Zuletzt aktualisiert am: 02.09.2021

Ölbrennwertkessel: Lohnt sich der Kauf noch?

Das Heizen mit Öl gilt heute für viele Verbraucher als nicht mehr zeitgemäß. Doch tatsächlich sind Ölbrennwertkessel hocheffiziente und langlebige Heizgeräte. Hier haben wir alle wichtigen Informationen zu Ölbrennwertgeräten zusammengestellt.

Wenn heute von modernen Heizungen gesprochen wird, spielt der Ölbrennwertkessel meist keine Rolle mehr. Allerdings sind diese Heizungen unter bestimmten Bedingungen immer noch eine gute Alternative zu alten Heizwertgeräten. In diesen Fällen eignet sich eine Ölheizung nach wie vor:

Ihr Haus hat keinen Gasanschluss, es gibt keinen Netzanschluss an Gasversorger in der Nähe und Sie haben eine mehr als 20 Jahre alte Ölheizung in Betrieb.

  • In diesem Fall kann der Umstieg auf eine moderne Ölbrennwertheizung sinnvoll sein. Denn allein durch die Umstellung auf Brennwerttechnik können Sie bis zu 30 Prozent an Heizkosten einsparen. Kombinieren Sie den Ölbrennwertkessel außerdem mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe, lassen sich die Heizkosten auf ein Minimum reduzieren, denn der Ölkessel wird dann nur noch ergänzend in Betrieb genommen.

Sie nutzen bereits eine Ölheizung mit Tank, wollen aber auch mit Bio-Öl heizen können.

  • Die Brenner von älteren Ölheizungen können moderne Heizölmischungen in der Regel nicht verarbeiten. In diesem Fall wäre ein Umstieg auf Ölbrennwert sinnvoll. Darüber hinaus sparen Sie so auch Heizkosten und Sie haben die Möglichkeit, für mehr Heizkomfort zu sorgen, wenn Sie z.B. einen Ölbrennwertkessel mit Smart-Home-Schnittstelle kaufen.

Sie wollen auf erneuerbare Energien umsteigen, benötigen aber ein Heizsystem, das als Ergänzung einspringen kann.

  • Wenn Sie Ihre Heizung auf alternative Energieträger umstellen wollen, kann in bestimmten Fällen ein Brennwertkessel notwendig sein. Er dient als Zusatzheizung, wenn die regenerativ erzeugte Wärme nicht ausreichen sollte. Für diese Öl-Hybridheizung benötigen Sie keinen großen Tank, sodass ein nachträglicher Einbau auch platzsparend möglich sein sollte.

Wie Sie sehen, kann auch 2021 der Kauf eines Ölbrennwertkessels immer noch eine Überlegung wert sein.

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Eine Ölheizung ist im Vergleich zu allen anderen Heizsystemen, mit Ausnahme der Gasheizung, meist die günstigste Variante.

Sie können mit folgenden Kosten rechnen:

  • Ölbrennwertkessel: Die Kosten für den Heizkessel starten bei rund 4.000 Euro und richten sich am Ende nach der benötigten Heizleistung.
  • Öltank: Ein moderner Öltank kostet ab 1.500 Euro. Wenn Sie bereits eine Ölheizung in Betrieb haben, entfallen diese Kosten beim Kauf einer Ölbrennwertheizung.
  • Installation: Für die Montage der Ölbrennwertheizung bzw. den Heizungstausch müssen Sie mit rund 1.500 bis 2.000 Euro rechnen.

Ein Gesamtpaket aus Ölbrennwertkessel inklusive Montage und Tank kostet also ab ca. 7.000 Euro.

Abhängig von Ihrem bisherigen System können noch weitere Kosten hinzukommen.

  • Pufferspeicher: Um die erzeugte Wärmeenergie sinnvoll zu speichern, benötigen Sie einen Wärmespeicher. Die Kosten dafür liegen bei rund 1.000 Euro.
  • Rohrleitungen: Müssen noch Abgasrohre erneuert bzw. nachgerüstet werden, kann das rund 1.000 Euro kosten.

