Leere Gasspeicher: Wie hoch ist der Füllstand aktuell?
Am 15. Februar 2026 betrug der Füllstand 23,54 % und lag damit deutlich unter dem Durchschnitt im Februar der Jahre 2011–2019. Aufgrund dessen häufen sich seit Beginn des Jahres die Berichte über historisch leere Gasspeicher.
Zum Vergleich: 2025 lag der Füllstand am 15. Februar bei über 42,84 %. Der durchschnittliche Füllstand im Februar der Jahre 2011–2019 lag sogar leicht darüber bei 50,59 %.
tagesschau, Gasspeicher leeren sich – Anlass zur Sorge? (zuletzt abgerufen: 15.02.2026)
Warum ist der Füllstand so niedrig?
Zwei Hauptgründe haben dafür gesorgt, dass der Füllstand der Gasspeicher zu Beginn des Jahres niedriger war als üblich und viel Gas verbraucht wurde:
- Unzureichende Füllung vor der Heizperiode
Vor der Heizperiode lag der Füllstand im November 2025 nur bei 75 %. Laut INES e. V. (Initiative Energien Speichern), dem Branchenverband der Betreiber von Gas- und Wasserstoffspeichern, ist das nicht ausreichend.
Sebastian Heinermann, Geschäftsführer von INES, kommentiert die Lage in einer Pressemitteilung aus dem Januar 2026:
„Der milde Winterverlauf hat die Lage kurzfristig entschärft, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Speicherbefüllung vor dem Winter 2025/26 unzureichend war. Die aktuellen Mechanismen sichern die Versorgungssicherheit nicht ausreichend ab.“
INES e. V. Pressemitteilung vom 20.01.2026, INES-Gas-Szenarien: Mildere Witterung entschärft Lage – strukturelle Risiken bleiben bestehen (zuletzt abgerufen am 03.02.2026)
- Kälterer Januar als üblich
Deutschlandweit lagen die Temperaturen im Januar im Durchschnitt. Das Monatsmittel hat die Temperatur der Vergleichsperiode von 1991 bis 2020 nur leicht unterschritten. Regional war der Januar jedoch deutlich kälter als in den letzten Jahren.
In Berlin lag das Monatsmittel bspw. bei –1,9 °C und war damit so niedrig wie seit 16 Jahren nicht mehr. Die niedrigere Temperatur führt dazu, dass Verbraucher mehr heizen. Das spiegelt sich entsprechend in den Füllständen der Gasspeicher wider.
Gasspeicher leeren sich: Wann geht meine Heizung aus?
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Ihre Gasheizung in diesem Winter wegen einer Gasmangellage ausgeschaltet werden muss. Bevor das passiert, gibt es drei Warnstufen, die diesen Ernstfall verhindern sollen. Erst in der 3. Stufe, der Notfallstufe, könnte es passieren.
Gut zu wissen: Die Warnstufen orientieren sich nicht allein an den Füllständen der Gasspeicher. Ausschlaggebend ist die Kombination aus niedrigen Füllständen, erschwerten Importen und erhöhter Nachfrage. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, ob die Versorger die Mangellage noch selbstständig über den Markt ausgleichen können.
Das sind die drei Warnstufen und ihre Folgen:
1. Frühwarnstufe
Die sogenannte Frühwarnstufe ist seit dem 1. Juli 2025 aktiv und bedeutet, dass das BMWE (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) ein Krisen-Team aus Behörden und Energieversorgern zusammengestellt hat. Das Team soll die Gasversorgung regelmäßig kontrollieren, um die aktuelle Lage einschätzen zu können.
Der Staat greift bei der ersten Warnstufe nicht in den Markt ein. Gashändler, Lieferanten, und Verteilernetzbetreiber können eigenständig Maßnahmen z. B. zur Beschaffung ergreifen, um die Gasversorgung weiterhin stabil zu halten.
2. Alarmstufe
Die zweite Stufe des Notfallplans tritt in Kraft, wenn die Versorgungslage gestört ist. Sie wurde bspw. ausgerufen, als Russland nach Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine 2022 den Gasfluss durch die Pipeline stark reduziert hat. Dadurch bestand die Gefahr, dass die Gasspeicher vor der Heizperiode nicht ausreichend gefüllt werden konnten.
Auch bei der Alarmstufe schaltet sich der Staat noch nicht ein. Die Marktakteure können weiterhin selbstständig Maßnahmen ergreifen, um die Versorgungslage in den Griff zu bekommen.
3. Notfallstufe
Die dritte Stufe wird von der Bundesregierung ausgerufen, wenn die Maßnahmen aus der Frühwarn- und Alarmstufe nicht ausreichen oder sich die Gasversorgung dauerhaft verschlechtert. Drei Gründe können die Ausrufung der Notfallstufe auslösen:
- außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas
- erhebliche Störung der Gasversorgung
- andere erhebliche Verschlechterung der Versorgungslage
Wird die Notfallstufe ausgerufen, greift der Staat in den Markt ein und kann u. a. das Erdgas rationieren. Die Bundesnetzagentur entscheidet dann in Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern, wer wie viel Gas bekommt. Dabei sind bestimmte Verbrauchsgruppen wie Haushalte, Krankenhäuser oder soziale Einrichtungen besonders geschützt und werden bis zuletzt mit Erdgas versorgt.
