Wandkamin – platzsparende Kamine für ein modernes Zuhause
Auf der Suche nach einem Kamin stoßen viele Verbraucher auf den sogenannten „Wandkamin“. Wir zeigen Ihnen, was sich hinter der Bezeichnung verbirgt, welche Varianten es gibt und wofür sich ein Wandkamin eignet.
Was unterscheidet einen Wandkamin vom herkömmlichen Kamin?
Wie es der Name bereits verrät, wird ein Wandkamin an der Wand montiert, unabhängig von der Art der Wärmeerzeugung. Damit unterscheidet er sich von klassischen Kaminen, die entweder im Raum oder an einer Wand aufgestellt werden. Wandkamine sind freihängende Kamine ohne Standfläche. Das macht diese Kamine zu optisch ansprechenden Wärmeerzeugern in einem modernen Wohnambiente. Aufgrund der fehlenden Standfläche lässt sich der Boden unter dem Kamin einfach reinigen.
Arten von Wandkaminen im Überblick
Wenn von einem „Wandkamin“ gesprochen wird, können sich verschiedene Heizgeräte hinter der Bezeichnung verbergen. Wandkamine gibt es in diesen drei Ausführungen.
Wandhängende Kaminöfen
Wandhängende Kaminöfen sind Wandkamine, die mit Holz befeuert werden. Wie klassische Kaminöfen benötigen auch Wandkaminöfen einen Abgasanschluss. Ein Rauchrohr verbindet dafür den Ofen mit dem Schornstein.
Wollen Sie einen Kaminofen wandhängend installieren, müssen dabei Vorgaben des Brandschutzes und Emissionsgrenzen eingehalten werden. Um einen Wandkaminofen in Betrieb zu nehmen, ist außerdem die Abnahme durch einen Schornsteinfeger erforderlich. Was zusätzlich zu berücksichtigen ist: Ein wandhängender Kaminofen benötigt Feuerholz. Für dieses muss ein Platz zum Lagern vorhanden sein.
Vorteile:
- hohe Wärmeleistung, kann als Heizungsunterstützung eingesetzt werden
- echte Kaminfeuer-Atmosphäre mit angenehmer Strahlungswärme
- praktische Reinigung um den Kamin, da Aufstellfläche entfällt
Nachteile:
- erfordert ein geeignetes Abgassystem, was zu weiteren Kosten führen kann
- höhere Investitionskosten im Vergleich zu einem Standard-Kaminofen
- keine staatliche Förderung
Ethanolkamin für die Wand
Ein Ethanolkamin erzeugt ein gleichmäßiges Flammenbild und durch die Verbrennung von Ethanol auch Wärme. Aufgrund der ruß- und rauchfreien Verbrennung benötigt der Ethanolkamin keinen Abgasanschluss.
Für den Betrieb ist demnach kein Rauchrohr notwendig, was die Montage des Kamins flexibler macht. Er kann in nahezu jedem Raum aufgehängt werden. Im Gegensatz zu einem Kaminofen oder Elektrokamin dient der Ethanolkamin eher der Optik. Wer vor diesem Kamin sitzt, kann das Flammenspiel beobachten. Als Raumheizung funktioniert ein solcher Kamin weniger. Deshalb werden Ethanolkamine häufig auch als „Dekokamine“ bezeichnet. Dafür lässt sich dieses Kaminfeuer auch in Wohnungen oder einzelnen Räumen genießen.
Vorteile:
- geringe Investitionskosten, da ein Abgasanschluss entfällt.
- einfache Inbetriebnahme
- gleichmäßiges und steuerbares Flammenbild.
Nachteile:
- geringe Wärmeentwicklung, deshalb weniger als Heizgerät geeignet
- hohe Brennstoffkosten bei längerem Betrieb
- wenig energieeffizient
Elektrokamine erzeugen Wärme mit Hilfe von elektrischem Strom. Alles, was Sie für den Betrieb eines Elektro-Wandkamins benötigen, ist demnach ein Stromanschluss. Es entfällt somit auch der Anschluss an ein Abgassystem und Sie müssen sich nicht um die Brennstoffzufuhr kümmern.
