Drosselung von Wärmepumpen gem. § 14a EnWG: Neuregelung der EVU-Sperre
Ein Artikel von Luisa Ney | Zuletzt aktualisiert am: 27.09.2026
Steuerung gem. § 14a EnWG: Das gilt 2026
Seit dem 1. Januar 2024 sind Betreiber von „steuerbaren Verbrauchseinrichtungen“, zu denen auch Wärmepumpen gehören, gem. § 14a EnWG verpflichtet, dem Netzbetreiber die Möglichkeit einzuräumen, ihre Anlage bei Bedarf zu steuern. Dies gilt für alle steuerbaren Verbrauchseinrichtungen, die eine Leistung von mehr als 4,2 kW aufweisen und die nach dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommen wurden.
In der Vergangenheit konnten Nutzer im Rahmen der EVU-Sperre noch frei wählen, ob sie ihren Energieversorger dazu berechtigen, den Strom ihrer Wärmepumpe ganz abzuschalten. Dies geschah primär in Zeiten von Spitzenauslastungen. Dafür erhielten Verbraucher einen vergünstigten Strompreis für Wärmepumpen. Mit der neuen Pflicht zur Steuerung nach § 14a EnWG profitieren nun alle betroffenen Wärmepumpenbesitzer von einer Reduzierung der Netzentgelte.
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Steuerung gem. § 14a EnWG: Wieso werden Wärmepumpen gedrosselt?
Die Netzbetreiber dürfen Wärmepumpen im Notfall ansteuern, um die Netzstabilität sicherzustellen. Die damit verbundene Drosselung erfolgt während Hochlastphasen, wenn die Nachfrage nach Strom besonders groß ist und droht, das Netz zu überlasten. Anders als im Rahmen der EVU-Sperre wird die Wärmepumpe jedoch nicht vollständig abgeschaltet, sondern gem. § 14a EnWG lediglich auf eine Mindestleistung von 4,2 kW gedrosselt. Dadurch bleibt die Grundversorgung jederzeit erhalten.
Durch diese Maßnahme können Spannungseinbrüche und Stromausfälle vermieden werden, indem die Netzlast reduziert wird, ohne dass die Heizungsfunktion vollständig aussetzt. Im Regelfall ist dieser Eingriff für Wärmepumpenbesitzer kaum zu spüren.
Vorteile der verpflichtenden EVU-Sperrzeit
Mit der Einführung der neuen Pflicht zur Drosselung gem. § 14a EnWG erwarteten Hausbesitzer zunächst, ihre Wärmepumpe würde zeitweise komplett ausfallen. Diese Sorge ist jedoch unbegründet. Eine Mindestversorgung wird zu jedem Zeitpunkt gewährleistet, sodass kein Haushalt Zeiten ohne Heizung befürchten muss. Weiterhin bringt die neue Regelung entscheidende Vorteile mit sich:
- Unabhängiger Wärmepumpenkauf: Energieversorger dürfen Hausbesitzern den Kauf einer Wärmepumpe nun nicht mehr verweigern. Bis 2023 war dies theoretisch noch möglich und wurde seitens der Versorger in der Regel mit möglichen lokalen Engpässen des Stromnetzes begründet. Hausbesitzer, die auf eine Wärmepumpe umsteigen wollten, sahen sich möglicherweise mit der Notwendigkeit konfrontiert, im schlimmsten Fall wieder zu einem fossilen Heizsystem zurückzukehren.
- Geringerer Strompreis: Auch 2026 gibt es einen vergünstigten Strompreis für Wärmepumpen. Aufgrund erheblicher Unterschiede in den Anschluss- und Verbrauchsszenarien definiert die Bundesnetzagentur unterschiedliche Module zur Entgeltreduktion.
Modul 1: Ein jährlicher Pauschalbetrag, dessen Höhe vom Netzbetreiber abhängt.
Modul 2: Eine prozentuale Senkung der Netzentgelte für den Wärmepumpenstrom.
