Wie funktioniert der Strommarkt?
Die wichtigste Funktion des Strommarktes in Deutschland ist, dass zu jedem Zeitpunkt ausreichend Strom zur Verfügung steht, um den Bedarf zu decken. Der wichtigste Ort ist die Strombörse, wo der Strom gehandelt wird. In Deutschland ist meist die sogenannte „European Power Exchange“ (EPEX SPOT) in Paris relevant.
An der Strombörse wird der Strom einen Tag im Voraus gehandelt. Das nennt man auch „Day Ahead Markt“. Dabei wird geschaut, wie viel Strom am nächsten Tag voraussichtlich verbraucht wird und wie der Strom zu welcher Tageszeit erzeugt wird.
Der Preis wird nach dem Merit-Order-Prinzip bestimmt. Das bedeutet: Die Produzenten werden nach dem Preis sortiert. Günstige Produzenten wie Windkraft oder Photovoltaik werden bevorzugt, um den Bedarf zu decken. Der letzte Erzeuger, der notwendig ist, bestimmt den Preis. In Deutschland sind das vor allem in den verbrauchsstarken Stunden teure Gaskraftwerke.
Das Merit-Order-Prinzip einfach erklärt
Das Merit-Order-Prinzip bestimmt an der Strombörse die Reihenfolge, in der die Stromerzeuger eingesetzt werden. Die Einsatzreihenfolge richtet sich ausschließlich nach den Grenzkosten der Stromerzeuger. Das sind die Kosten, die anfallen, um eine zusätzliche Einheit Strom in Megawattstunden zu produzieren.
Dabei unterscheidet man hauptsächlich zwischen erneuerbaren Energien und konventionellen Kraftwerken:
- Erneuerbare Energien: Da erneuerbare Energien wie Wind- und Solaranlagen keine Brennstoffe benötigen, liegen ihre Grenzkosten bei nahezu null. Daher stehen sie in der Merit-Order an erster Stelle.
- Konventionelle Kraftwerke: Die Grenzkosten von konventionellen Kraftwerken wie Kohle- und Gaskraftwerken sind deutlich höher, da sie durch Brennstoffpreise und die Kosten für CO₂-Zertifikate beeinflusst werden. Daher stehen Sie am Ende der Merit-Order.
Das letzte und teuerste Kraftwerk bestimmt den Strompreis. Der Börsenpreis wird dabei nicht durch einen Durchschnitt gebildet, sondern durch das teuerste Kraftwerk, das gerade noch benötigt wird, um die aktuelle Nachfrage zu decken. Sämtliche Erzeuger, die zu diesem Zeitpunkt Strom einspeisen, erhalten diesen einheitlichen Preis – unabhängig von ihren eigenen, niedrigeren Produktionskosten.
Gut zu wissen: Die zunehmende Einspeisung aus regenerativen Quellen hat einen direkten Einfluss auf das Preisniveau im Strommarkt Deutschland. Je mehr Strom aus Wind und Sonne verfügbar ist, desto weiter schieben diese kostengünstigen Erzeuger teure fossile Kraftwerke aus der Merit-Order heraus.
Für Endverbraucher mit dynamischen Stromtarifen ist dieser Effekt von hoher Relevanz. Nutzen Sie einen dynamischen Stromtarif wie thermondo dynamic, werden die Einsparungen der Börse in diesen Zeiten unmittelbar an Ihren Haushalt weitergegeben.
Wer sind die wichtigsten Akteure am deutschen Strommarkt?
| Akteur | Aufgaben |
|---|---|
| Stromerzeuger | Strom produzieren |
| Netzbetreiber | Betrieb, Wartung und Ausbau der Stromnetze |
| Messstellenbetreiber (MSB) | Einbau, Wartung und Betrieb der Stromzähler |
| Stromhändler | Kaufen Strom vom Erzeuger |
| Stromlieferanten | Liefern den Strom zum Endverbraucher |
| Endverrbaucher | Verbrauchen den Strom |
Was sind die Aufgaben der Akteure am deutschen Strommarkt?
- Stromerzeuger
Zu den Stromerzeugern gehören neben konventionellen und fossilen Kraftwerken wie Kohle- und Gaskraftwerken auch Anlagen, die mittels erneuerbarer Energien Strom produzieren – allen voran Photovoltaik und Windkraft. Dieser Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist.
- Netzbetreiber & Messstellenbetreiber
Netzbetreiber sind Unternehmen, die für Betrieb, Wartung und Ausbau der Stromnetze verantwortlich sind. Sie sind in der Regel auch als grundzuständige Messstellenbetreiber für Einbau, Wartung und Betrieb der Stromzähler verantwortlich.
