Gastherme mit Warmwasserspeicher: Vorteile, Auswahl, Kosten
Ein Artikel von Sebastian Calließ | Zuletzt aktualisiert am: 27.09.2026
Gastherme mit Warmwasserspeicher: Das sagt das „Heizungsgesetz“
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), die Novellierung des als „Heizungsgesetz“ bekannten Gebäudeenergiegesetzes (GEG), sieht für bestehende Gebäude kein generelles Verbot von Gasthermen vor. Beim Austausch einer Heizung bleiben Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen grundsätzlich eine Option.
Für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden, sieht das GModG jedoch ab 2029 steigende Vorgaben für klimafreundliche Brennstoffe vor – die sogenannte Bio-Treppe.
Ab 2029 muss mindestens 10 % der bereitgestellten Wärme erneuerbar erzeugt werden. Der Mindestanteil steigt 2030 auf 15 %, 2035 auf 30 % und 2040 auf 60 %. Erfüllen lässt sich das über Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas oder Wasserstoff.
Gut zu wissen: Mit der Bio-Treppe ist es nicht getan. Zusätzlich soll die Bundesregierung bis zum 1. Dezember 2026 ein Gesetz vorlegen, das Inverkehrbringer von Gas, Öl und Flüssiggas im Rahmen einer sogenannten „Grüngas-/Grünheizölquote“ verpflichtet, die Brennstoffe für die Gebäudewärme ab 2045 vollständig auf klimaneutrale Varianten umzustellen. Wer heute eine Gastherme einbaut, plant also mit einem Brennstoff, dessen Kosten sich über die Laufzeit der Anlage absehbar verteuern.
Kurzum: Der Kauf einer Gastherme ist mit einigen Hürden verbunden und sorgt zudem für hohe Heizkosten in der Zukunft. Die CO₂‑Steuer und die Ausweitung des Emissionshandels auf die Sektoren Gebäude und Straßenverkehr ab 2028 lassen fossile Brennstoffe immer teurer werden.
Zudem treiben immer höhere Netzentgelte den Gaspreis in die Höhe. Da immer mehr Menschen auf fossilfreie Heizsysteme umsteigen, verlagern sich die Fixkosten des Gasnetzes auf immer weniger Haushalte. Das macht das Heizen mit Gas zu einem wachsenden Kostenrisiko.
Da eine neue Gastherme mit Warmwasserspeicher eine Investition für rund 20 Jahre ist, raten nicht nur Experten davon ab.
Setzen Sie hingegen auf ein Heizsystem mit erneuerbaren Energien wie die Wärmepumpe, umgehen Sie steigende CO₂‑Preise und senken Ihre Heizkosten nachhaltig. Die Wärmepumpe ist durchschnittlich 4-mal effizienter als eine Gastherme und nutzt zu 75 % kostenlose Umweltwärme zum Heizen. Zu den restlichen 25 % wird sie mit Strom betrieben.
Zwar sind die Anschaffungskosten der Wärmepumpe auf den ersten Blick höher als die einer Gastherme, aber dank der hohen staatlichen Heizungsförderung von bis zu 80 % sind Ihre tatsächlichen Investitionskosten mitunter auf dem gleichen Niveau wie bei einer Gasheizung.
Etwaige Mehrkosten im Vergleich zur Gastherme haben sich durch die effiziente Betriebsweise der Wärmepumpe nach einigen Jahren bereits amortisiert. Sollten Sie dennoch mehr zur Gastherme mit Warmwasserspeicher wissen wollen, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
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Zentrale oder dezentrale Warmwasserversorgung
Die Warmwasserversorgung in Häusern oder Wohnungen kann zentral oder dezentral erfolgen. Welche Variante die bessere ist, hängt von der Menge des benötigten Warmwassers ab. Diese wird dadurch bestimmt, wie viele Personen täglich warmes Wasser benötigen.
Wichtig: Wer vor der Wahl einer Gastherme mit oder ohne Warmwasserspeicher steht, legt sich fest, woher sein warmes Trinkwasser kommt. Wird es dezentral erzeugt, kam meist eine Kombitherme zum Einsatz, die Warmwasser bei Bedarf über den Gasbrenner erzeugte.
Eine zentrale Versorgung mit Warmwasser erfolgt über den Warmwasserspeicher. Wärmepumpen sorgen neben der Heizwärme auch für Warmwasser. Das geschieht über einen Warmwasserspeicher.
Wie funktioniert die Gastherme mit Warmwasserspeicher?
Wenn eine Gastherme mit einem Warmwasserspeicher kombiniert wird, erhitzt der Heizkessel zu einem festgelegten Zeitpunkt eine definierte Menge an Wasser und speichert diese in einem Warmwasserspeicher.
