Zuletzt aktualisiert am: 23.09.2021

Zeolith-Heizung – Nischen- oder Zukunftsprodukt?

Auf der Suche nach innovativen und besonders effizienten Heizsystemen haben verschiedene Hersteller die sogenannte Zeolith-Heizung entwickelt. Wir erklären Ihnen, welche Technik sich dahinter verbirgt und wie diese Heizung funktioniert.

Im Grunde genommen ist eine Zeolith-Heizung eine Kombination aus Gasheizung und Wärmepumpe. Deshalb wird sie auch Gas-Wärmepumpe genannt. Die Besonderheit an diesem Heizsystem ist das dafür verwendete Gestein Zeolith. Es zeichnet sich durch seine poröse Struktur aus und kann Wasserdampf sehr gut resorbieren. Bei diesem Vorgang wird Wärme eingesetzt, die zum Heizen verwendet werden kann.

Eine Zeolith-Heizung arbeitet in zwei Stufen. Die erste Stufe wird „Adsorption“, die zweite „Desorption“ genannt. Während der Adsorption nimmt das Zeolith-Material Wasserdampf auf, bei der Desorption trocknet eine Gasheizung das Mineral.

  • Adsorption: In dieser Phase verdampft Wasser durch Umweltwärme. Diese Wärme kann mit einer Solarthermie-Anlage erzeugt werden. Der erzeugte Wasserdampf wird von einem Zeolith-Segment aufgenommen. Dabei erwärmt sich der Zeolith. Die Module aus Zeolith werden in einem Vakuum gelagert und sind innerhalb des Systems hermetisch abgeschlossen.
  • Desorption: Sobald der Zeolith keinen Wasserdampf mehr aufnehmen kann, beginnt die Trocknung. Hierfür wird eine Gasbrennwertheizung eingesetzt. Sie erwärmt den Zeolith, wodurch dort wiederum Wasserdampf austritt. Der Wasserdampf kondensiert an einem Wärmeübertrager und setzt so Wärmeenergie frei, die an das Heizwasser übertragen wird. Beim Kondensieren wird der Wasserdampf wieder flüssig und der Kreislauf beginnt wieder mit der Adsorption.

Eine Zeolith-Heizung erzeugt während dieses Kreislaufs gleich zweimal Wärme, die in den Heizkreislauf eingespeist werden kann. Somit sollen Zeolith-Heizungen nochmals um mehr als 30 Prozent sparsamer sein als Brennwerttechnik allein.

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Was ist Zeolith?

Bei Zeolith handelt es sich um Kristalle, die ein schwedischer Mineraloge im ausgehenden 18. Jahrhundert entdeckt hatte. Er stellte verschiedene Versuche damit an und stellte fest, dass diese Kristalle Wasserdampf abgeben, wenn sie erhitzt werden.

Dieses Wirkprinzip wird heute von Zeolith-Materialien genutzt. So kommen Zeolith-Module in Heizungen, aber auch in Spülmaschinen zum Einsatz. In letzteren sorgt das Zeolith dafür, dass Spülmaschinen weniger Energie benötigen, weil das Zeolith-Modul bei der Aufnahme von Wasserdampf selbst Wärme entwickelt, die an den Spülraum angegeben wird.

Der große Vorteil der Gas-Wärmepumpe besteht darin, dass sie keinen Strom benötigt und die vom Erdgas bei der Verbrennung bereitgestellte Energie hocheffizient nutzt. Im Vergleich zur elektrisch betriebenen Wärmepumpe ist die Zeolith-Heizung somit auch bei kälteren Außentemperaturen effizienter.

Ihre Vorteile spielt die Zeolith-Heizung zudem bei der Wartung aus, denn das Material ist nahezu wartungsfrei.

Durch die Kombination mit einer Gasbrennwertheizung ist die Zeolith-Heizung überall dort einsetzbar, wo es bereits einen Gasanschluss gibt.

Ein wichtiger Nachteil der Zeolith-Heizung: Fällt ein Modul aus oder ist es defekt, kann es nicht repariert werden, sondern es ist ein kompletter Austausch erforderlich. Darüber hinaus sind Zeolith-Heizungen im Vergleich zu herkömmlichen Gasbrennwertheizungen deutlich teurer. Der hohe Preis entsteht auch dadurch, dass die Zeolith-Heizung in der Regel als Komplettsystem mit Solarthermie kombiniert wird.

Was kostet eine Zeolith-Heizung?

Eine Zeolith-Heizung kostet in der Anschaffung je nach gewünschter Leistung bis zu 20.000 Euro. Durch den komplexen Aufbau und die komplexe Technik kommen nochmals bis zu 5.000 Euro und mehr an Installationskosten hinzu.

Durch die Kombination mit Solarthermie kann die Zeolith-Heizung über die BEG gefördert werden. Entsprechend ist eine Förderung von bis zu 45 Prozent möglich, wenn ein Ölheizungstausch mit der Inbetriebnahme kombiniert wird.

Grundsätzlich eignen sich energieeffiziente Heizsysteme wie die Zeolith-Heizung für energetisch sanierte Gebäude bzw. Effizienzhäuser. Diese Gebäude erfordern nur eine niedrige Vorlauftemperatur, wodurch die Zeolith-Heizung nur wenig Energie benötigt, die mit der Gasbrennwerttherme erzeugt wird.

Falls Sie bereits über die Anschaffung einer Zeolith-Heizung nachgedacht haben, kommt hier eine Einschränkung. Aktuell (Stand September 2021) gibt es keinen Hersteller, der eine Zeolith-Heizung im Sortiment hat.

Vaillant hat die Produktion seiner Zeolith-Systeme im Jahr 2018 aufgegeben. Als Gründe dafür nannte der Hersteller die ungenügende Qualität der Materialien auf dem Markt und die hohen Produktionskosten, die auf eine sehr geringe Nachfrage treffen.

Zeolith-Heizungen sind technisch gesehen sehr vielversprechend. Allerdings ist der Kostenaufwand deutlich größer als bei gängigeren Heizsystemen.

Wollen Sie Ihre Heizungsanlage sanieren, können Sie mit einer Gas-Hybridheizung (Gas-Solar) nicht nur Ihre Heizkosten senken, sondern ebenfalls von hoher staatlicher BEG-Förderung profitieren.

Wer ohnehin noch nachhaltiger heizen möchte und nach einer sinnvollen Heizungsanlage für einen Neubau sucht, kann mit einer EE-Hybridheizung ebenfalls von Förderung profitieren. So sind hohe Tilgungszuschüsse über KfW-Kredite möglich, die über die BEG bereitgestellt werden.

Möchten Sie nicht nur heizen, sondern sich auch autark mit selbst produziertem Strom versorgen, kann als innovative Lösung auch die Brennstoffzellenheizung eine Alternative für Sie sein. Hier können Sie ebenfalls staatliche Förderung beantragen und gleichzeitig von einer hocheffizienten Heizungsanlage profitieren.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.