Das Wichtigste zu Erdgasheizung oder Flüssiggasheizung in Kürze:

  • Energiegehalt: Flüssiggas besitzt mit rund 28 kWh/m³ einen mehr als doppelt so hohen Brennwert wie Erdgas (ca. 13 kWh/m³).
  • Systemkompatibilität: Herkömmliche Gas-Brennwertgeräte können für beide Gasarten genutzt werden; es sind lediglich fachkundige Einstellungen am Kessel nötig.
  • Lagerungsvorteil: Flüssiggastanks benötigen keinen speziellen Lagerraum und können ober- oder unterirdisch im Garten oder in der Garage platziert werden.
  • Verfügbarkeit: Während Erdgas an das Leitungsnetz gebunden ist, bietet Flüssiggas Unabhängigkeit für ländliche Regionen ohne Gasanschluss.
  • Gesetzliche Frist: Gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist das Heizen mit fossilen Gasen nur noch bis 2045 zulässig, wobei für Neubauten bereits jetzt die 65 %-Erneuerbare-Energien-Quote gilt. Die Bundesregierung will die 65-%-Regelung kippen. Das fossile Ende im Jahr 2045 bleibt aber bestehen.

Was ist Flüssiggas?

Flüssiggas stellt eine Alternative zu Erdgas oder Heizöl dar. Als Nebenprodukt der Erdöl- und Erdgasgewinnung besteht Flüssiggas hauptsächlich aus den Kohlenwasserstoffen Propan, Butan bzw. einem Gemisch aus diesen beiden Gasen.

Der Name Flüssiggas ergibt sich aus der Eigenschaft, dass sich das Gas bei Raumtemperatur und unter leichtem Überdruck von etwa sieben Bar verflüssigt.

Flüssiges Flüssiggas nimmt nur ein 260stel des Volumens ein, das es im gasförmigen Zustand benötigt. Es ist somit in einem Tank speicherbar und leitungsungebunden – was den markanten Vorteil und das Hauptunterscheidungsmerkmal gegenüber dem leitungsgebundenen Erdgas darstellt.

Vergleich Flüssiggas vs. Erdgas

Vorteil Nachteil
Flüssiggas Flexibilität
Hoher Brennwert
Höherer Brennstoffpreis
Zusatzkosten für Tankmiete/-kauf
Erdgas Geringerer Brennstoffpreis
Platzsparend
Nicht überall verfügbar
Mögliche Zusatzkosten für Gasanschluss

Flüssiggas verbrennt wie Erdgas

Wie Erdgas verbrennt auch Flüssiggas schadstoffarm und fast ohne Rückstände. Auch die CO₂-Freisetzung ist mit der vom Erdgas vergleichbar und um einiges geringer als bei Heizöl. Der Brennwert von Flüssiggas (rund 28 kWh/m³) ist jedoch mehr als doppelt so hoch wie der des Erdgases (rund 13 kWh/m³).

Können bei der Nutzung von Flüssiggas dieselben Heizungssysteme verwendet werden wie mit Erdgas?

Ja, es können dieselben Gasheizungssysteme verwendet werden wie mit Erdgas. Dies ist somit bei der Entscheidung für eine Erdgas- oder Flüssiggasheizung kein entscheidendes Kriterium. Es müssen lediglich ein paar Einstellungen am Gaskessel vorgenommen werden – am besten durch einen Fachmann.

Prinzipiell kann jedoch jedes herkömmliche Gas-Brennwertgerät auch mit Flüssiggas befeuert werden.

Lagerung von Flüssiggas

Anders als bei Öltanks muss man für Flüssiggastanks keinen gesonderten Raum vorsehen. Flüssiggastanks können oberirdisch in der Garage oder gar hinter Büschen im Garten aufgestellt werden. Um den Tank vor mechanischen und thermischen Einwirkungen zu schützen, oder aus ästhetischen Gründen zu verstecken, kann er auch eingegraben werden.

Die Größe des Tanks ist abhängig vom Jahresbedarf. Dazu wird der Wärmebedarf in Kilowattstunden durch den Heizwert pro Liter geteilt. Bei der konkreten Auswahl und Gestaltung des Tanks empfiehlt sich allerdings die Konsultation eines Experten.

Erdgas oder Flüssiggas

Erdgas- oder Flüssiggasheizung?

Ist ein Gasanschluss vorhanden und zugänglich, so ist Flüssiggas aufgrund der leicht höheren Kosten und erhöhten Sicherheitsanforderungen bezüglich Lagerung die schlechtere Option im Vergleich zu Erdgas.

