Die Härte des Wassers: Worüber Besitzer einer Heizungsanlage Bescheid wissen müssen

Haben Sie sich schon einmal gefragt was der Begriff der Wasserhärte beschreibt und welche Relevanz dieser Begriff für Sie hat? Um es einfach auszudrücken: Die Härte des Wassers wird durch den Anteil an Mineralien (haupts.: Calcium, Magnesium; ggf.: Strontium und Barium), welche darin enthalten sind, bestimmt. Dabei gilt: Je höher der Anteil an Mineralien, desto höher ist die Wasserhärte. In der Praxis wird der Härtegrad des Wassers nach wie vor in „deutschen Härtegraden“ (°dH) angegeben. Bei einem Wert von über 14°dH Gesamthärte wird Wasser als hart bezeichnet, zwischen 8,4 und 14 °dH wird von mittelhartem Wasser gesprochen und Werte unter 8,4 dH bezeichnen weiches Wasser.

Wasserhaerte

Die Auswirkungen der Wasserhärte auf die Trinkwasserqualität

Da ein mit Mineralien angereichertes Wasser den menschlichen Körper stärkt, wird die Trinkwasserqualität durch einen höheren Härtegrad positiv beeinflusst. – Für den Trinkgenuss ist eine Wasserenthärtung also nicht notwendig, auch wenn dies gegenwärtig von Vertretern für Geräte zur Wasserbehandlung oft anders suggeriert wird. (Stiftung Warentest: Leitungswasser ist besser als Mineralwasser)

Die Auswirkungen der Wasserhärte auf Haushaltsgeräte und die Heizungsanlage

Auf die Heizungsanlage (oder die Waschmaschine bzw. den Geschirrspüler) kann hartes Wasser jedoch sehr wohl einen negativen Einfluss haben. Die Verwendung von hartem Wasser kann nämlich zu Steinbildung führen, wodurch die Heizungsanlage weniger effizient arbeitet, ihre Funktionsfähigkeit beeinträchtig wird und die Anlage schneller kaputt geht. Um dem entgegenzuwirken, wird das Wasser zur Befüllung der Heizungsanlage durch den Installateur enthärtet. Bei diesem Enthärtungsvorgang werden dem Wasser die Erdalkalien – Magnesium- und Calziumionen – dauerhaft entzogen.

Thermondo empfiehlt: Das Befüllen der Heizungsanlage mit Wasser vom Fachmann durchführen zu lassen

Sinkt der Gesamtdruck der Heizungsanlage unter ein bestimmtes Niveau – was nicht unüblich ist –sollte Luft, welche sich in den Rohrleitungen befindet, abgeleitet und Wasser nachgefüllt werden – und zwar soviel, dass das am Manometer vorgegebene Druckniveau (meist im Bereich von 1.5 bar) wieder erreicht wird. Auch wenn der technisch-versierte Anlagenbesitzer diese Arbeit auch selbst durchführen kann, empfehlen wir, das Befüllen der Heizungsanlage vom Fachmann entsprechend der zuvor erwähnten Parameter zur Wasserenthärtung durchführen zu lassen.

Verlust des Garantie- und Versicherungsanspruchs bei Verwendung von unbehandeltem Füllwasser

Wird die Heizanlage bei der Inbetriebnahme, bzw. zu späteren Zeitpunkt, mit unbehandeltem Wasser befüllt, führt dies im Schadensfall vielfach zum Verlust der Garantie von Seiten der Heizungshersteller. Auch verweigern viele Versicherungen die Versicherungsleistung, wenn vom Betreiber nicht nachgewiesen werden kann, dass die Heizungsanlage fachgerecht befüllt wurde, das Heizungswasser den vorgegebenen Standards entspricht und regelmäßige Wartungen und Kontrollen durchgeführt wurden.

Gesetzliche Grundlage dazu liefert die VDI 2035 (Blatt 1 und Blatt 2). Laut VDI 2035 muss der Betreiber einer Heizung selber dafür sorgen, und dies auch nachweisen können, dass die Heizungsanlage tatsächlich mit enthärtetem und vorbehandeltem Wasser befüllt wurde und Inspektion und Wartung der Anlage in einem regelmäßigen Intervall durchgeführt werden. Der Installateur steht dem „Laien“ natürlich mit fachmännischer und professioneller Hilfe zur Seite, Verantwortung für das System trägt laut VDI 2035 aber der Betreiber selbst.

In einem weiteren Blogbeitrag werden wir dieses Thema weiter aufgreifen und uns dem Bereich Korrosion und Korrosionsschäden widmen.

