Das Wichtigste zu Bio-Heizöl in Kürze:

  • Zusammensetzung: Bio-Heizöl besteht aus schwefelarmem Heizöl (EL), dem aktuell meist 5–10 % regenerative Stoffe (FAME) beigemischt sind.
  • Höhere Kosten: Die Preise für Bio-Heizöl liegen 5–15 % über dem Preis von herkömmlichem, fossilem Heizöl.
  • Gesetzliche Quote gem. GEG: Ab 2029 müssen nach 2024 eingebaute Ölheizungen mit mindestens 15 % Bioenergie betrieben werden. Dieser Anteil soll bis 2045 auf 100 % steigen.
  • Neue „Bio-Treppe“ im GMG geplant: Laut Eckpunkteplan sollen ab 2029 neue Ölheizungen mit 10 % Bio-Heizöl betrieben werden, bestehende Ölheizungen mit 1 %.
  • Verfügbarkeit: Bio-Heizöl mit hohem Bioenergie-Anteil ist nicht flächendeckend in Deutschland verfügbar.

Bundesregierung stellt GMG vor: Welche Rolle spielt Bio-Heizöl?

Die Eckpunkte zum kommenden Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) sehen vor, dass zukünftig für Verbraucher mit fossilen Heizungen eine sogenannte Bio-Treppe gelten soll. Das bedeutet, ab 1. Januar 2029 muss ein zunehmender Anteil CO₂-neutraler Brennstoffe wie Bio-Heizöl genutzt werden. Die erste Stufe sieht 10 % vor, wie es danach weitergeht, steht bisher nicht fest.

Die neue Regelung mit der verpflichtenden Nutzung von Bio-Brennstoffen soll die bisher im Gebäudeenergiegesetz (GEG) geltende 65 %-Regel für erneuerbare Energien ablösen. Während die Union von Technologieoffenheit und Wahlfreiheit spricht, sorgt die geplante Bio-Treppe bei Industrie, Umweltverbänden, Experten und Verbraucherschützern für Unverständnis.

Warum ist das so? Die Kosten für Verbraucher mit fossilen Heizsystemen werden mit dem Start der Bio-Treppe zwangsläufig steigen. Bio-Brennstoffe sind aktuell bis zu 15 % teurer als konventionelle fossile Brennstoffe. Kommen begrenzte Verfügbarkeit und hohe Nachfrage zusammen, werden die Preise weiter steigen. Ob es 2029 überhaupt ausreichend Bio-Brennstoffe für private Heizungen geben wird, ist aktuell nicht sicher.

Hinweis: Der folgende Text behandelt ausschließlich die aktuell geltenden Regelungen im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), das seit 2024 gültig ist. Die Punkte zu Kosten und Verfügbarkeit bleiben auch dann bestehen, sollte der aktuell diskutierte Entwurf zum GMG so Gesetz werden.

Was sagt das Heizungsgesetz (GEG) zur Ölheizung mit Bio-Heizöl?

Das Heizungsgesetz (GEG) sieht eine sogenannte Biobrennstoffquote für neu eingebaute Ölheizungen vor. Demnach müssen Ölheizungen, die seit 2024 installiert wurden, ab 2029 mit mindestens 15 % Bioenergie wie Bio-Heizöl betrieben werden. Dieser Anteil soll schrittweise ansteigen und 2045 bei 100 % liegen.

Bestehende Ölheizungen dürfen gem. GEG weiterhin betrieben und repariert werden. Spätestens ab 2028 sind der Kauf und die Installation einer Ölheizung nicht mehr uneingeschränkt möglich. Ab dann müssen neu eingebaute Heizungen mit mindestens 65 % erneuerbaren Energien betrieben werden.