Der Umstieg auf Brennwerttechnik hat einen Vorteil. Denn in der Regel lässt sich der vorhandene Schornsteinschacht verwenden, da die Abgastemperaturen bei Brennwertgeräten deutlich niedriger sind. Die Abgasanlage kann mit einem Kunststoffschornstein nachgerüstet werden.

Aktuell ist eine Förderung der Ölbrennwertheizung nicht mehr möglich. Wenn Sie Ihre Heizung jedoch mit alternativen Energieerzeugern kombinieren, können sie für jene die Förderung nach BEG beantragen.

Mit der Umsetzung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ist auch das sogenannte „Ölheizungsverbot“ in Kraft getreten. Demnach dürfen ab 2026 keine Ölheizungen mehr als alleinige Energieerzeuger in Häusern eingebaut werden.

Übrigens: Ist Ihre Ölheizung in diesem Jahr 30 Jahre oder älter, oder Sie heizen noch mit einem Konstant-Temperatur-Kessel, müssen Sie die Ölheizung ohnehin austauschen. Ausnahme: Sie haben schon vor dem 1. Februar 2002 als Eigentümer in dem Gebäude gewohnt.

Auch wenn es theoretisch ein Verbot für Ölheizungen ab 2026 gibt, existieren weiterhin Ausnahmen, die einen Weiterbetrieb bzw. Einbau erlauben:

  • Es ist technisch nicht möglich, nachhaltigere Heiztechnik zu installieren bzw. der Einbau würde eine „unbillige“ Härte für Hausbesitzer darstellen.
  • Das Gebäude kann nicht an das Gasnetz angeschlossen werden.
  • Das Gebäude lässt sich nicht an ein Fern- oder Nahwärmenetz anschließen.
  • Der Energiebedarf im Gebäude wird zu einem bestimmten Anteil mit erneuerbaren Energien gedeckt. In diesem Fall wird die Ölbrennwertheizung z.B. mit Solarthermie, einer Wärmepumpe oder beidem kombiniert.

Auch wenn es nach 2026 immer noch möglich ist, eine Ölheizung zu kaufen und in Betrieb zu nehmen, wird es hingegen keine Förderung mehr für Ölbrennwertgeräte geben. Das gilt auch für Öl-Hybridheizungen.

Auch wenn das Heizen mit Öl nicht mehr gefördert wird, kann sich der Umstieg auf Ölbrennwertkessel für Hausbesitzer immer noch lohnen. Das gilt vor allem dann, wenn die Ölheizung mit erneuerbaren Energien kombiniert wird.

Schon allein durch den Umstieg auf Brennwerttechnik sparen Hausbesitzer bis zu 30 Prozent an Ölkosten jedes Jahr ein.

Ein Beispiel:

Bei einem Ölverbrauch von rund 2.000 Litern für einen Vier-Personen-Haushalt entstehen rund 1.800 Euro an Heizkosten pro Jahr. Eine Einsparung von 30 Prozent beim Heizöl würden einer Kosteneinsparung von rund 540 Euro pro Jahr entsprechen. Der Ölbrennwertkessel hätte sich dann in rund 10 Jahren amortisiert.

Während es für die neue Ölbrennwertheizung zwar keine staatliche Förderung mehr gibt, können Sie als Hausbesitzer für Wärmepumpen oder Solarthermie BEG-Förderung erhalten. Auf diese Weise amortisiert sich der Ölbrennwertkessel noch schneller, und Sie tragen gleichzeitig zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen bei.

Dank der modernen Brennwerttechnik erzeugen Sie weniger Emissionen. Außerdem können moderne Ölbrennwertgeräte auch mit schwefelarmem Heizöl EL oder Bio-Heizöl betrieben werden, wodurch Sie den ökologischen Fußabdruck nochmals verbessern. Hinzu kommt, dass die Ölheizung ohnehin nur sporadisch in Betrieb ist, wenn Sie einen Großteil Ihrer Wärmeenergie mit Solarthermie und/oder Wärmepumpe erzeugen.

Nutzen Sie am besten unseren Heizungsplaner und erhalten Sie eine kompetente Beratung zum Thema Ölheizung. Gerne machen wir Ihnen ein Angebot und übernehmen den Heizungswechsel inkl. Installation, Förderberatung und Serviceangebot.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.