Warum sind Gasheizungen im Vergleich zur Wärmepumpe problematisch?
Eine Gasheizung bezieht das Erdgas gewissermaßen direkt aus den Gasspeichern. Eine Wärmepumpe hingegen nutzt hauptsächlich kostenlose Umweltenergie und nur zu 25 % Strom. Dieser Strom stammte 2025 laut dem Statistischen Bundesamt nur zu 16 % aus Gaskraftwerken.
Gasheizung im Vergleich zur Wärmepumpe bei 20.000 kWh Wärmebedarf:
- Gasheizung: 1 kWh Gas aus dem Speicher wird in den Wohngebäuden durch eine Gasheizung in 0,9–1 kWh Wärme umgewandelt. Das heißt, eine Gasheizung verbraucht rund 20.000–22.200 kWh pro Jahr Gas aus den Gasspeichern.
- Wärmepumpe: Bei einem Wärmebedarf von 20.000 kWh verbraucht eine Wärmepumpe mit einem Wirkungsgrad von 4 ca. 5.000 kWh Strom. Liegt der Anteil an Gaskraftwerken bei 16 % im Strommix, belastet eine Wärmepumpe die Gasspeicher also lediglich mit 800 kWh pro Jahr.
Gasheizungen belasten die Gasspeicher deutlich stärker als Wärmepumpen. Dementsprechend werden beim Wechsel von einer Gasheizung zur Wärmepumpe die Gasspeicher massiv entlastet.
Welche Vorteile hat eine Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung?
Der größte Vorteil der Wärmepumpe gegenüber einer klassischen Gasheizung liegt in ihrem Wirkungsgrad. Während eine Gasheizung aus 1 kWh Gas nur eine 1 kWh Wärme erzeugen kann, nutzt die Wärmepumpe zum Großteil kostenlose Umweltenergie aus der Luft, der Erde oder dem Grundwasser. Dadurch können Sie bis zu 45 % Heizkosten im Vergleich zu fossilen Heizsystemen sparen.
Weitere Vorteile einer Wärmepumpe:
- Gasspeicher-Entlastung: Da die Wärmepumpe den Großteil ihrer Energie aus der Umwelt bezieht, reduziert sie den fossilen Brennstoffbedarf pro Haushalt drastisch. Auch wenn das Stromnetz in Spitzenzeiten auf Gaskraftwerke zurückgreifen muss, verbraucht die Wärmepumpe durch ihren hohen Wirkungsgrad weit weniger Gas pro erzeugter Wärmeeinheit als ein Gasheizkessel im Keller.
- Intelligentes System: Im Gegensatz zur Gasheizung, die einfach nur Erdgas verbrennt, agiert die Wärmepumpe als flexibler Netzpartner. Ein moderner Energiemanager optimiert den Betrieb auf Zeiten, in denen viel Wind- oder Sonnenstrom im Netz fließt. Das schont nicht nur die fossilen Reserven, sondern macht das Gesamtsystem resilienter.
- Kostenvorteil durch dynamische Tarife: Durch die Kombination mit dynamischen Stromtarifen können Besitzer von Wärmepumpen gezielt dann heizen oder den Pufferspeicher füllen, wenn der Strom an der Börse aufgrund eines Überangebots an erneuerbaren Energien besonders günstig ist. Eine Gasheizung ist hingegen starr an den aktuellen Gaspreis gebunden.
Fazit: Wärmepumpe sorgt für Versorgungssicherheit im Heizungskeller
Die aktuelle Debatte um die Gasmangellage macht deutlich, dass eine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ein Risiko darstellt. Zwar werden bestehende Gasheizungen nicht kurzfristig abgestellt, doch ihre technologischen Grenzen sind erreicht. Die Wärmepumpe hingegen entlastet die nationalen Gasspeicher nicht nur durch den Verzicht auf direkte Verbrennung, sondern durch ihre überlegene Effizienz.
Da eine Wärmepumpe den Großteil ihrer Energie aus der Umwelt bezieht, reduziert sie den Erdgasbedarf massiv. Selbst wenn für den Betriebsstrom zeitweise Gaskraftwerke einspringen müssen, ist der Gasverbrauch pro erzeugter Kilowattstunde Wärme um ein Vielfaches geringer als bei einem Gasheizkessel.
Zudem sind Gaspreise direkt an globale Krisen und die CO2-Steuer gekoppelt. Mit der Wärmepumpe machen Sie sich nicht nur unabhängig von der immer teurer werdenden CO2-Abgabe. Durch die Kombination mit dynamischen Stromtarifen und einem intelligenten Energiemanager heizen Sie auch genau dann, wenn Strom durch Wind und Sonne im Überfluss vorhanden und damit unschlagbar günstig ist.
Wer heute in eine Wärmepumpe investiert, macht sich nicht nur unabhängig von fossilen Brennstoffen, sondern verwandelt sein Zuhause von einem reinen Verbraucher in einen smarten Teilnehmer am Strommarkt. Dank intelligentem Energiemanagement sparen Sie aktiv Kosten, während gleichzeitig Ihre Versorgungssicherheit steigt.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema Gasmangel
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Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.