aus 1 Bewertung | zuletzt aktualisiert am: 10/25/2018

Heizkostenverteiler – Funktionsweise, Nutzen und Einsatzmöglichkeiten

Die Energiepreise sind im letzten Jahrzehnt deutlich gestiegen. Umso wichtiger ist für Mieter deshalb eine verbrauchsgerechte Heizkostenabrechnung. Eine Messmethode für die verbrauchte Wärmemenge liefert der Heizkostenverteiler. So funktioniert das Gerät.

Heizkostenverteiler sind ebenso wie Wärmemengenzähler nur Hilfsmittel, um die Heizkosten in vermieteten Gebäuden so gerecht wie möglich aufzuteilen. Die Heizkostenverteiler zeigen nicht, wie der Name es vermuten lässt, die Heizkosten direkt an.

Vielmehr zeigen sie beim Ablesen, welche Wärmemenge der jeweilige Heizkörper erzeugt hat. Anhand dieser Daten können schließlich die Heizkosten pro Mieteinheit anhand eines Schlüssels ermittelt werden.

Wichtig: Vermieter sind grundsätzlich dazu berechtigt, lediglich 50 Prozent der Heizkosten mit Hilfe eines Heizkostenverteilers oder Wärmemengenzählers zu ermitteln. Dennoch können auch Sie als Mieter selbst einen Heizkostenverteiler installieren, um Ihren eigenen Wärmeverbrauch zu dokumentieren.

Unabhängig davon, ob ein elektronischer Heizkostenverteiler oder ein Verdunsterröhrchen eingesetzt wird, funktionieren die Geräte prinzipiell ähnlich.

Die Verteiler werden auf den Heizkörper montiert. Auf der Rückseite befindet sich ein Metallbauteil, welches Wärme sehr gut leitet. Heizt sich der Radiator auf, wird auch diese Metallplatte erwärmt. Die erzeugte Wärme wird mit einem sogenannten Verdunsterröhrchen bei mechanischen und mittels Sensoren bei elektronischen Geräten ermittelt.

Die auf diese Weise ermittelte Wärme wird auf die gesetzlich vorgeschriebene Heizperiode von einem Jahr aufgerechnet. Auf diese Weise ergibt sich der sogenannte „Erfassungswert“, auf dessen Basis schließlich die Heizkostenabrechnung erfolgt.

Wie viel Wärme der Wärmeleiter abgibt, hängt dabei sowohl von der Größe und der Bauart des Heizkörpers ab, als auch von der Art, wie die Wärme vom Heizkörper auf den Verteiler übertragen wird. Somit zeigen unterschiedliche Heizkörper in der Regel auch bei gleicher Nutzungsintensität unterschiedliche Werte an, auch wenn die Heizkostenverteiler mit einer sogenannten „Einheitsskala“ ausgestattet sind.

In der Praxis werden deshalb häufig Heizkostenverteiler mit einer sogenannten „Produktskala“ verwendet. Sie berücksichtigt bereits einen Umrechnungsfaktor, der die spezifische Bauart des Heizkörpers einbezieht. Elektronische Heizkostenverteiler können entsprechend programmiert und an den jeweiligen Heizkörper angepasst werden.

Manipulation der Messwerte so gut wie nicht möglich

Unabhängig davon, ob mechanische oder elektronische Heizkostenverteiler eingesetzt werden: Eine Manipulation der Messgeräte ist kaum möglich.

So werden die Verdunsterröhrchen nach jedem Ablesen erneut verplombt. Elektrisch betriebene Verteiler verfügen über eine entsprechende Vorrichtung. Sobald das Gerät eine ungewöhnliche Temperaturveränderung erkennt, misst es mit einem voreingestellten Durchschnittswert.

Darüber hinaus können elektronische Aufzeichnungen der Messwerte ausgelesen werden. Starke Abweichungen fallen hier sofort auf.

Da die Heizkostenverordnung verlangt, dass bei der Heizkostenabrechnung eine genaue Aufschlüsselung der Messwerte erfolgt, werden die Abweichungen aufgrund einer Manipulation der Messgeräte mit Sicherheit aufgedeckt.

Grundsätzlich kann zwischen zwei verschiedenen Heizkostenverteilern unterschieden werden, nämlich elektronischen und mechanischen Modellen.

  • Verdunstungsröhrchen:

Mechanische Heizkostenverteiler gibt es schon sehr lange. Sie bestehen aus einem sogenannten „Verdunstungsröhrchen“, das mittels wärmeleitender Metallplatte an einem Heizkörper befestigt wird. Abhängig von der Temperatur des Heizkörpers verdunstet die Flüssigkeit darin stärker oder schwächer.

Anhand einer Skala kann nach Ablauf der Heizperiode abgelesen werden, wie viel Wärme der jeweilige Heizkörper erzeugt hat. Zum Einsatz in diesen Messgeräten kommen spezielle Flüssigkeiten, die nur sehr langsam verdunsten.

Von Nachteil bei diesen Heizkostenverteilern ist, dass die Flüssigkeit auch bei Raumtemperatur verdunstet. So kann die Skala bereits einen Wärmeverbrauch anzeigen, obwohl die Heizkörper überwiegend kalt geblieben sind.

Um einen solchen Messfehler zu vermeiden, werden die Messröhrchen meist über die Skala hinaus mit Messflüssigkeit aufgefüllt. Dennoch können mit Verdunstungsröhrchen Messfehler auftauchen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn häufige Sonneneinstrahlung die Heizkörper erwärmt.

