Zuletzt aktualisiert am: 17.03.2021

Heizölbestellung stornieren: Ist das möglich?

Wer mit Öl heizt, kann Preise vergleichen und seinen Händler selbst auswählen. So lässt sich Geld sparen. Doch was tun, wenn das Heizöl woanders günstiger gewesen wäre? Wir zeigen Ihnen, ob und unter welchen Voraussetzungen sich eine Heizölbestellung stornieren lässt.

Um bei einer Ölheizung zu sparen, lohnt es sich für Hausbesitzer, vor der Ölbestellung Preise zu vergleichen. Der erste Schritt beim Heizölkauf führt also zu einem Vergleichsportal für Heizölpreise. Haben Sie einen Anbieter gefunden, dessen Angebot Ihnen zusagt, bestellen Sie die gewünschte Menge Heizöl telefonisch, per Mail oder über die Website des Anbieters.

In der Regel sind Vorbestellungen für eine spätere Lieferung deutlich günstiger als sehr kurzfristige Lieferungen. Sparen können Verbraucher außerdem, wenn sie ihren Öltank außerhalb der Heizperiode auffüllen. Zum einen sind die Preise saisonbedingt niedriger, zum anderen ist der Tank dann meist ziemlich leer, sodass die Lieferung aufgrund der größeren Menge günstiger wird.

Im Preis für das Heizöl sind immer auch die Liefergebühr sowie die Arbeitszeit für das Befüllen des Heizöltanks enthalten. Bezahlt wird das Heizöl entweder direkt bei Lieferung, per Vorkasse oder je nach Anbieter auch in Abschlägen. Bei Abschlägen müssen Sie mit einem Aufpreis rechnen.

Tipp: Beim Bestellen von Heizöl sollten Sie also möglichst außerhalb der Saison bestellen und im Vorfeld die Heizölpreise der unterschiedlichen Anbieter vergleichen.

Durch die Digitalisierung im Heizölhandel wird Heizöl seit vielen Jahren auch über den Fernabsatz verkauft. Das bedeutet, dass der Kunde telefonisch oder über das Internet eine Ware bestellt. Für Fernabsatzgeschäfte gilt in Deutschland grundsätzlich ein Widerrufsrecht.

Lange Zeit gab es jedoch immer wieder gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen Händlern und Kunden, die ihre Heizölbestellung stornieren wollten, die Stornierung von den Händlern aber nicht akzeptiert wurde.

Ein Fall ging bis vor den Bundesgerichtshof. Dieser entschied schließlich am 17. Juni 2015 (BGH Az. VIII ZR 249/14), dass der Kauf von Heizöl über Telefon, Mail oder Internet zum Fernabsatz zählt und somit dieselben Regeln gelten wie für andere Fernabsatzgeschäfte. Demnach hat der Kunde ein Recht darauf, seine Heizölbestellung innerhalb der Widerrufsfrist zu stornieren. Die Frist gilt mit Vertragsabschluss.

Theoretisch gilt der Vertrag erst, wenn das Öl geliefert wird. Doch sobald das Öl in den Tank fließt, findet rechtlich gesehen eine „Vermischung mit anderen Gütern“ statt. Wurden Güter untrennbar mit anderen vermischt, erlischt das Widerrufsrecht. Der Widerruf ist somit nicht mehr möglich, wenn das Heizöl eingefüllt wird.

Wichtig ist: Der BGH hat in seiner Entscheidung darauf verwiesen, dass das Heizöl trotz Preisschwankungen auf dem Markt nicht von Paragraf 312 g Abs. 2 BGB betroffen ist. Dort wird nämlich aufgeführt, dass „Verträge zur Lieferung von Waren oder zur Erbringung von Dienstleistungen“ vom Widerruf ausgeschlossen sind, wenn der Preis abhängig von „Schwankungen auf dem Finanzmarkt“ ist.

Also können Verbraucher ihre Heizölbestellung grundsätzlich stornieren, müssen dabei aber einige wichtige Aspekte beachten.