Gut zu wissen: Im Gegensatz zum Netzbetreiber kann der Messstellenbetreiber vom Verbraucher frei gewählt werden. Das kann u. a. bei der Nutzung moderner Zähleinrichtungen vorteilhaft sein, da wettbewerbliche Messstellenbetreiber bspw. Smart Meter schneller einbauen können, während grundzuständige Messstellenbetreiber oft lange Wartezeiten haben.
- Stromhändler & Stromlieferanten
Stromhändler sind Unternehmen, die den Strom vom Erzeuger kaufen und an Stromlieferanten verkaufen. Die Stromlieferanten, auch Stromanbieter genannt, sind für die Belieferung der Endverbraucher zuständig. Stromlieferanten sind also die Anbieter, mit denen Sie Ihren Stromvertrag abschließen.
Gut zu wissen: Große Konzerne vereinen auch mehrere Rollen am Strommarkt in Deutschland. Sie produzieren den Strom, vertreiben ihn an der Börse und liefern ihn an die Endverbraucher. Kleinere Stromanbieter sind oft reine Lieferanten und kaufen den Strom vom Händler.
- Endverbraucher
Endverbraucher, auch Letztverbraucher genannt, sind Haushalte, Gewerbe oder Industrie, die Strom verbrauchen.
Wie setzt sich der Strompreis zusammen?
Der Strompreis in Cent pro Kilowattstunde, den Endverbraucher zahlen, setzt sich aus drei Teilen zusammen:
- 40,4 % Beschaffung, Vertrieb & Marge: Dieser Bereich macht den größten Teil am Strompreis aus. Er setzt sich aus den Kosten zusammen, die der Lieferant hat, bevor der Strom beim Endverbraucher ankommt. Nutzen Verbraucher einen dynamischen Stromtarif, sind die Kosten für die Strombeschaffung variabel.
- 27,6 % Netzentgelte: Der Netzbetreiber erhebt diese Gebühr für die Unterhaltung der Stromnetze. Sie variieren je nach Wohnort und Netzbetreiber, müssen sich jedoch an den tatsächlichen Kosten orientieren. Das wird von der Bundesnetzagentur reguliert.
- 32 % Steuern, Abgaben & Umlagen: Dieser Teil des Strompreises ist staatlich festgelegt und wird direkt an Verbraucher weitergegeben. Dazu gehören u. a. die KWKG- und Offshore-Netzumlage, Konzessionsabgaben und die Mehrwertsteuer.
Gut zu wissen: Die Strompreiszusammensetzung variiert, da sie von regionalen Netzkosten, staatlichen Gesetzen, individuellen Anbietertarifen sowie dem volatilen Börsenstrompreis beeinflusst wird.
Strommarkt in Deutschland: Wie sieht der Strommix aktuell aus?
Die Hauptproduzenten in Deutschland sind:
- Windkraft (30 %)
- Photovoltaik (16 %)
- Braun- und Steinkohle (22,1 %)
- Gaskraftwerke (16,1 %)
- Biogas (6,2 %)
Der restliche Anteil verteilt sich auf andere Produzenten wie bspw. Wasser- oder Ölkraftwerke.
2025 lag der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix bei 58,6 %. Der stärkste Stromerzeuger war die Windkraft. Dicht darauf, auf Platz 2, folgte Photovoltaik, die ihre Produktion um 17,4 % auf einen neuen Höchstwert seit Beginn der Erhebung steigern konnte. Der Grund dafür war ein sonnenreicher Sommer und der Ausbau von Photovoltaikanlagen.
Die Stromproduktion durch Kohlekraftwerke ist weitgehend gleich geblieben. Die Einspeisung aus Gaskraftwerken ist jedoch deutlich gestiegen.
Der Stromimport ist 2025 leicht zurückgegangen. Ausschlaggebend dafür waren die hohen Börsenstrompreise der Nachbarländer und die niedrigen Gaspreise, die zur vermehrten Eigenproduktion durch Gaskraftwerke geführt haben.
Gut zu wissen: Trotz der hohen Stromproduktion mit erneuerbaren Energien im Jahr 2025 wurde die angestrebte Netto-Stromerzeugung deutlich verfehlt. Ausschlaggebend waren u. a. Ausbauverfehlungen bei Windkraftanlagen und der erhöhte Eigenverbrauchsanteil bei privaten PV-Anlagen.
Statistisches Bundesamt, Stromerzeugung aus Photovoltaik und Erdgas erreicht im Jahr 2025 neue Höchstwerte (zuletzt abgerufen am 29.05.2026)
Wie entwickelt sich der deutsche Strommarkt im 1. Quartal 2026?
