Zuletzt aktualisiert am: 17.02.2020

Heizkörper streichen oder lackieren: Neue Optik ohne energetische Nachteile

Heizkörper sind sehr pragmatische Produkte. Sie sollen vor allem die von der Heizungsanlage erzeugte Wärme so effizient wie möglich abgeben. Dennoch prägen Radiatoren auch die Optik eines Raums. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Heizkörper streichen oder lackieren können.

Jede Heizungsanlage, die mit Warmwasser als Wärmeträger arbeitet, nutzt irgendeinen Heizkörpertypen, um die erzeugte Wärme an die Räume abzugeben. Obwohl die meisten Heizkörper eher unauffällig unter Fenstern montiert werden, können sie die Raumwirkung deutlich beeinflussen. Wenn sie neu sind, erstrahlen Heizkörper noch in der ursprünglichen Farbe. Mit zunehmendem Alter wird der Lack jedoch vergilben.

Wird in den Räumen geraucht oder regelmäßig Essen zubereitet, leidet die Optik der Lackierung zusätzlich. Ein neuer Anstrich oder eine frische Lackierung sind dann empfehlenswert. Das gilt auch dann, wenn die Lackschicht der Heizkörper beschädigt ist. In diesem Fall kann der Heizkörper rosten, vor allem dann, wenn er in einem Bad oder einer Küche montiert wurde, wo er täglich Kondenswasser ausgesetzt ist. Lackieren oder Streichen ist somit nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern erhöht die Lebensdauer Ihrer Heizkörper.

Heizkörper streichen oder ansprühen?

Für das Streichen oder Besprühen der Heizkörper empfehlen sich Lacke. Wer handwerklich begabt ist und mit einem Pinsel besser umgehen kann, kann mit dem Pinsel arbeiten. Der Vorteil: Sie kommen damit auch in verwinkelte Ecken. Nachteil beim Arbeiten mit dem Pinsel: Es können Streichspuren entstehen, wenn der Lack nicht gleichmäßig verteilt wird.

Mit Sprühlack-Dose oder -Sprühsystem profitieren Sie von einem sehr gleichmäßigen Farbauftrag. Außerdem dauert das Sprühen kürzer als das Streichen mit dem Pinsel. Allerdings müssen Sie im Vorfeld mehr Vorbereiten und alles Umliegende gut abdecken, damit die feinen Aerosole des Sprühlacks nicht Ihre Wände oder Möbel einfärben. Außerdem sollten Sie beim Sprühen immer mit Atemschutz arbeiten.

Unabhängig davon, ob Sie Ihre Heizkörper mit Pinsel streichen oder mit Lack ansprühen: Sie sollten die Farbschicht immer so dünn wie möglich auftragen, um die Wärmeleitfähigkeit Ihrer Heizkörper zu erhalten.

Lieber neu statt streichen? Alles, was Sie wissen müssen, wenn Sie Heizkörper kaufen.

Heizkörper dürfen Sie nur mit speziellen Lacken behandeln. Der Lack muss eine konstant hohe Oberflächentemperatur während der Heizsaison aushalten. Sie sollten deshalb Acryl- oder Alkydharzlacke verwenden. Diese sind besonders widerstandsfähig bei Hitzeeinwirkung.

  • Acrylharzlack: Dieser Lack wird auf Wasserbasis hergestellt und verwendet Acrylharz als Bindemittel. Er ist schnell trocknend und bietet eine hohe Widerstandskraft gegenüber Stößen oder Korrosion.
  • Alkydharzlack: Dieser Lack kombiniert Kunstharz mit Lösungsmitteln. Alkydharzlack hat eine längere Trockendauer, ist jedoch günstiger und glänzt stärker.

Acryllack ist umweltfreundlicher und erzeugt weniger reizende Gerüche. Wer nicht nur auf den Preis schaut, sollte diesen Lack verwenden.

Welche Pinsel sollte ich zum Streichen der Heizkörper verwenden?

Um eine homogene Deckschicht zu erzeugen, sollten Sie die zum Lack passenden Pinsel verwenden. Für Acryllack eignen sich Pinsel mit Borsten aus Kunststoff. Alkydharzlack sollten Sie lieber mit Naturborstenpinseln auftragen.