Bio-Heizöl soll unter anderem als Erfüllungsoption der Biobrennstoffquote eingesetzt werden. Entgegen vieler Annahmen besteht jedoch Bio-Heizöl nicht zu 100 % aus regenerativen Rohstoffen. Im Prinzip handelt es sich um einen fossilen Brennstoff, dem ein geringer Anteil regenerativer Brennstoffe beigemischt wird. Gängig sind aktuell Beimischungen von 5–10 %. In der Herstellung sind bis zu 20 % möglich.

Bio-Heizöl mit so hohem Bioanteil ist nicht flächendeckend verfügbar. Daher ist nicht klar, wie die Versorgungslage aussehen wird und ob es überhaupt genügend Brennstoffe mit hoher Beimischung für die schrittweise steigende Quote geben wird.

Ist eine Versorgung möglich, rechnen Experten mit hohen Kosten. Durch die vielen Unsicherheiten und die potenzielle Unrentabilität in der Zukunft ist daher seit 2024 eine verpflichtende Beratung vor dem Kauf einer Ölheizung notwendig.

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Was ist Bio-Heizöl?

Bei Bio-Heizöl handelt es sich um herkömmliches, schwefelarmes Heizöl (Heizöl EL). Dieses Heizöl wird in einem geringen Verhältnis mit einem Flüssigbrennstoff gemischt, der aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird.

Auf dem heutigen Stand der Technik handelt es sich bei dem Zusatzstoff um „FAME“. FAME steht für das englische „Fatty Acid Methyl Ester“, also Fettsäuremethylester. In Deutschland ist FAME eher unter der Bezeichnung „Biodiesel“ bekannt.

Neben Biodiesel enthält Bio-Heizöl außerdem Additive, damit die Mischung auch beim Lagern stabil bleibt. Fettsäuremethylester werden hierzulande mithilfe eines chemischen Prozesses aus Rapsöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl und Methanol produziert. Auch Abfallprodukte wie Altspeisefette, tierische Fette oder Reststoffe aus der Holzindustrie können für die Herstellung verwendet werden.

Damit Brennstoff den Namen „Bio-Heizöl“ tragen darf, muss er mindestens 3 Vol.-% an Brennstoffen auf regenerativer Basis enthalten. Für die Herstellung gilt eine sogenannte Vornorm, die DIN V 51603-6.

Im Handel finden sich unterschiedliche Bezeichnungen für Bio-Heizöl. Es wird häufig mit dem Zusatz „Bio 10“ angeboten. Ein gängiges Kürzel ist zum Beispiel „Heizöl EL A Bio 10“ oder „Heizöl EL A Bio 5“, aber auch einfach „B10“ oder „B5“. Die Ziffer bezeichnet dann den möglichen Anteil an Biobrennstoff im Heizöl in Volumenprozent.

Wichtig: Bio-Heizöl ist kein Heizöl, das zu 100 % aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Es handelt sich dabei um einen fossilen Brennstoff, welchem geringe Anteile aus Brennstoffen beigemischt werden, die aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Vergleichbar ist Bio-Heizöl demnach mit dem Benzin E10 für Pkw.

Das sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie vor der Überlegung stehen, Ihre Ölheizung mit Bio-Heizöl vermeintlich „ökologisch“ zu betreiben. Nur der Umstieg auf Erneuerbare-Energien-Heizungen wie die Wärmepumpe ist im Betrieb wirklich „bio“, weil sie fossilfreie Energie aus der Natur nutzbar macht.

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Für welche Ölheizungen eignet sich Bio-Heizöl?

Allgemein sind sich Experten einig, dass in allen handelsüblichen Ölheizungen, also auch in bestehenden Anlagen, Bio-Heizöl mit einem Anteil von bis zu 5,9 % Biokraftstoff ohne zusätzliche Nachrüstung verwendet werden kann. Soll der Bio-Anteil höher sein, muss die Heizungsanlage ggf. nachgerüstet werden.

