Zuletzt aktualisiert am: 17.02.2020

Elektrische Fußbodenheizung - Alles Wichtige zur Funktionsweise und zu Vor- und Nachteilen

Eine Fußbodenheizung verspricht hohen Heizkomfort und ein angenehmes Raumklima. Doch wie steht es um die elektrische Fußbodenheizung? Bei uns finden Sie alle wichtigen Informationen und Details rund um die elektrische Variante beheizter Fußböden.

Wie die wassergeführte Fußbodenheizung ist auch die elektrische Fußbodenheizung eine Flächenheizung. Die Wärme wird nicht über Radiatoren per Konvektion an die Raumluft abgegeben, sondern primär als Strahlungswärme über Flächenheizelemente an die Bodenfläche übertragen.

Mit elektrischem Strom werden Heizmatten erwärmt, welche die erzeugte Wärme dann an den Fußbodenbelag bzw. eine Speicherschicht dazwischen abgeben. In den Heizmatten oder der Heizfolie befinden sich Kupferschlangen oder Heizkabel in einer Grafit-Schicht. Durch den Widerstand in den Kupferelementen oder Heizkabeln entsteht bei Stromzufuhr Wärme.

Elektrische Fußbodenheizungen werden meist als Direktheizung oder Teilspeicherheizung realisiert.

  • Die Direktheizung wird am häufigsten eingebaut. Die Heizmatten befinden sich ohne zusätzliche Speicherschicht direkt unter dem Fußboden. Somit benötigt die Direktheizung keine lange Vorlaufzeit, sondern kann schon kurz nach dem Einschalten Wärme abgeben.
  • Wird die E-Fußbodenheizung als Teilspeicherheizung umgesetzt, befindet sich zwischen Fußboden und Heizmatten eine Schicht aus Estrich. Die erzeugte Wärme kann darin gespeichert und über einen längeren Zeitraum konstant abgegeben werden. Teilspeicherheizungen waren vor allem für günstigen Nachtstrom konzipiert. Nachtstromtarife wurden von Energieunternehmen ursprünglich angeboten, um Überkapazitäten in den Nachtstunden günstig zu verkaufen. Mittlerweile gibt es kaum noch Nachtstromtarife. Dennoch kann die Teilspeicherheizung als elektrische Fußbodenheizung wieder attraktiv werden, um zum Beispiel überschüssigen Strom aus Wind- oder Sonnenkraft zu nutzen.

Elektrische Fußbodenheizungen lassen sich theoretisch in jedem Raum verlegen. Sie haben den großen Vorteil, dass für die Nutzung lediglich ein Stromanschluss erforderlich ist und keine Heizungsanlage benötigt wird.

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Nicht für alle Bodenbeläge geeignet

Der Montageaufwand für elektrische Fußbodenheizungen ist relativ gering. Da z.B. bei der Direktheizung nur Heizmatten unter dem Fußbodenbelag verlegt werden müssen, sind weder Rohrleitungen noch ein Anschluss an einen Heizkessel notwendig. Der Untergrund muss lediglich sauber, plan und trocken sein.

Grundsätzlich sind elektrische Fußbodenheizungen mit nahezu allen gängigen Fußbodenarten wie Laminat, Fliesen oder Parkett kombinierbar. Allerdings sollten die entsprechenden Beläge für den Betrieb mit Fußbodenheizungen ausgelegt sein. Das bedeutet, dass der Belag Wärme aushalten und durchlassen muss.

Deshalb sollten Sie im Vorfeld immer prüfen (lassen), ob der gewünschte Boden mit einer elektrischen Fußbodenheizung kombiniert werden kann. Bauen Sie eine Heizung unter dem Boden ein, der nicht dafür geeignet ist, können sich Bodenplatten verformen oder sich aufblähen.

Ob eine elektrische Fußbodenheizung wirtschaftlich betrieben werden kann, hängt davon ab, wie teuer der Strom ist und in welchem Umfang die Anlage zum Einsatz kommt.

Wenn die Elektroheizung mit konventionellem Strom als alleinige Raumheizung genutzt werden soll, ist der Betrieb unwirtschaftlich. Zu hoch ist dann der Stromverbrauch. Darüber hinaus ist die Stromproduktion mit Kohle oder Atomkraft nicht umweltfreundlich.

In folgenden Fällen kann eine elektrische Fußbodenheizung sinnvoll sein:

  • Ergänzungsheizung im Bad: Wer morgens im Bad den Komfort eines vorgewärmten Fußbodens genießen möchte, findet mit der Elektroheizung eine sinnvolle Ergänzung. Voraussetzung ist, dass die Heizung nicht den ganzen Tag über läuft.
  • Eigene Stromerzeugung: Wenn Sie eine Photovoltaikanlage nutzen, kann die elektrische Fußbodenheizung wirtschaftlich Sinn ergeben. Die Heizung lässt sich dann direkt mit dem Strom aus Solarenergie betreiben. Oder Sie können die Heizung mit Strom aus einem eigenen Stromspeicher versorgen.
  • Heizsystem im Niedrigenergiehaus: Je besser ein Gebäude gedämmt ist, desto weniger Wärmeenergie wird zum Heizen benötigt. Beziehen Sie zusätzlich Öko-Strom, kann eine elektrische Fußbodenheizung im Passiv- oder Niedrigenergiehaus sinnvoll sein.

Grundsätzlich sollten Sie bei einer elektrischen Fußbodenheizung immer abwägen, ob der Wärmebedarf nicht auch über ein konventionelles System bzw. die bestehende Heizungsanlage gedeckt werden kann.

Die klassische Fußbodenheizung benötigt ein zentrales Heizungssystem, das Wasser als Wärmeträger nutzt. Der Heizkessel erwärmt das Heizwasser, das mithilfe einer Pumpe durch das Rohrsystem strömt. Im Boden sind dafür Heizschlangen verlegt, durch welche das Heizwasser geführt wird.

Schon allein aus diesem Aufbau ergibt sich für die wassergeführte Fußbodenheizung ein deutlich höherer Installationsaufwand. Darüber hinaus ist ein Anschluss an einen Heizkessel erforderlich. Auch die Wartung ist aufwändiger. Das Rohrsystem muss immer wieder gespült werden, um Ablagerungen zu beseitigen. Empfehlenswert ist außerdem ein regelmäßig hydraulischer Abgleich, um Leitungsströmungen und dadurch die Wärmeverteilung zu optimieren.

Die elektrische Fußbodenheizung kommt hingegen ohne eigenständiges Rohrsystem aus. Dadurch ergeben sich bei der Montage sowie der Beschaffung geringere Kosten. Die Kosten für die Wartung entfallen ebenfalls.

Vorteile:

  • geringer Installationsaufwand
  • geringe Installationskosten
  • geringer Anschaffungspreis
  • kein Abgassystem oder Heizkessel erforderlich
  • kein Rohrsystem erforderlich
  • Nachrüstung problemlos möglich

Nachteile:

  • hohe Energiekosten bei dauerhafter Nutzung ohne Photovoltaik
  • keine ökologische Heizungsanlage bei konventionellem Strommix

Eine elektrische Fußbodenheizung kann als Ergänzungsheizung in einzelnen Räumen den Wohnkomfort bei überschaubaren Kosten erhöhen. Ökologisch ergibt die Heizung jedoch nur dann Sinn, wenn sie mit erneuerbaren Energien oder Öko-Strom betrieben wird. Soll die Elektro-Fußbodenheizung auf größeren Flächen genutzt werden, sollte das Haus einen sehr niedrigen Heizenergiebedarf haben.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.