  • Für Röhren- oder Gliederheizkörper verwenden Sie am besten einen langstieligen Eckpinsel. Damit kommen Sie in alle Winkel der Heizkörper.
  • Für Plattenheizkörper reicht ein herkömmlicher Lackierpinsel aus. Wenn Sie Zeit sparen wollen, wählen Sie einen Pinsel mit breiten Borsten oder eine Lackrolle.
  1. Kontrollieren Sie Ihre Heizkörper auf Rost: Roststellen am Heizkörper sollten Sie nicht einfach überstreichen oder überlackieren. Sie riskieren, dass sich der Rost unter der Farbschicht weiter durch das Rohr frisst und eine Leckage entstehen kann. Sobald Sie Rost an Ihrem Heizkörper sehen, sollten Sie die Stelle von einem Experten anschauen lassen. Er kann beurteilen, ob sich lackieren oder streichen noch lohnt, oder ob in diesem Fall ein neuer Heizkörper die bessere Lösung ist.
  2. Alte Farbe abschleifen: Ist kein Rost vorhanden, können Sie die Heizkörper mit mittlerer Körnung abschleifen. Um sich mühsame Handarbeit zu sparen, bieten sich Winkelschleifer an. Sollten nur kleine Roststellen sichtbar sein und der Fachmann hat eine neue Lackierung empfohlen, schleifen Sie den Rost ab, bis das blanke Metall sichtbar ist und behandeln die Stelle mit Rostschutzmittel.
  3. Heizkörper reinigen: Wischen Sie die Heizkörper nun mit einem feuchten Tuch und einem Schwamm ab. Denn Fett, Schmutz und Staub verringern die Hafteigenschaften des neuen Anstrichs.
  4. Heizkörper anschleifen: Verwenden Sie anschließend ein Schleifpapier mit feiner Körnung, um die Oberfläche leicht anzurauen.
  5. Umgebung der Heizkörper abkleben: Kleben Sie die Thermostate und Rohrverbindungen gut ab. Sie benötigen keine Farbe. Decken Sie den Boden und die umliegenden Wände am besten mit Folie oder einer Malerdecke ab.
  6. Lackieren erster Durchgang: Lackieren Sie zunächst die Ansätze an Ventilen und schwer zugängliche Stellen. Anschließend bearbeiten Sie die Flächen mit Lack.
  7. Trocknen lassen: Stellen Sie nach dem Trocknen fest, dass die Farbschicht zu dünn ist, rauen Sie den getrockneten Lack erneut ein wenig auf und lackieren in einem zweiten Durchgang.

Ganz wichtig: Wenn Sie zu Hause lackieren, sollten Sie Ihre Räume beim Lackieren gut durchlüften. Außerdem sollten Sie schnell arbeiten, da der Acrylharzlack sehr schnell trocknet.

Heizkörper streichen als energieeffiziente Alternative zur Heizkörperverkleidung

Obwohl es Heizkörper mittlerweile in verschiedenen Designvarianten gibt, überzeugt die Optik der Radiatoren nicht jeden Hausbesitzer. Häufig werden dann Heizkörper mit Holzvorbauten verkleidet oder hinter Gittern versteckt. Allerdings macht diese optische Aufwertung durch Heizkörperverkleidung von Räumen energetisch keinen Sinn. Denn durch die Verkleidung kann die vom Radiator ausgestrahlte Wärme nicht frei in den Raum aufsteigen. Ein großer Teil der Heizenergie geht so ungenutzt verloren. Wenn Sie Ihre Heizkörper optisch aufwerten wollen, sollten Sie diese deshalb eher lackieren oder streichen.

Mit geringem finanziellen und materiellen Aufwand lassen sich Heizkörper streichen. Allerdings können die falsche Lackwahl, unsauberes Arbeiten oder übersehene Roststellen später zu Komplikationen führen. Deshalb ist es immer empfehlenswert, sich im Vorfeld von einem Fachbetrieb beraten zu lassen. So kann es z.B. langfristig günstiger sein, sehr alte Heizkörper aus Gusseisen gegen neue Heizkörper auszutauschen. Darüber hinaus können Sie die Arbeitszeit der Profis als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen. Auch wenn es etwas mehr kostet, wenn Sie einen Fachbetrieb beauftragen, erhalten Sie im Gegenzug perfekt lackierte Heizkörper mit Garantie auf die Arbeiten.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.