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7 Kommentare zu “Die Härte des Wassers: Worüber Besitzer einer Heizungsanlage Bescheid wissen müssen”

  1. Michael Schaaf sagt:

    Guten Tag, ich habe eine Frage bezüglich der Gewährleistung bei Schäden aufgrund Befüllung mit nicht entsalztem Wasser. Meine Anlage (Buderus GB172+Logastyle+1000l Puffer) wurde 2012 in Betrieb genommen und durch die Fachfirma mit nicht entsalztem Leitungswasser befüllt. Wasserhärte: 22°dH. Nach permanenten Problemen (Anlage bringt keine Temperatur auf die Heizkörper usw……) lautet die Diagnose nun, daß der Wärmetauscher zu ist und ersetzt werden muß. Die Fachfirma war nun vor Ort und hat den Wärmetauscher ersetzt, die Anlage entleert und über ein Osmosegerät mit salzarmem Wasser befüllt. Die Rechnung über 600 € liegt mir vor. Muß ich zahlen, oder hat die Fachfirma die Pflicht, für den Schaden aufzukommen, da sie ja selber die Anlage mit Leitungswasser befüllt hat. ? Danke für ihren Rat.

    1. Lena Ostrovskih sagt:

      Sehr geehrter Herr Schaaf,

      vielen Dank für Ihre Frage!

      Wenn Sie nachweisen können, dass die Anlage nicht fachmännisch befüllt wurde, kann die Firma in Haftung nehmen.

      Die Firma Buderus lässt übrigens maximal 21°dH bei Ihrem Gerät zu.

      Beste Grüße
      Lena Ostrovskih

  2. schneider josef sagt:

    guten abend ich habe vor ca:3 jahre meine heizung über meine enthärtungsanlage mit 0 grätigen wasser gefüllt weil es mir empfohlen wurde,nun habe ich ein mischventil ausgebaut und meine das es von innen etwas rau angesetzt hat.meine frage ob ich das wasser doch nicht rein füllen sollte. vielleicht können sie mir dazu was sagen.bitte um rückantwort.
    m.f.g.joschi

    1. Lena Ostrovskih sagt:

      Sehr geehrter Herr Schneider,

      vielen Dank für Ihre Frage.
      Wenn die Heizung mit enthärtetem Wasser geführt wird, schaden die Neutralsalze den Rohren. Das ist bei Ihnen wahrscheinlich passiert.
      Wir empfehlen Ihnen, das Wasser abzulassen und mit neuem vollentsalztem Wasser zu befüllen.

      Beste Grüße
      Lena Ostrovskih

  3. A. Kirsch sagt:

    Haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort! Wir werden Ihren Rat beherzigen und uns auch die von Ihnen empfohlenen Produkte einmal ansehen.

    Wir wünschen Ihnen ein frohes Fest und einen guten Start ins neue Jahr!

    Mit freundlichen Grüßen A. Kirsch

  4. Tina Adler sagt:

    Hallo,
    vielen Dank für Ihre Frage. Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich eine Beratung von einem Fachunternehmen. Hierbei wird Ihr genauer Bedarf analysiert und die richtige Anlage für Sie ermittelt. Denn es gibt viele Werte zu beachten: Druck, Druckverlust, Nennkapazität, Salzvorrat, uvm. Falls Sie vorhaben, die Anlage selber auszulegen, können wir Ihnen die Produkte von Grünbeck und BWT empfehlen. Die Qualität der Anlagen ist gut und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist gewährleistet, da beide Firmen eine hohe Verbreitung und gute Händlerstruktur vorweisen können. Zudem sind die Geräte der beiden Firmen auch über das Internet zu beziehen.

    Freundliche Grüße,
    Thermondo

  5. A. Kirsch sagt:

    Guten Tag,
    weil ich mich gerade mit dem Thema beschäftige bin ich übers Googlen auch auf Ihren Beitrag gestoßen und finde ihn sehr informativ. Wir suchen derzeit nach einer Lösung für dauerhafte Wasserenthärtung in unserem Mehrfamilienhaus und vergleichen Produkte und Anbieter.

    Wir hätten daher eine Frage, die Sie uns vielleicht beantworten können: Unter http://www.envirofalk.com/de_DE/wasserenthaertungsanlage.php ist die Beschreibung einer offenbar sehr professionellen Anlage zu finden, und die hier gegebenen Informationen stimmen mit IHren überein. Allerdings scheint sich die die Firma Enviro nur an größere Firmen der Industrie zu wenden und entsprechend zu “große” Wasserenthärtungsanlagen für unser Haus anzubieten – kennen Sie (als Google-unabhängiger Experte auf dem Gebiet) vertrauenswürdige Anbieter “für Heim und Hof”-Anlagen, bei denen man eine ähnliche Qualität finden kann?

    Mit freundlichen Grüßen A. Kirsch

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