Zuletzt aktualisiert am: 06.04.2021

Brennwertgerät – die sinnvolle Heizlösung? Alles über Funktion und Sparpotentiale

Brennwertgeräte haben beim Heizen mit Öl und Gas einen großen Vorteil, denn sie senken den Brennstoffverbrauch deutlich. Bei steigenden Brennstoffpreisen und der Besteuerung von CO2 sparen Verbraucher mit Brennwert doppelt.

Bei dem Brennwert handelt es sich um die Wärmeenergie, die bei der Verbrennung und der daran anschließenden Kondensation der Abgase pro Kilogramm Brennstoff entsteht. Der Brennwert ist somit die Energie, die in einem gasförmigen oder einem Festbrennstoff wie Holz oder Öl enthalten ist. Der Brennwert wird in kWh/kg bzw. kWh/m3 bei gasförmigen Brennstoffen angegeben.

Der Brennwert unterscheidet sich vom Heizwert dadurch, dass er auch die Energie berücksichtigt, die durch Kondensation abgegeben wird. Der Heizwert bezeichnet allein die Wärmemenge, die bei der Verbrennung eines Feststoffs oder gasförmigen Brennstoffs erzeugt wird. Wenn also der Brennwert berücksichtigt wird, handelt es sich um einen Wert, der die gesamte Wärmeenergie einschließt, die beim Verbrennungsvorgang erzeugt wird. Der Brennwert ist demnach immer höher als der Heizwert.

Mit Brennwertgerät Heizkosten senken

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Ausgehend von der Definition des Brennwerts, ist ein Brennwertgerät ein Heizgerät, das die gesamte, bei einer Verbrennung von festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen freigesetzte Energie zum Heizen nutzt. Ein Brennwertgerät verschenkt auf diese Weise weniger Wärmeenergie beim Verbrennungsvorgang und ist somit effektiver.

Wie funktioniert ein Brennwertgerät?

Brennwertheizungen sind eine Weiterentwicklung der Niedertemperaturkessel. Mit Niedertemperaturkessel konnten Hausbesitzer bereits Energie einsparen, denn diese Heizungsanlagen passen die Vorlauftemperatur der Heizung individuell an den Wärmebedarf des Gebäudes an. Damit haben Niedertemperaturkessel bereits einen Vorteil gegenüber Konstanttemperaturkessel, die durch Verbrennung eine konstant hohe Vorlauftemperatur erzeugen, unabhängig von der benötigten Wärmeenergie.

Ein Brennwertgerät setzt bei der Niedertemperaturtechnik an, denn diese Heizungen können ebenfalls individuell auf den Wärmebedarf eines Gebäudes reagieren und die Verbrennung entsprechend hoch- oder herunterregulieren.

Während ein Niedertemperaturkessel jedoch nur die durch Verbrennung entstandene Wärme über einen Wärmetauscher an Heizungs- oder Brauchwasser abgibt, verfügt ein Brennwertgerät über einen zusätzlichen Wärmetauscher. Über diesen wird das noch warme Abgas aus dem Kessel geführt. Das darin enthaltene Wasser kondensiert auf dem Wärmetauscher und setzt so nochmals Wärmeenergie frei. Der zweite Wärmetauscher erwärmt so das Heizungswasser, welches vorgewärmt zum ersten Wärmetauscher fließt.

Das durch die Kondensation der Abgase entstehende Kondensat wird bei Heizungsanlagen bis 200 KW über den Hausanschluss in die Kanalisation geleitet. Da das Kondensat sehr sauer ist, muss es bei größeren Brennwertgeräten zunächst aufbereitet werden, bevor es ins Abwasser geführt wird.

Durch das mit dem zweiten Wärmetauscher vorgewärmte Heizwasser verbrauchen Brennwertgeräte im Vergleich zu Heizwertgeräten bis zu 30 Prozent weniger Brennstoff. Durch die geringere Menge an verbranntem Gas oder Öl wird zudem weniger CO2 freigesetzt.

Da die Abgastemperatur nach der Wärmeabgabe über den zweiten Wärmetauscher unter 60°C liegt, können Brennwertgeräte mit einem Kunststoffschornstein betrieben werden. Somit eignen sich Brennwertheizungen hervorragend für die Heizungssanierung, denn bestehende Schornsteine lassen sich ohne großen Aufwand mit einem Kunststoffsystem sanieren.

Wie entstehen Wirkungsgrade von über 100 Prozent?