Mit einem Elektrokamin lässt sich jeder Raum in Ihrem Zuhause beheizen. Im Vergleich zum Ethanolkamin hat der Elektrokamin eine deutlich höhere Wärmeleistung, sodass das Heizgerät im Aufstellraum für gemütliche Strahlungswärme sorgen kann. Je nach Modell wird ein Flammenbild mit Hilfe von LED-Dioden oder anderen Lichtquellen simuliert.
Vorteile:
- Einfache Montage und Inbetriebnahme
- Wärme auf Knopfdruck
- als Zusatzheizung im Aufstellraum nutzbar
Nachteile:
- hoher Stromverbrauch
- keine echten Flammen
- nicht wirtschaftlich mit konventionell erzeugtem Strom
Wandkamine spielen vor allem ihre platzsparende Montage aus. Allerdings haben alle Modelle und Arten ihre Vor- und Nachteile. Daraus ergeben sich verschiedene Anwendungsszenarien. Nicht jeder Wandkamin ist für jeden Zweck geeignet.
Was kostet ein Wandkamin?
Die Kosten für einen Wandkamin hängen zum einen vom Kamintyp und zum anderen von der Leistung bzw. Ausstattung des Geräts ab.
Ethanolkamine sind im Vergleich zum Elektrokamin oder Holzkamin die günstigste Variante. Diese gibt es schon für weniger als 200 Euro. Die Montage lässt sich in der Regel in Eigenregie durchführen. Dafür sind Ethanol-Wandkamine in ihrer Heizleistung beschränkt.
Elektrokamine gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Sehr einfache Modelle ohne große Heizleistung, die überwiegend optische Akzente setzen sollen, beginnen preislich schon bei 150 Euro. Aufwändigere Produkte zum Heizen und mit steuerbarem Flammenbild können auch mehr als 500 Euro kosten.
Die Kosten für Wandkaminöfen hängen vom Montageaufwand und dem gewählten Modell ab. Hier können Sie mit Kosten ab 1.000 Euro rechnen.
Welcher Wandkamin ist der Richtige?
Welcher Wandkamin die beste Wahl für Ihr Zuhause ist, hängt von Ihren Wünschen und Anforderungen ab.
- Ich möchte nur ein schönes Kaminfeuerfeeling erleben und habe keine Ansprüche an Heizleistung oder Energieeffizienz: In diesem Fall kann ein wandhängender Ethanolkamin die richtige Wahl sein. Aufgrund seiner fehlenden Heizleistung ist er in der Praxis mehr Deko als Kamin.
- Ich suche nach einem einfachen kaminähnlichen Heizgerät, das einen Wohnraum beim Anschalten mit etwas Strahlungswärme und einer simulierten Flamme gemütlicher macht: Hier kann der Elektrokamin zutreffend sein. Doch auch hier sollten Sie berücksichtigen, dass das Gerät nur bedingt energieeffizient ist und bei längerem Betrieb hohe Stromkosten verursachen kann.
- Ich möchte ein Wohnzimmer oder einen Wohnraum stilvoll mit Holz beheizen und habe hohe Ansprüche an Design: Hier wäre der Wandkaminofen geeignet.
Fazit – Wandkamin als Heizgerät nicht wirklich sinnvoll
Der Wandkamin in all seinen Ausführungen liefert mehr oder weniger gemütliche Kaminfeueratmosphäre. Zum Heizen bietet sich der Wandkaminofen an, wenn er nur als Heizungsunterstützung gelegentlich in Gebrauch ist. Wirklich energieeffizient wäre die Holzheizung jedoch nur mit Wassertasche. Dann wäre eine Investition in einen herkömmlichen wasserführenden Kaminofen sinnvoller.
Haben Sie eine eigene PV-Anlage in Betrieb oder nutzen Sie eine Brennstoffzellenheizung und können auf diese Weise Strom günstig selbst produzieren, kann der Elektrokamin Kaminfeeling simulieren und zusätzlich für ein wenig Strahlungswärme sorgen.
Der Ethanolkamin ist zum Heizen hingegen ungeeignet und mehr ein Wohnaccessoire.