Heizgerät, das erst einmal günstig in der Anschaffung ist, aber mittelfristig vergleichsweise hohe Betriebskosten verursachen wird. Durch die ineffiziente Art der Wärmegewinnung und die steigende CO₂‑Steuer sowie die teurer werdenden Brennstoffe schneidet das Heizen mit Erdgas in puncto Betriebskosten daher nicht mehr positiv ab. So können Sie beim Umstieg von einer Erdgasheizung auf die Wärmepumpe bis zu 45 % der Betriebskosten sparen.

Aber nicht nur bei den Betriebskosten schneidet die Wärmepumpe deutlich besser ab. Zwar sind die Anschaffungskosten auf den ersten Blick teurer, dabei darf man jedoch die hohe staatliche Förderung nicht außer Acht lassen. Mit bis zu 80 % Zuschuss sind Wärmepumpen schon ab 8.700 € erhältlich und damit nicht mehr teurer als eine neue Erdgasheizung.

Mit einer Wärmepumpe hingegen heizen Sie zukunftssicher. Zudem sind Sie unabhängig von fossilen Brennstoffen sowie von den Einschränkungen wie der Bio-Treppe und der Grüngasquote, die im Hinblick auf die geplante Treibhausgasneutralität eingeführt werden.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema „Heizen mit Erdgas“

Wie funktioniert eine Erdgasheizung?

Eine Erdgasheizung verbrennt Erdgas in einem Gasbrenner und überträgt die Wärme über einen Wärmetauscher auf das Heizungswasser. Eine Umwälzpumpe transportiert das erwärmte Wasser zu den Heizkörpern, die die Wärme an die Umgebung abgeben. Das abgekühlte Wasser fließt zurück und wird erneut erhitzt. Das Gas gelangt durch einen leichten Überdruck der Gasleitung jederzeit in den Brenner.

Hat eine Erdgasheizung noch Vorteile?

Erdgasheizungen sind mit 9.000–15.500 € vergleichsweise günstig in der Anschaffung und dank des gut ausgebauten Gasnetzes fast überall anschließbar. Moderne Geräte arbeiten außerdem effizienter und schadstoffärmer als Ölheizungen.

Durch effizientere und klimafreundlichere Alternativen wie die Wärmepumpe sind diese Vorteile jedoch längst überholt.

Darf man 2026 noch eine Gasheizung einbauen?

Ja, der Einbau einer Gasheizung ist mit dem GModG weiterhin erlaubt. Es gelten allerdings neue Vorgaben:

Die Bio-Treppe schreibt für neu eingebaute Gasheizungen ab 2029 einen steigenden Pflichtanteil erneuerbarer Brennstoffe vor. Ziel ist, dass Gasheizungen bis 2045 ausschließlich mit klimaneutralen Brennstoffen wie Biogas oder umweltfreundlichem Wasserstoff betrieben werden.

Das soll neben der Bio-Treppe auch mit der Grüngasquote umgesetzt werden. Diese verpflichtet Inverkehrbringer, ab 2028 Ihre Brennstoffe schrittweise auf erneuerbare Optionen umzustellen. Bis 2045 sollen nur noch klimaneutrale Brennstoffe in Verkehr gebracht werden.

Was ist der Unterschied zwischen Bio-Treppe und Grüngasquote?

Die Bio-Treppe verpflichtet Verbraucher, die Grüngasquote die Inverkehrbringer der Brennstoffe.

  • Die Bio-Treppe startet 2029 und gilt nur für Gasheizungen, die nach Inkrafttreten des GModG am 29. Juli 2026 eingebaut werden.
  • Die Grüngasquote betrifft alle Gasheizungen, soll 2028 bei 1 % starten und bis 2045 auf 100 % steigen. Die genauen Stufen der Grüngasquote stehen noch nicht fest. Gem. GModG legt die Bundesregierung bis zum 1. Dezember 2026 ein entsprechendes Gesetz vor.
Warum ist die Wärmepumpe die beste Alternative zur Erdgasheizung?

Die Wärmepumpe ist eine zukunftssichere Alternative, da sie bis zu 45 % niedrigere Betriebskosten verursacht und unabhängig von fossilen Brennstoffen heizt. Eine Erdgasheizung ist zunächst günstig, verursacht durch die ineffiziente Wärmegewinnung, die steigende CO₂‑Steuer und teurer werdende Brennstoffe mittelfristig aber hohe Betriebskosten.

Mit bis zu 80 % Zuschuss ist eine Wärmepumpe ab 8.700 € erhältlich und damit nicht teurer als eine neue Erdgasheizung. Zusätzlich entfallen Einschränkungen wie Bio-Treppe und Grüngasquote.

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