- Wie funktioniert eine Zeolith-Heizung?
- Vor- und Nachteile einer Zeolith-Heizung?
- Wie viel kostet eine Zeolith-Heizung?
- Kann man eine Zeolith-Heizung noch kaufen?
- Wird eine Zeolith-Heizung staatlich gefördert?
- Welche Alternativen zur Zeolith-Heizung gibt es?
- Fazit Zeolith-Heizung: Ein geschlossenes Kapitel
- FAQ - Häufig gestellte Fragen zur Zeolith-Heizung
- Heizungstausch mit thermondo: Alles aus einer Hand
Wie funktioniert eine Zeolith-Heizung?
Gasbrennwertkessel mit einer Sorptions-Wärmepumpe. Das Mineral Zeolith nimmt Wasserdampf auf und gibt dabei Wärme an das Heizwasser ab. So steigerte das System den Nutzungsgrad um fast 30 % gegenüber reiner Brennwerttechnik.
Wegen dieser Bauweise wird die Zeolith-Heizung auch Gas-Wärmepumpe genannt. Der Heizprozess läuft in zwei Phasen ab, die sich ständig abwechseln:
- Adsorption: Umweltwärme, meist aus einer Solarthermie-Anlage, lässt Wasser in einem luftdicht verschlossenen Vakuum-Modul verdampfen. Der Zeolith saugt den Wasserdampf auf und erhitzt sich dabei. Diese Wärme fließt in den Heizkreislauf.
- Desorption: Ist der Zeolith gesättigt, trocknet ihn der eingebaute Gasbrennwertkessel. Der austretende Wasserdampf kondensiert an einem Wärmeübertrager und gibt erneut Wärme an das Heizwasser ab. Danach beginnt der Kreislauf von vorn.
Wärme entsteht also zweimal pro Zyklus: beim Aufnehmen des Wasserdampfs und beim Kondensieren. Die kostenlose Umweltwärme trägt dabei rund ein Viertel zur erzeugten Heizenergie bei.
Was ist Zeolith?
Zeolith ist ein poröses Mineral aus Aluminium- und Siliziumoxid. Der schwedische Mineraloge Axel Fredrik Cronstedt entdeckte es 1756 und beobachtete, dass die Kristalle beim Erhitzen Wasserdampf abgeben.
Genau dieses Wirkprinzip nutzen Zeolith-Module: Sie speichern Wasserdampf und setzen dabei Wärme frei. Im Alltag steckt das Mineral übrigens auch in vielen Spülmaschinen, wo es das Geschirr mit der gespeicherten Wärme trocknet und so Strom spart.
Welche Vorteile und Nachteile hat eine Zeolith-Heizung?
Die Stärken der Zeolith-Heizung: geringer Gasverbrauch, ein nahezu wartungsfreies Zeolith-Modul und der Betrieb ohne Antriebsstrom. Dem stehen gewichtige Nachteile gegenüber.
Die Anschaffung war rund doppelt so teuer wie eine Gasbrennwertheizung. Das System bleibt von Gasanschluss und fossilen Brennstoffpreisen abhängig. Defekte Module lassen sich nur komplett tauschen, nicht reparieren.
Vorteile und Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| deutlich geringerer Gasverbrauch als bei reiner Brennwerttechnik | rund doppelt so teuer wie eine Gasbrennwertheizung |
| Zeolith-Modul nahezu wartungsfrei | defektes Modul nur komplett austauschbar |
| kein Strom für den Antrieb nötig | weiter abhängig von Gasanschluss und CO₂-Preis |
| überall einsetzbar, wo ein Gasanschluss liegt | keine staatliche Förderung |
| Zeolith ist ein ungiftiges Mineral | keine Neugeräte mehr erhältlich |
Was kostet eine Zeolith-Heizung?
Ein Komplettsystem kostete zuletzt 20.000–25.000 €. Die Geräte lagen je nach Leistung bei 16.000–20.000 €, die Installation bei 4.000–5.000 €. Neupreise gibt es nicht mehr, weil keine Geräte mehr produziert werden.
Der hohe Preis hatte drei Ursachen. Die Zeolith-Heizung wurde in der Regel als Komplettsystem mit Solarthermie verkauft, die Technik ist aufwendig gebaut und die Stückzahlen blieben klein. Dazu kamen laufende Wartungskosten von 150–250 € pro Jahr.
Zum Vergleich: Nach Abzug der staatlichen Förderung liegen die Kosten einer Wärmepumpe für viele Hausbesitzer heute unter diesem Budget.
Kann man eine Zeolith-Heizung noch kaufen?
