Zuletzt aktualisiert am: 06.10.2021

Holzvergaser zur Stromerzeugung nutzen – Funktionsweise und Wirtschaftlichkeit

Wer mit Holz heizt, kann nicht nur Wärme, sondern auch Strom produzieren. Wir zeigen Ihnen, wie Holzvergaser zur Stromerzeugung genutzt werden und ob sich dadurch Vorteile für Hausbesitzer ergeben.

Ein Holzvergaser ist ein Heizsystem für Festbrennstoffe, das sich durch eine hohe Effizienz auszeichnet. Als Brennstoffe dienen Scheitholz oder Hackschnitzel. Je nach Dimensionierung lassen sich Holzvergaser für Einfamilienhäuser oder sogar Wohnblöcke einsetzen.

Das Besondere an einem Holzvergaser besteht darin, dass nicht nur der Brennstoff, sondern auch die durch die Verbrennung entstehenden Holzgase verbrannt werden. Dieser Vorgang wird auch Pyrolyse genannt. Das Heizsystem nutzt somit die im Brennstoff enthaltene Energie optimal.

Der Brennstoffkessel von Holzvergasern verfügt über zwei Brennkammern. In der ersten Brennkammer liegen die Hackschnitzel oder das Scheitholz auf einer Brennerplatte. Durch die Hitze des Feuers wird dem Brennstoff dort die Restfeuchte entzogen. In die Unterkammer, die zweite Brennkammer, werden die Verbrennungs- und Holzgase mit einem Gebläse geleitet. Dort verbrennen sie bei sehr hohen Temperaturen.

Holzvergaser nutzen somit eine Art doppelter Verbrennung. Die so erzeugte Energie wird über einen Wärmetauscher geführt und erwärmt Heizungs- oder Brauchwasser.

Je nach Bauart erfolgt die Holzvergasung und die Verbrennung der Holzgase in unterschiedlichen Kesseln.

Um mit dem Holzvergaser Strom zu erzeugen, wird das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung genutzt, ähnlich wie bei einem Blockheizkraftwerk. So kann ein Teil der durch die Holzvergasung erzeugten Wärme für den Antrieb eines Generators genutzt werden, der wiederum Strom erzeugt. Der Strom kann einen oder mehrere Haushalte versorgen oder in das Stromnetz eingespeist werden, wenn er nicht benötigt wird.

  • Es wird Strom und Wärme mit nachwachsenden Energieträgern bzw. Reststoffen aus der Holzwirtschaft erzeugt. Die Energiegewinnung ist somit nahezu klimaneutral.
  • Es wird ein sehr hoher Wirkungsgrad erzielt, der weit über den Wirkungsgraden herkömmlicher Holzheizungen liegt. Zum einen wird die Energie im Holz durch das Zwei-Kammer-System optimal genutzt und zum anderen wird zusätzlich elektrische Energie erzeugt.
  • Holzvergaser lassen sich mit moderner Regeltechnik und anderen alternativen Energieerzeugern kombinieren.
  • Die Kraft-Wärme-Kopplung mittels Holzvergasern wird über die BEG gefördert.
  • Für den erzeugten Strom können Anlagenbetreiber eine Einspeisevergütung erhalten.
  • Hausbesitzer können sich in hohem Maße unabhängig von Energieversorgern machen.

Wie alle Heizsysteme hat auch der Holzvergaser seine Nachteile:

  • Um wirtschaftlich zu arbeiten, müssen Holzvergaser in der Regel kontinuierlich beschickt werden. Dadurch erzeugen sie permanent Wärme, die aber vor allem im Sommer nicht benötigt wird und ungenutzt in die Atmosphäre geleitet werden muss.
  • Die kontinuierliche Versorgung mit Brennstoff erfordert viel Lagerkapazität für Hackschnitzel oder Scheitholz. Das ist in einem herkömmlichen Einfamilienhaus meist kaum möglich.
  • Die Leistung von Holzvergasern zur Stromerzeugung muss sehr genau ermittelt und an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Ansonsten arbeiten die Systeme nicht mehr effizient und produzieren viel zu viel Energie, die gar nicht benötigt wird.
  • Der Bedarf des Brennstoffs muss sehr genau geplant werden, um Engpässe zu vermeiden.

Was kostet ein BHWK Holzvergaser?

Die Kosten für einen KWK-Holzvergaser starten bei rund 10.000 Euro. Die tatsächlichen Kosten können variieren, abhängig von der Leistung des Systems und dem eingesetzten Generator.

Ein Holzvergaser spielt erst dann seine Vorteile aus, wenn die Brennkammern nahezu im Dauerbetrieb und voll ausgelastet sind. Für die Betreiber eines solchen Heizsystems ergibt es nur wenig Sinn, einfach weniger Brennstoff zu verbrennen. Somit kann der Holzvergaser gerade in Kombination mit der Stromerzeugung schnell unwirtschaftlich werden. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die bei der Stromgewinnung erzeugte Wärme im Sommer nur in geringem Maße genutzt werden kann.

Sinnvoll ist der Holzvergaser zur Stromerzeugung vor allem dann, wenn das ganze Jahr über viel Wärmeenergie benötigt wird. Deshalb sind Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung vor allem für Wohnblöcke oder mehrere Wohneinheiten geeignet.

Vermutlich ist das auch ein Grund, warum es auf dem Markt nicht viele Möglichkeiten für Holzvergaser zur Stromerzeugung gibt, insbesondere nicht für den privaten Endverbraucher. Wer dennoch von der Kraft-Wärme-Kopplung profitieren möchte, findet mit der Brennstoffzellenheizung eine interessante Alternative. Das System verspricht ebenfalls hohe Wirkungsgrade und wird zusätzlich staatlich gefördert.

Ein weiterer Vorteil der Brennstoffzelle: Es wird weder ein Schornstein benötigt, der auch für hohe Abgastemperaturen geeignet ist, noch brauchen Hausbesitzer ein großes Brennstofflager. Ein vorhandener Gasanschluss reicht für die Brennstoffzellenheizung aus.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.