Diese Zentralheizungen heizen das Wasser morgens auf, damit die Menschen im Haushalt warm duschen können. Der Speicher muss so groß dimensioniert werden, dass theoretisch alle Personen im Haushalt nacheinander duschen können, ohne dass der Speicher leer ist.
Ein Warmwasserspeicher eignet sich immer dann, wenn der Warmwasserbedarf hoch ist, z. B. in einem Mehrfamilienhaus oder in einem Haushalt mit vielen Personen. Im Gegensatz zur Kombitherme kann eine Gastherme mit Warmwasserspeicher auch mehrere Zapfstellen auf einmal mit warmem Wasser versorgen.
Die dezentrale Bereitstellung von Warmwasser bedeutet, dass Raumwärme und Warmwasser separat bereitgestellt werden. Der Heizkessel erwärmt immer nur zu den vorher definierten Zeiträumen das Warmwasser für den Speicher und heizt den Rest der Zeit die Wohnräume.
Gasthermen können neben einem Warmwasserspeicher auch einen Pufferspeicher bedienen. Der Pufferspeicher liefert die Wärme für das Heizsystem, während der Warmwasserspeicher warmes Wasser für die Zapfstellen im Haus bevorratet.
Ebenfalls ist bei großen Gasthermen für Mehrfamilienhäuser auch eine Kombination aus mehreren Warmwasser- bzw. Pufferspeichern möglich.
Gas-Hybridheizung mit Warmwasserspeicher
Gasheizungen mit Warmwasserspeicher gibt es auch in Kombination mit Solarthermie. So kann die nicht benötigte Wärmeenergie der Solarkollektoren als Warmwasser gespeichert werden. Für die Warmwassergewinnung ist kein Heizkessel notwendig.
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Wie groß muss der Warmwasserspeicher einer Gastherme sein?
Welche Größe der Warmwasserspeicher hat, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist die Zahl der Personen im Haushalt bzw. im Gebäude.
Für ein Einfamilienhaus sollte der Warmwasserspeicher für vier Personen mindestens 140 L fassen. Am besten dimensioniert ein Fachbetrieb den Warmwasserspeicher. Hierfür kann er die Berechnung nach DIN 4708 erstellen.
Kombitherme oder Gastherme mit Warmwasserspeicher?
Weder noch! Gasheizungen sind generell ein Auslaufmodell und ihre Anschaffung heute nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll. Stattdessen bietet eine Wärmepumpe für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser den perfekten Heiz- und Warmwasserkomfort.
Zwar scheinen Gasthermen mit Warmwasserspeicher erst einmal günstiger, doch nach Förderung sind Wärmepumpen schon ab 8.700 € zu haben. Wichtig ist, dass sowohl die Wärmepumpe als auch der Speicher richtig dimensioniert sind. Dahingehend unterscheidet sich eine Wärmepumpe nicht von der Gastherme mit Warmwasserspeicher.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Eine neu eingebaute Gastherme muss gemäß Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ab dem Jahr 2029 schrittweise mit einem steigenden Anteil an grünen Brennstoffen betrieben werden. Die sogenannte „Bio-Treppe“ besteht aus folgenden Stufen:
- Ab 2029: mindestens 10 %
- Ab 2030: mindestens 15 %
- Ab 2035: mindestens 30 %
- Ab 2040: mindestens 60 %
Der Warmwasserspeicher sollte für ein Einfamilienhaus mit vier Personen mindestens 140 L fassen. Die genaue Bemessung sollte durch einen Fachbetrieb erfolgen, der die Berechnung nach DIN 4708 durchführt. Bei hohem Warmwasserbedarf können auch mehrere Speicher kombiniert werden.
Vom Kauf einer Gastherme wird abgeraten, da die Nutzung fossiler Heizsysteme zunehmend zum Kostenrisiko wird. Die Gründe dafür sind u. a.:
- die steigende CO₂‑Steuer aufgrund der Ausweitung des Emissionshandels ab 2028
- die verpflichtende Nutzung kostspieliger biogener Brennstoffe ab 2029
- steigende Netzentgelte, da sich die Fixkosten des Gasnetzes auf immer weniger Haushalte verteilen
Eine Wärmepumpe ist nach Abzug von bis zu 80 % staatlicher Heizungsförderung im Komplettpaket bereits ab 8.700 € erhältlich. Obwohl die Anschaffungskosten einer Gastherme oftmals niedriger sind, amortisieren sich eventuelle Mehrkosten der Wärmepumpe nach einigen Jahren durch ihre effiziente Betriebsweise.
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Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.
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