Für ein Storno der Heizöllieferung gelten folgende Voraussetzungen:

  • Die Stornierung muss innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Bestellung erfolgen (14-Tage-Frist).
  • Das Heizöl muss per Fernabsatz bestellt worden sein, also per Telefon, Fax oder über das Internet.
  • Das Heizöl darf noch nicht in den Tank eingefüllt worden sein. Sie sollten also stornieren, bevor der Lieferant mit dem Tanklaster unterwegs ist.
  • Im Rahmen der gesetzlichen Widerrufsfrist müssen Sie keinen Grund für die Stornierung angeben. Es ist empfehlenswert, sich das Storno vom Händler bestätigen zu lassen.

Kann ich eine alte Heizölbestellung aus 2020 stornieren?

Eine Heizölbestellung ist nur innerhalb einer 14-tägigen Frist möglich. Somit können Sie Ihr 2020 bestelltes Heizöl 2021 nicht mehr stornieren. Sie können noch versuchen, den Händler um Kulanz zu bitten, z.B. dann, wenn Sie in finanziellen Schwierigkeiten sind und die Heizölrechnung voraussichtlich nicht in einem Betrag bezahlen können.

Da Heizöl aufgrund unterschiedlicher Markteinflüsse manchmal starken Marktschwankungen unterliegt, können Hausbesitzer gerade bei größeren Heizölbestellungen Geld sparen, wenn sie sich für einen anderen Anbieter entscheiden.

Ein Beispiel: Die Spanne zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Preis für 3.000 Liter Heizöl lag 2020 bei fast 400 Euro. Ende Mai 2020 kosteten 3.000 Liter Heizöl rund 2.100 Euro, Anfang Juni nur noch 1.950 Euro. Wer also Ende Mai 2020 bestellt hat, hätte durch eine schnelle Stornierung innerhalb von 14 Tagen theoretisch 150 Euro sparen können.

Wird ein Haus mit Öl beheizt, sollten Verbraucher immer ein Auge auf die aktuellen Heizölpreise haben. Durch Vergleichen und ein sinnvolles Einkaufsmanagement lassen sich Kosten sparen. Wenn Verbraucher entdecken, dass der Heizölpreis nach der Bestellung enorm gesunken ist, können sie theoretisch nochmals sparen.

Allerdings sollten sie bei jedem schnellen Wechsel immer auch berücksichtigen, dass der Ölhändler direkt bei der Bestellung selbst das Öl zum Tagespreis beim Großhändler ordert. Wenn Sie nun Ihre Bestellung stornieren, hat der Händler zusätzliche Kosten. Finden häufige Stornierungen statt, werden die Kosten langfristig auf die Ölpreise umgelegt, was wiederum höhere Preise zur Folge hätte.

Eine langfristige Alternative zum regelmäßigen Bestellstress beim Heizöl wäre eine Umstellung auf eine Gas-Hybridheizung. Zum einen würden Sie sich durch die Kombination mit einer Wärmepumpe oder Solarthermieanlage unabhängiger von fossilen Brennstoffen machen. Zum anderen können Sie beim Umstieg von Öl auf Gas-Hybrid durch staatliche Förderung sowie deutlich niedrigere Heizkosten viel Geld sparen.

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Noch bis Ende 2025 ist der Kauf einer neuen Ölheizung uneingeschränkt möglich. Ab 2026 greift das Verbot zum Kauf einer Ölheizung. Der Betrieb ist weiterhin möglich. Nur noch in definierten Ausnahmefällen ist der Verkauf erlaubt. Daher empfiehlt sich die Modernisierung der alten Ölheizung jetzt, wenn Sie keinen Umstieg auf ein anderes System vorhaben.

Auch mit neuer Ölheizung sparen Sie Kosten, da sich der Verbrauch mit Brennwerttechnik um bis zu 30 Prozent reduziert. Beim Kauf einer neuen Ölheizung sind wir der richtige Partner an Ihrer Seite. Wir beraten Sie fachmännisch und planen den kompletten Heizungstausch. Unsere Heizungstechniker installieren die neue Anlage. Unsere festangestellten Techniker sind in ganz Deutschland tätig.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.