Der Betreiber kann zwischen den Modulen wählen. Seit April 2025 besteht zusätzlich die Möglichkeit, sich im Rahmen von Modul 1 für „zeitvariable Netzentgelte“, auch Modul 3 genannt, zu entscheiden. Das bedeutet: Ist die Netzauslastung niedrig, sind die Entgelte besonders günstig. Das soll Verbraucher dazu animieren, den Stromverbrauch in diese Zeiten zu verschieben.
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Drosselung gem. § 14a EnWG: Pufferspeicher als sinnvolle Ergänzung
Ein Pufferspeicher ist ein Wärmespeicher, der überschüssige Wärme speichert und bei Bedarf wieder abgibt. Zu Zeiten der EVU-Sperre wurden häufig große Pufferspeicher installiert, um die Sperrzeit zu überbrücken. Da die Wärmepumpe bei einer Steuerung gem. § 14a EnWG nicht mehr vollständig abgeschaltet, sondern lediglich gedrosselt wird, ist dies nicht mehr erforderlich. Die Wärmepumpe bleibt jederzeit in Betrieb und kann die Wärmeversorgung in den meisten Fällen vollständig sicherstellen.
Dennoch bleibt ein Pufferspeicher weiterhin sinnvoll. Er trennt das Heizsystem hydraulisch von der Wärmepumpe und sorgt dadurch für einen reibungslosen Betrieb der gesamten Anlage. So verhindert ein Pufferspeicher unter anderem, dass sich die Wärmepumpe bei schwankendem Wärmebedarf des Hauses ständig ein- und ausschalten muss.
Da Wärmepumpen besonders effizient sind, je länger sie am Stück durchlaufen, können zu kurze Betriebsintervalle nicht nur die Effizienz der Wärmepumpe reduzieren. Das sogenannte Takten führt auch zu einem hohen Energieverbrauch und verkürzt die Lebensdauer der Wärmepumpe. Durch den Einsatz eines Pufferspeichers kann die Wärmepumpe gleichmäßiger laufen und effizienter arbeiten, was sowohl den Komfort im Haus als auch die Betriebskosten langfristig verbessert.
Gut zu wissen: Entscheiden Sie sich für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe von thermondo, ist ein Pufferspeicher bereits im Angebot enthalten. Wir beraten Sie umfassend, ob und welche zusätzlichen Speicherlösungen für Ihre Bedürfnisse sinnvoll sind.
FAQ zu § 14a EnWG:
Seit Januar 2024 dürfen Netzbetreiber den Strom für neue Wärmepumpen (über 4,2 kW Leistung) bei Netzüberlastung nicht mehr komplett abschalten. Sie dürfen die Leistung lediglich auf 4,2 kW dimmen. Dies sichert die Grundversorgung, sodass das Haus weiterhin warm bleibt.
Nein, für neue Anlagen (Inbetriebnahme ab 01.01.2024) ist die Teilnahme verpflichtend. Dafür profitieren Sie automatisch von reduzierten Netzentgelten. Früher konnten Netzbetreiber den Anschluss wegen Netzengpässen verweigern, das ist heute nicht mehr zulässig.
Sie zahlen weniger Netzentgelte. Es gibt zwei Modelle:
- Modul 1: Eine feste jährliche Pauschale (abhängig vom Netzbetreiber).
- Modul 2: Eine prozentuale Reduzierung des Arbeitspreises pro kWh (lohnt sich oft bei separatem Zähler). Seit 2025 sind auch zeitvariable Netzentgelte (günstiger Strom bei niedriger Auslastung) möglich.
Nein. Da die Wärmepumpe nicht mehr komplett abgeschaltet wird, müssen keine langen Sperrzeiten mehr überbrückt werden. Ein Pufferspeicher ist dennoch empfehlenswert, aber primär zur hydraulischen Entkopplung und um ein effizientes, langlebiges Laufverhalten (weniger Takten) der Wärmepumpe zu sichern.
Die Pflicht gilt nur für Anlagen, die nach dem 01.01.2024 installiert wurden. Für Bestandsanlagen gilt in der Regel Bestandsschutz, oder es gelten die alten vertraglichen Vereinbarungen zur EVU-Sperre (oft noch mit kompletten Abschaltzeiten gegen günstigeren Stromtarif).
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Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.
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