Zuletzt aktualisiert am: 29.03.2021

Abwrackprämie Ölheizung 2021: Warum sich der Heizungstausch lohnt

Hausbesitzer können Heizkosten sparen und von staatlicher Förderung profitieren, wenn sie ihre alte Ölheizung austauschen. Wir zeigen Ihnen, wie hoch die Abwrackprämie für die Heizung 2021 ist und wie Förderung nach dem neuen BEG aussieht.

Schon 2018 hat eine große Heizstudie ergeben, dass rund jede dritte Heizung in Deutschland zwischen elf und 20 Jahren alt ist. Geht man zusätzlich davon aus, dass rund jede vierte Heizung hierzulande eine Ölheizung ist, sind heute rund acht bis zehn Prozent aller Ölheizungen seit mehr als zehn Jahren in Betrieb.

In Zahlen ausgedrückt heizen in der Bundesrepublik über 600.000 Haushalte mit alten Öl-Heizwertkesseln. Diese verursachen im Vergleich zu modernen Brennwertgeräten rund 30 Prozent mehr CO2-Emissionen und verbrauchen entsprechend mehr Heizöl.

Gleichzeitig hat die Bundesregierung im Dezember 2019 das Klimaschutzpaket verabschiedet. Demnach möchte Deutschland bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein. Und da mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizsysteme deutlich zum CO2-Ausstoß in Deutschland beitragen, sollen alte Heizgeräte so schnell wie möglich gegen moderne Heizsysteme ausgetauscht werden.

Um diesen Wandel zu forcieren, gibt es eine „Abwrackprämie“ für alte Ölheizungen in Form von Förderzuschüssen zum Heizungstausch. Mit dem 1. Januar 2021 ist die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft getreten. Sie hat u.a. die staatlichen Förderprogramme für Heizungen zusammengefasst.

Bisher hat der Bund Hausbesitzer über das Marktanreizprogramm (MAP) des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie über KfW-Programme beim Austausch alter Heizungsanlagen gefördert. Gefördert wurden u.a. auch neue Ölbrennwertheizungen.

Mit der Umsetzung des Klimaschutzprogramms über die BEG gelten seit dem 1. Januar 2021 andere Voraussetzungen. Gleichzeitig wurde durch die Bündelung von BAFA- und KfW-Programmen die Heizungsförderung langfristig sichergestellt. Im Mittelpunkt der Förderung stehen vor allem erneuerbare Energien, die allein oder kombiniert mit Gasbrennwertgeräten staatlich bezuschusst werden.

Neu ist außerdem ein Bonus von fünf Prozent auf die Förderung, wenn für die Heizungssanierung ein individueller Sanierungsfahrplan erstellt wird.

Förderfähige Kosten nach BEG 2021

Die staatliche „Abwrackprämie für Heizungen“ bzw. die Programme des BEG 2021 beziehen sich immer auf die sogenannten „förderfähigen Kosten“. Das sind u.a.:

  • Kosten für die Anschaffung des Heizgeräts
  • Kosten für Montage und Inbetriebnahme
  • Kosten für Vorarbeiten (= „Umfeld Maßnahmen“), die für die Heizungsinstallation notwendig sind
  • Kosten für Vorarbeiten, welche die Energieeffizienz steigern
  • je nach Programm: Kosten für Planung, Beratung und Baubegleitung bei einem förderfähigen Heizsystem

Wer seine alte Ölheizung durch eine Biomasse-Anlage, eine Wärmepumpe oder eine Hybrid-Heizung ersetzt, erhält zusätzlich zum Fördersatz der jeweiligen Heizungsanlage eine Prämie von 10 Prozentpunkten.

Ölheizungen werden seit dem 1. Januar 2021 nicht mehr gefördert. Wer jedoch sein altes Heizgerät tauschen und die Abwrackprämie für die Heizung nutzen möchte, kann z.B. auf Gas-Hybrid-Heizungen umsteigen.

In diesem Fall ist eine BEG-Förderung von bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten möglich. Sie gliedert sich folgendermaßen auf:

  • Förderzuschuss von 30 Prozent für Gas-Hybridheizung
  • Abwrackprämie von 10 Prozent für den Tausch der Ölheizung
  • 5 Prozent Zuschuss durch individuellen Sanierungsfahrplan

Wichtig für die Förderung ist, dass der Anteil der alternativ erzeugten Wärmeenergie bei mindestens 25 Prozent der Heizlast des beheizten Gebäudes liegt.

Bei einer Gas-Hybrid-Heizung kann der alternative Energieerzeuger z.B. eine Solarthermie-Anlage, ein Pelletkessel oder eine Wärmepumpe sein.

Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bietet Hausbesitzern neben staatlichen Förderprogrammen auch die Möglichkeit, die Sanierungsmaßnahmen steuerlich geltend zu machen. So wurde das Einkommensteuergesetz um Paragraf 35c ergänzt.

Der Paragraf sieht vor, dass bis zu einem Betrag von 40.000 Euro 20 Prozent der Kosten für die energetische Modernisierung über einen Zeitraum von drei Jahren im selbstgenutzten Wohngebäude steuerlich abgesetzt werden können. Auch die Kosten für eine Energieberatung oder eine Fachplanung sowie die Baubegleitung können Hausbesitzer zur Hälfte steuerlich geltend machen.

Wichtige Voraussetzungen: Das Gebäude oder die Wohnung müssen mindestens zehn Jahre alt sein und von den Eigentümern selbst genutzt werden. Außerdem müssen die Baumaßnahmen vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen werden.

Wie hoch die Einsparungsmöglichkeiten über den Steuerbonus sind, hängt u.a. von der Steuerklasse und dem Einkommen der Hausbesitzer ab.

In der Praxis sollten Hausbesitzer am besten ausrechnen, welches „Sparmodell“ bei der Heizungssanierung besser für sie geeignet ist. Es ist nämlich nicht möglich, Steuerersparnis und BEG-Förderung zu kombinieren.

Voraussetzungen für die Förderung

Um von der Abwrackprämie für die Heizung 2021 zu profitieren, gelten folgende Voraussetzungen:

  • Noch vor dem Start des Heizungstauschs muss der Antrag beim BAFA eingehen.
  • Die Förderung kann mit anderen Förderungen, z.B. KfW-Kredit, kombiniert werden. Die Fördersumme darf dabei aber nicht über den förderfähigen Kosten liegen.
  • Es muss ein Wärmemengenzähler eingebaut werden.
  • Ein hydraulischer Abgleich ist verpflichtend.

Ob „Abwrackprämie Heizung 2021“ oder Steuerbonus, das neue BEG bietet Hausbesitzern attraktive Möglichkeiten, um sich von der alten Heizungsanlage zu trennen, um zukünftig noch effizienter und umweltfreundlicher zu heizen. Bei bis zu 50 Prozent Zuschuss zu den förderfähigen Kosten hat sich die Heizungsmodernisierung in vergleichsweise kurzer Zeit amortisiert. Wurde ohnehin schon ein Sanierungsfahrplan aufgestellt, liegt es nahe, bald weitere Schritte für mehr Energieeffizienz anzugehen. Auch hierfür bietet die BEG-Förderung weitere Unterstützung.

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