Nach dem Ablesen der Heizkostenverteiler bleibt das alte Röhrchen in der Regel als Kontrollröhrchen im Verteiler. Jedes Jahr hat die Flüssigkeit der Messröhrchen eine andere Farbe.

Wichtig: Die Verdunstungsröhrchen sagen noch nichts über die tatsächlichen angefallenen Heizkosten aus. Denn nur mit dem entsprechenden Verteilerschlüssel und anhand des Gesamtverbrauchs bestimmen sich in Zusammenspiel mit den Messwerten der Heizkostenverteiler die Kosten pro Mieteinheit.

Wann können Heizkostenverteiler nicht eingesetzt werden?

Wenn Sie eine Niedertemperaturheizung in Betrieb haben, deren Heizwasser eine durchschnittliche Temperatur von 60° C unterschreitet, sind Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip nicht zulässig. Sie messen bei niedrigen Temperaturen zu ungenau.

Sollte ein Gebäude zum Beispiel energetisch saniert werden und es wird in diesem Zusammenhang ein neuer Niedertemperatur-Brennwertkessel eingebaut, müssen die Heizkostenverteiler entsprechend angepasst werden.

  • Kapillarheizkostenverteiler:

Diese Heizkostenverteiler arbeiten auch nach dem Verdunstungsprinzip. Allerdings sind die „Röhrchen“ viel filigraner und länger. Auf diese Weise soll die Messung der Wärmemenge deutlich präziser werden.

  • Elektronischer Heizkostenverteiler:

Elektrisch betriebene Heizkostenverteiler verfügen über Temperatursensoren. Sie messen sowohl die Temperatur des Heizkörpers als auch die Temperatur der Raumluft. Anhand der Temperaturdifferenz wird schließlich der Messwert ermittelt. Die Zählschritte werden auf einem Display oder elektromechanischen Display angezeigt. Manche Geräte verzichten auch auf den zusätzlichen Raumtemperatursensor und verwenden für die Raumtemperatur eine fixe Größe.Für den Betrieb der elektronischen Heizkostenverteiler ist Strom erforderlich. Deshalb sind die Zähler mit einer Batterie ausgestattet. Sie verfügt in der Regel über eine lange Laufleistung von mehreren Jahren. Ist sie leer, wird häufig der gesamte Heizkostenverteiler ausgetauscht. Elektronische Heizkostenverteiler haben gegenüber den Verdunsterröhrchen den Vorteil, dass Messfehler in geringerem Maße auftauchen. Darüber hinaus sind Komfortfunktionen wie das Ablesen per Funk oder die Speicherung von Zwischenwerten möglich.

Rechtliche Grundlage für die Heizkostenermittlung

Wie der Wärmeverbrauch gemessen wird, ist in der Heizkostenverordnung geregelt. Für die Erfassung der Werte sind demnach Heizkostenverteiler oder Wärmemengenmesser geeignet.

Für Heizkostenverteiler und andere Messinstrumente ist vorgeschrieben, dass sie von einer Bundesanstalt als geeignet erklärt wurden. Die Heizkostenverteiler müssen mindestens einmal pro Jahr abgelesen und entsprechend resettet oder erneuert werden.

Heizkostenverteiler ablesen – welche Bedeutung haben die Werte?

Die Messwerte der Heizkostenverteiler werden bei digitalen Geräten per Funk übermittelt oder per Zahlen in entsprechende Tabellen eingetragen. Bei Verdunstungsröhrchen werden die Werte manuell abgelesen und ebenfalls in eine Tabelle eingetragen.

Beide Werte sagen noch nichts über die tatsächlichen Heizungskosten aus. Sie geben lediglich wieder, in welchem Umfang die Heizkörper Wärme erzeugt haben. Erst mit der Verknüpfung des individuellen Verteilungsschlüssels ergeben sich die Heizungskosten. Vermieter müssen hier lediglich 50 Prozent der Gesamtkosten mit Hilfe von Heizkostenverteiler oder Wärmemengenzähler ermitteln.

Warum gibt es bei manchen Heizkostenverteilern zwei Skalen?

Es gibt Heizkostenverteiler, die mit zwei Skalen ausgestattet sind. Während die Einheitsskala den Verbrauchswert anzeigt, erfüllt die zweite Skala eine Kontrollfunktion. Auf diese Weise soll die Zahl an Ablesefehlern verringert werden.

Heizkostenverteiler und Wärmemengenzähler sind zulässige Systeme, um die Heizkosten für Mietparteien möglichst gerecht zu ermitteln.

Während der Wärmezähler nur einmalig in die Heizungsrohre eingebaut wird und den Gesamtvolumenstrom misst, erfolgt die Messung mit Heizkostenverteilern pro Heizkörper. Grundsätzlich haben Heizkostenverteiler den Vorteil, dass sie deutlich günstiger in der Anschaffung sind.

Nachteilig ist insbesondere bei mechanischen Verdunstungssystemen die Anfälligkeit für Messfehler sowie Fehler beim Übertragen von Messwerten. Werden stattdessen elektronische Heizkostenverteiler eingesetzt, die zusätzlich per Funk abgelesen werden können, ist die Messung deutlich präziser und komfortabler.

Im Vergleich mit Wärmemengenzählern haben diese Systeme den Vorteil, dass die Wärmeleistung pro Heizkörper und nicht pauschal für das gesamte Heizungssystem einer Einheit ermittelt werden kann.

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