Wenn Verbraucher auf Bio-Heizöl umsteigen wollen, sollten sie deshalb unbedingt im Vorfeld einen Fachbetrieb kontaktieren. Wichtig ist, dass bei der Verwendung der Filter geprüft wird. Durch den Einsatz von Bio-Heizöl können sich ältere Ablagerungen in der Ölzufuhr lösen und den Ölfilter verstopfen.

Öl-Brennwertheizungen sind häufig auch für Bio-Heizöl mit bis zu 20 % Bioanteil ausgelegt. Wie es mit einer Kompatibilität bei einem höheren Bio-Anteil aussieht, kann aktuell nicht vorausgesagt werden. Ölheizungen bieten daher keine Zukunftssicherheit und stellen versteckte Kostenfallen dar.

Bio-Heizöl: Vorteile oder Nachteile?

Mit Bio-Heizöl nutzen Sie weniger fossile Brennstoffe und stoßen damit weniger CO₂ aus. Dennoch bleibt der Anteil an regenerativen Brennstoffen sehr gering. Daher kann eine Ölheizung mit Bio-Heizöl in puncto Klimafreundlichkeit nicht mit einem Erneuerbare-Energien-Heizsystem wie der Wärmepumpe mithalten.

Zudem hat die Verwendung von Bio-Heizöl einige Nachteile:

  • Höhere Heizkosten: Bio-Heizöl ist im Vergleich zu herkömmlichem Heizöl immer noch teurer. Bei gleichem Verbrauch steigen die Heizkosten somit deutlich an.
  • Keine sichere Erfüllungsoption: Aktuell ist die Herstellung von Heizöl mit max. 20 % Bio-Anteil möglich. Doch bereits im Jahr 2035 muss gem. Biobrennstoffquote mit mindestens 30 % Bioenergie geheizt werden. Spätestens dann reicht aktuell verfügbares Bio-Heizöl als alleinige Erfüllungsoption nicht mehr aus.
  • Nicht flächendeckend verfügbar: Auch wenn es inzwischen die Heiztechnik für Bio-Heizöl mit 20 % Bioenergie auf dem Markt gibt, ist Heizöl mit diesem hohen Beimischungsverhältnis nur begrenzt und nicht flächendeckend erhältlich.
  • Verschwendung von Nahrungsmitteln: Werden keine Abfallstoffe für die Herstellung genutzt, konkurriert der Kraftstoff mit der Nahrungsmittelproduktion. Durch die verstärkte Produktion von Raps oder Sonnenblumen für die Produktion von Kraftstoffen bleibt weniger Anbaufläche für Gemüse, Getreide oder Obst.
  • Sie verwenden weiterhin einen fossilen Brennstoff: Trotz Bioanteil bleibt das Heizöl größtenteils ein fossiler Brennstoff, dessen Verwendung heute nicht mehr zeitgemäß ist.

Was kostet Bio-Heizöl?

Grundsätzlich ist Bio-Heizöl teurer als herkömmliches, schwefelarmes Heizöl. Sie können von einem zwischen 5 und 15 % höheren Preis ausgehen. Wer pro Jahr Heizöl für ca. 3.000 € verbraucht, muss beim Heizen mit Bio-Heizöl mit Mehrkosten von bis zu 450 € pro Jahr rechnen.

Auch in Zukunft ist nicht zu erwarten, dass die Preise für Bio-Heizöl sinken werden. Im Gegenteil: Experten rechnen mit hohen Kosten für den Brennstoff, falls er überhaupt ausreichend verfügbar sein wird.

Neben den höheren Anschaffungskosten müssen sie auch beim Heizen mit Bio-Heizöl weiterhin CO₂-Steuer zahlen. Dieser aktuell noch von der Politik festgelegte Preis wird 2028 vom EU-Emissionshandel abgelöst. Dann orientiert sich der Preis am Markt, was zu hohen Preissprüngen führen wird.