Im 1. Quartal 2026 ist der Stromverbrauch in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um knapp 2 % angestiegen. Die Nettostromerzeugung ist im Quartalsvergleich um 7 % gestiegen.
Der Anteil erneuerbarer Energien ist von 49,4 % (1. Quartal 2025) auf 52,8 % angestiegen. Das lag vor allem an der vermehrten Einspeisung durch Windkraftanlagen, da das Vorjahresquartal eher windarm war. Die Einspeisung durch Photovoltaik ist zwar leicht gesunken, erreichte dennoch den 2. höchsten Wert aller bisherigen Quartale.
Unter konventionellen Energieträgern stieg nur die Stromerzeugung mit Erdgas um 5,8 % an. Die Stromproduktion mit Kohle ist leicht gesunken.
Deutschland exportierte im 1. Quartal 2026 23,5 % mehr Strom als im Vorjahresquartal. Die Stromimporte hingegen gingen um 17,5 % zurück. Der Grund dafür liegt darin, dass die Großhandelspreise in Deutschland stärker gesunken sind, als in anderen Ländern. Daher lohnte es sich nicht, Strom zu importieren, während mehr Strom von deutschen Erzeugern gekauft wurde.
Bundesnetzagentur SMARD, Der Strommarkt im 1. Quartal 2026 (zuletzt abgerufen am 11.06.2026)
Wie funktionieren dynamische Stromtarife – und für wen lohnen sie sich?
Bei einem dynamischen Stromtarif geben Stromhändler bzw. Lieferanten die Börsenpreise direkt an Endkunden weiter. Können Sie Ihren Verbrauch bspw. mittels Home Energy Management System (HEMS) in die günstigen Stunden des Tages verschieben, sparen Sie mehrere hundert Euro im Jahr.
Die Energiewende lässt die Preise im Strommarkt je nach Verfügbarkeit von Wind und Sonne stündlich massiv schwanken. Dynamische Stromtarife geben diese Schwankungen der aktuellen Börsenpreise an die Endkunden weiter. Seit 2025 ist jeder große Energieversorger in Deutschland gesetzlich verpflichtet, einen solchen Tarif anzubieten.
Eine technische Voraussetzung für die Nutzung ist ein intelligentes Messsystem (iMSys), das sogenannte Smart Meter. Im Gegensatz zu einfachen digitalen Zählern erfasst es den Stromverbrauch viertelstündlich und übermittelt die Daten automatisch, was die genaue Abrechnung ermöglicht.
Das finanzielle Sparpotenzial wird durch eine bewusste Lastverschiebung im Haushalt realisiert. Zum Beispiel können Geräte wie Wasch- und Spülmaschinen flexibel in die günstigen Mittags- oder Nachtstunden verlegt werden.
Noch effizienter gelingt dies durch die Automatisierung mit einem intelligenten Energiemanager: Diese steuern bspw. den Betrieb von Wärmepumpen vollautomatisch so, dass Energie bevorzugt in den günstigsten Preisfenstern bezogen und für teurere Spitzenzeiten zwischengespeichert wird.
Ein dynamischer Stromtarif ist vor allem für Haushalte sinnvoll, die große Stromabnehmer wie Wärmepumpe, E-Auto oder Batteriespeicher durch ein Energiemanagementsystem steuern lassen. Dann heizt die Wärmepumpe gezielt in günstigen Preisphasen und Batteriespeicher werden automatisch genutzt, um teure Preisphasen zu überbrücken.
Ein dynamischer Stromtarif ist vor allem für Haushalte sinnvoll, die große Stromabnehmer wie Wärmepumpe, E-Auto oder Batteriespeicher durch ein Energiemanagementsystem steuern lassen. Dann heizt die Wärmepumpe gezielt in günstigen Preisphasen und Batteriespeicher werden automatisch genutzt, um teure Preisphasen zu überbrücken.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Strommarkt
Mit thermondo Heizkosten sparen und zur Wärmepumpe inkl. Energiemanager wechseln
Sie möchten Ihren Heizungskeller fit für den Strommarkt der Zukunft machen? thermondo begleitet Sie Schritt für Schritt auf diesem Weg. Sie erhalten nicht nur eine hocheffiziente Wärmepumpe, sondern direkt das passende Komplettpaket für maximale Ersparnis.
Unser intelligenter Energiemanager thermondo smart steuert Ihre Heizung vollautomatisch. Kombinieren Sie thermondo smart mit unserem dynamischen Stromtarif thermondo dynamic, heizen Sie immer genau dann, wenn der Strom an der Börse am günstigsten ist.
Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und erhalten Sie ein kostenloses und unverbindliches Festpreisangebot für Ihre neue Wärmepumpe. Auf Wunsch beraten wir Sie auch gerne zum Thema Photovoltaik.
Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.