Manche Hausbesitzer wundern sich, warum bei Brennwertgeräten häufig Wirkungsgrade von über 100 Prozent angegeben werden. Das liegt daran, dass sich der Wirkungsgrad auf den Heizwert bezieht. Ein Wirkungsgrad von 100 Prozent wir dann erreicht, wenn der Heizwert eines Energieträgers vollständig in Energie umgewandelt wird. Dabei wird die Energie berücksichtigt, die beim Verbrennungsvorgang entsteht. Addiert man jedoch die bei Brennwertgeräten erzeugte Energie durch die Kondensation der Abgase hinzu, entstehen schließlich Wirkungsgrade von über 100 Prozent.

Wer immer noch mit einem Heizwertgerät heizt, sollte auf Brennwert umsteigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie mit Öl oder Gas heizen. In beiden Fällen werden Sie Ihre Heizkosten deutlich reduzieren können, sodass sich die Investition schon nach wenigen Jahren amortisiert hat.

Gasheizung mit Brennwerttechnik und Öl-Brennwertgeräte funktionieren beide nach demselben Prinzip. Beim Heizen mit Öl spielt Brennwerttechnik noch einen weiteren Vorteil aus, denn Sie müssen Ihren Öltank seltener füllen. Kombinieren Sie Ihre Ölbrennwertheizung außerdem mit Solarthermie, wird Ihre Ölfüllung noch länger halten. Dadurch Sie sind unabhängiger von Lieferanten und können warten, bis die Ölpreise für Sie am günstigsten sind.

Im Gegensatz zu einem Ölbrennwertgerät hat das Gasbrennwertgerät den Vorteil, dass es keinen Platz für einen Brennstofftank benötigt. Somit lässt sich diese Heizung sehr platzsparend einsetzen, z.B. auch als Etagenheizung in Wohnungen. Im Gegensatz zur Ölheizung benötigen Sie jedoch einen Gasanschluss, um das Gasbrennwertgerät wirtschaftlich zu betreiben.

Grundsätzlich bietet es sich an, mit dem vorhandenen Energieträger von Heizwert- auf Brennwerttechnik umzusteigen und nicht zu wechseln.

Brennwerttechnik ist sehr ausgereift und zeichnet sich durch hohe Zuverlässigkeit und eine lange Lebensdauer aus. Aus ökologischer Sicht sind Brennwertgerät eine sinnvolle Ergänzung zu Erneuerbaren Energien.

Mit einer Gasbrennwertheizung ist z.B. die Wärmeerzeugung unabhängig von Sonneneinstrahlung oder Witterung gewährleistet. Sie kann eine Solarthermie-Anlage perfekt ergänzen und die nötige Energie z.B. in der Winterzeit liefern, wenn die Intensität der Sonnenstrahlen geringer ist. Brennwertgeräte helfen dabei, fossile Brennstoffe zu sparen.

Durch die geringeren Emissionen sparen Sie außerdem CO2. Das Sparpotenzial zahlt sich für Hausbesitzer doppelt aus, denn zum einen sparen Sie Heizkosten und zum anderen verringert sich ihr ökologischer Fußabdruck durch das eingesparte CO2. In Kombination mit Solarthermie reduzieren sich Brennstoffverbrauch und CO2-Emissionen auf ein Minimum.

Mit Brennwertgerät Kosten senken und CO2-Fußabdruck verkleinern

Zum Angebot mit Förderberatung

Laut einer Statistik waren 2020 immer noch knapp 70 Millionen Heizwertgeräte im Einsatz. Es gibt somit noch sehr viele Hausbesitzer, die von einem Umstieg auf moderne Brennwerttechnik profitieren können. Da die Förderung von Gasbrennwerttechnik ohnehin nur in Kombination mit Erneuerbaren Energien möglich ist, sparen Hausbesitzer nochmals.

Was den Umstieg erleichtert, ist die staatliche Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). So können Sie über die BEG EM und das BAFA bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten bei der Anschaffung einer Gas-Hybridheizung mit Solarthermie als Zuschuss zurückerhalten. Auch wenn die Ölheizung allein nicht mehr gefördert wird, lohnt sich ein Umstieg auf moderne Ölbrennwerttechnik in Kombination mit Solarthermie. Denn hier sind bis zu 30 Prozent Förderung für die Solartechnik über das BAFA möglich.

Brennwertgeräte werden gerne als „Brückentechnologie“ zum Umstieg auf Erneuerbare Energien bezeichnet. Tatsächlich sind sie eine ideale Ergänzung für Solarthermie oder eine Wärmepumpe, da Brennwerttechnik zum einen sehr hohe Wirkungsgrade bietet und zum anderen zuverlässig für Wärme sorgt. Moderne Brennwertgeräte lassen sich perfekt mit Erneuerbaren Energien kombinieren und in moderne Energiesparhäuser integrieren.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.