Insbesondere in ländlichen Regionen, wo weder Gas-, noch Fernwärmenetze vorhanden sind, kann Flüssiggas jedoch eine schöne Alternative zum ebenso leitungsungebundenen und mit höherem CO₂‑Ausstoß verbundenen Heizöl darstellen.

Allerdings ist der Kauf von Gasheizungen nur noch eingeschränkt möglich. Das Heizungsgesetz, das reformierte Gebäudeenergiegesetz, hat den Ausstieg aus fossilen Heizungen festgelegt.

Dieser erfolgt schrittweise bis 2045. Seit Januar dürfen nur noch Heizungen mit mindestens 65 % erneuerbaren Energien gekauft werden.

Diese Regelung gilt vorerst nur in Neubauten in Neubaugebieten. Mitte 2028 wird diese Regelung in ganz Deutschland gelten.

Aktuell werden die Eckpunkte des neuen Gebäudemodernisierungsgesetz diskutiert, mit dem das Heizungsgesetz abgelöst werden soll. Die 65-%-Regelung soll entfallen und eine Biotreppe den Übergang in die Klimaneutralität ebnen. Kritiker sehen darin v.a. eine Kostenfalle für Verbraucher, da Heizen mit Gas bis 2045 sehr teuer wird.

FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Erdgas- oder Flüssiggasheizung

Was ist der Hauptunterschied zwischen Erdgas und Flüssiggas beim Heizen?

Der entscheidende Unterschied liegt in der Logistik: Erdgas ist leitungsgebunden, während Flüssiggas ortsunabhängig in Tanks gelagert werden kann. Flüssiggas bietet zudem eine deutlich höhere Energiedichte:

  • Es verflüssigt sich bereits unter geringem Druck (ca. 7 Bar).
  • Im flüssigen Zustand benötigt es nur ein 260stel seines gasförmigen Volumens.
  • Erdgas ist meist günstiger im Einkauf, setzt aber einen vorhandenen Hausanschluss voraus.
Kann ich meine bestehende Gasheizung von Erdgas auf Flüssiggas umstellen?

Ja, im Prinzip kann jedes herkömmliche Gas-Brennwertgerät mit beiden Gasarten betrieben werden. Für die Umstellung sind jedoch technische Anpassungen erforderlich:

  • Ein Fachmann muss spezifische Einstellungen am Gaskessel vornehmen.
  • Die Brennerleistung wird an den höheren Brennwert des Flüssiggases angepasst.
  • Das Heizsystem selbst muss nicht ausgetauscht werden, was Flüssiggas zu einer flexiblen Nachrüst-Option macht.
Welche Vorteile bietet Flüssiggas im Vergleich zu Heizöl?

Flüssiggas verbrennt deutlich schadstoffärmer und setzt weniger CO₂ frei als Heizöl, was es zur ökologischeren Alternative unter den leitungsungebundenen Brennstoffen macht. Zudem ergeben sich bauliche Vorteile:

  • Flüssiggas gilt als nicht gewässerschädigend, weshalb keine speziellen Auflagen für Wasserschutzgebiete gelten.
  • Es ist kein separater, gemauerter Tankraum im Haus notwendig.
  • Die Verbrennung erfolgt fast rückstandsfrei und ohne Rußbildung.
Wo darf ein Flüssiggastank auf dem Grundstück installiert werden?

Flüssiggastanks sind äußerst flexibel in der Aufstellung und können dort platziert werden, wo sie optisch am wenigsten stören. Es gibt drei gängige Varianten:

  • Oberirdisch: Einfache Montage in der Garage oder hinter Sichtschutz im Garten.
  • Unterirdisch: Vollständig eingegraben, um das ästhetische Bild des Grundstücks zu bewahren.
  • Ein Schutz vor mechanischen oder thermischen Einwirkungen muss dabei immer gewährleistet sein.
Ist der Einbau einer neuen Gasheizung im Jahr 2026 noch erlaubt?

Der Kauf neuer Gasheizungen ist durch das reformierte Gebäudeenergiegesetz (GEG) stark eingeschränkt und an die kommunale Wärmeplanung gebunden. Folgende Fristen und Regeln sind entscheidend:

  • In Neubaugebieten müssen Heizungen bereits jetzt zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
  • Bis spätestens Mitte 2028 wird diese Regelung flächendeckend in ganz Deutschland gelten.
  • Ab 2045 tritt ein vollständiges Verbot für fossile Heizsysteme in Kraft, weshalb die Wärmepumpe (bereits ab 9.000 € nach Förderung) als zukunftssichere Alternative gilt.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.