Durch den Anteil Bio-Brennstoff reduzieren sich die CO₂‑Kosten im Vergleich zum Heizen mit konventionellem Öl. Dennoch sind Sie von den steigenden Abgaben abhängig.

Gut zu wissen: Wechseln Sie auf ein klimafreundliches Heizsystem wie die Wärmepumpe, machen Sie sich von der CO₂-Steuer unabhängig. Greifen Sie auf Ökostrom zurück oder kombinieren Sie Ihre Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage, heizen Sie sogar emissionslos.

Fazit: Ist Bio-Heizöl eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichem Heizöl?

Im ersten Moment hört sich die Bezeichnung „Bio-Heizöl“ sehr vorteilhaft an. Auf den zweiten Blick wird jedoch schon deutlich, dass der Zusatz „bio“ nicht ganz zutrifft. Denn bei Bio-Heizöl handelt es sich weiterhin zu über 80–90 % um einen zwar schwefelarmen, aber fossilen Brennstoff.

Leben Sie in Baden-Württemberg und sind von den dort geltenden Vorschriften zur Biobrennstoffquote betroffen, kann Bio-Heizöl eine mögliche Alternative zum kompletten Heizungsneukauf sein. Dennoch sollten Sie sich gut überlegen, ob ein Heizungswechsel auf ein klimafreundliches und effizientes Heizsystem wie die Wärmepumpe sinnvoll ist.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Umrüstung einer Ölheizung auf die Wärmepumpe kann mit bis zu 70 % staatlichen Zuschüssen gefördert werden. Dadurch können die Anschaffungskosten sogar unter denen einer neuen Ölheizung liegen. Zudem stoßen Wärmepumpen im Heizbetrieb keine umweltschädlichen Emissionen aus.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema Bio-Heizöl

Was ist Bio-Heizöl genau?

Bio-Heizöl ist herkömmliches, schwefelarmes Heizöl (Heizöl EL), dem ein geringer Anteil an flüssigem Brennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen beigemischt wird.

  • Hauptkomponente ist fossiles Öl.
  • Zusatzstoff ist aktuell meist „FAME“ (Fettsäuremethylester).
  • Gängige Mischverhältnisse liegen bei 5–10 % Bio-Anteil.
Was kostet Bio-Heizöl im Vergleich zu normalem Heizöl?

Bio-Heizöl ist grundsätzlich teurer und kostet aktuell etwa 5–15 % mehr als herkömmliches, schwefelarmes Heizöl. Die Preise werden auch in Zukunft voraussichtlich nicht sinken.

Zusätzliche finanzielle Belastungen entstehen durch die steigende CO₂-Steuer.

Wie hoch ist die Biobrennstoffquote für Ölheizungen laut GEG?

Ölheizungen, die ab 2024 neu eingebaut wurden, müssen ab dem Jahr 2029 mit einem Bioenergie-Anteil von mindestens 15 % betrieben werden. Dieser Anteil steigt schrittweise an.

Ab dem Jahr 2035 ist eine Quote von mindestens 30 % vorgeschrieben. Im Jahr 2045 muss die Nutzung erneuerbarer Energien bei 100 % liegen.

Ist Bio-Heizöl eine nachhaltige Alternative zur Wärmepumpe?

Nein, Bio-Heizöl gilt nicht als sichere Erfüllungsoption für die Zukunft, da es weiterhin zu über 80–90 % aus fossilen Brennstoffen besteht. Eine flächendeckende Versorgung mit hohen Bio-Quoten (über 20 %) ist aktuell nicht sichergestellt.

Im Gegensatz zur Ölheizung nutzen Wärmepumpen rund 75 % kostenlose Umweltenergie und 25 % Strom. Im laufenden Betrieb heizen Wärmepumpen emissionslos, weshalb keine CO₂-Steuer bezahlt werden muss.

Daher werden Wärmepumpen mit bis zu 70 % gefördert, während es für Ölheizungen keine Zuschüsse mehr gibt.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.