Nein, als Neugerät nicht mehr. Vaillant, der einzige Hersteller mit einem Seriengerät, bietet seit Anfang 2018 keine Zeolith-Heizungen mehr an. Als Gründe nannte das Unternehmen fehlende Materialqualität am Markt und eine zu geringe Nachfrage. Vereinzelt finden sich nur noch Restbestände oder gebrauchte Anlagen.
Dabei begann die Geschichte vielversprechend: 2010 brachte Vaillant mit der zeoTHERM die weltweit erste Zeolith-Gas-Wärmepumpe für Einfamilienhäuser auf den Markt. Durchgesetzt hat sich die Technik nie, sie blieb ein Nischenprodukt.
Für Besitzer einer bestehenden Anlage gilt: Der Weiterbetrieb ist möglich, die Wartung übernimmt der Fachbetrieb. Ersatzteile werden allerdings knapper.
Fällt das Zeolith-Modul aus, hilft nur der Austausch des kompletten Moduls. Genau diese Teile sind kaum noch lieferbar. Spätestens bei einem größeren Defekt lohnt deshalb der Blick darauf, wann sich das Erneuern der Heizung rechnet.
Wird eine Zeolith-Heizung staatlich gefördert?
Nein. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) schließt gasbetriebene Wärmepumpen aus. Die KfW fördert im Programm 458 ausschließlich strombetriebene Wärmepumpen: mit 30 % Grundförderung, plus Boni bis maximal 70 % der förderfähigen Kosten von 28.000 €.
Je nach Ausgangssituation kommen bei strombetriebenen Wärmepumpen Boni hinzu. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % greift, wenn eine funktionstüchtige Öl-Heizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzt wird.
Der Einkommensbonus bringt je nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis zu 40 % zusätzlich. Selbstnutzende Eigentümer mit niedrigem Einkommen erreichen so bis zu 80 % Förderung. Alle Bausteine und Voraussetzungen erklärt der Ratgeber zur Förderung für Wärmepumpen.
Welche Alternativen zur Zeolith-Heizung gibt es?
Die strombetriebene Wärmepumpe ist die naheliegende Alternative. Sie setzt dasselbe Prinzip um, Umweltwärme zum Heizen zu nutzen, kommt aber ohne Gas aus und wird hoch gefördert. Für Sonderfälle existieren weitere Optionen wie die Brennstoffzellenheizung oder eine Hybridheizung. Für die meisten Einfamilienhäuser rechnet sich die Wärmepumpe am besten.
Das Grundprinzip kennen Sie bereits von der Zeolith-Technik: Wie eine Wärmepumpe funktioniert, ähnelt der Adsorption, nur treibt hier Strom statt Gas den Prozess an.
Moderne Geräte erreichen eine Jahresarbeitszahl von 3–4: Aus 1 kWh Strom werden 3–4 kWh Wärme. Bei aktuellen Energiepreisen spart ein Durchschnittshaushalt damit rund 730 € Betriebskosten pro Jahr gegenüber einer Gasheizung.
Unter den Wärmepumpen-Arten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe der Standard im Einfamilienhaus. Sie funktioniert auch im Bestand: 90 % der von thermondo installierten Wärmepumpen arbeiten mit den vorhandenen Heizkörpern, ganz ohne Fußbodenheizung.
Ein Festpreisangebot inklusive Installation und der Unterlagen für den Förderantrag erhalten Sie beim Kauf einer Wärmepumpe von thermondo.
Zwei Nischen bleiben: Wer Strom selbst erzeugen will und am Gasanschluss festhält, findet in der Brennstoffzellenheizung eine effiziente, aber teure Lösung. Eine Hybridheizung kombiniert einen fossilen Kessel mit erneuerbaren Energien und kann als Übergangslösung dienen.
Fazit
Die Zeolith-Heizung war ein technisch bemerkenswerter Versuch, Gasheizung und Wärmepumpe zu verbinden. Am Markt ist dieses Kapitel geschlossen: kein Hersteller, keine Ersatzteile in Sicht, keine Förderung.
Wer heute vor dem Heizungstausch steht, fährt mit der strombetriebenen Wärmepumpe besser. Sie ist technisch ausgereift, wird mit hohen Zuschüssen gefördert und senkt die Heizkosten ab dem ersten Tag. Besitzer einer bestehenden Zeolith-Anlage sollten den Wechsel planen, bevor ein Modul-Defekt sie dazu zwingt.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Heizungstausch mit thermondo: Alles aus einer Hand
thermondo begleitet Sie beim kompletten Heizungstausch: Beratung, Planung, Installation und Service durch festangestellte Handwerker, inklusive der Unterlagen für Ihren Förderantrag (BzA und BnD). Mit über 15.000 installierten Wärmepumpen ist thermondo Deutschlands größter Wärmepumpen-Installateur, die Wärmepumpe gibt es schon ab 8.700 € nach Förderung.
Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.