Zuletzt aktualisiert am: 01.09.2021

Warmwasserzähler – Funktionsweise, Arten und rechtliche Vorgaben

Warmwasserzähler sind wichtige Messgeräte, um den Verbrauch an Warmwasser in Gebäuden zu ermitteln. Sie liefern eine wichtige Messgrundlage für die monatliche oder jährliche Verbrauchsabrechnung. Alles Wichtige dazu lesen Sie hier.

Ein Warmwasserzähler misst die Menge an Warmwasser, die durch ein Rohr strömt. Hierbei handelt es sich um warmes Wasser mit höheren Temperaturen als 40 Grad Celsius. Die Wasserzähler werden eingesetzt, um die Betriebskosten für das Warmwasser in Mietshäusern zu ermitteln.

Die Geräte bestehen grundsätzlich aus zwei Teilen, einem Messgerät und einer Anzeige mit einer Skala zum Ablesen der Wassermenge. Die Anzeigeeinheit addiert die gemessenen Werte in der Rohrleitung auf. Somit wird der gesamte Warmwasserverbrauch seit der erstmaligen Installation angezeigt.

Warmwasserzähler ablesen: Darauf sollten Sie achten

Wer den aktuellen Verbrauch oder den Warmwasserverbrauch innerhalb einer bestimmten Zeitspanne messen möchte, muss sich, ähnlich wie beim Gaszähler, den Zählerstand zu einem bestimmten Zeitpunkt notieren. Anschließend wird der Zählerstand nochmals ermittelt, z.B. nach einem Monat, einem halben oder ganzen Jahr.

Wichtig: Damit der Warmwasserzähler die verbrauchte Menge an Warmwasser korrekt anzeigt, muss der Zähler auf die durchfließende Wassermenge ausgerichtet sein. Sonst könnten Messfehler entstehen. Vor der Installation wird deshalb immer genau die Durchflussmenge ermittelt.

Rechtliche Vorgaben zum Betrieb von Warmwasserzählern: die Eichfrist

Da die Daten von Warmwasserzählern die Basis für die Betriebskostenabrechnung darstellen, müssen die Werte verlässlich sein. Zu diesem Zweck gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Eichfrist für Warmwasserzähler. Sie wird in der Mess- und Eichverordnung (MessEV) festgelegt.

Demnach müssen Warmwasserzähler alle sechs Jahre neu geeicht werden. Auf dem Wasserzähler selbst wird das Datum der letzten Eichung bzw. Kontrolle markiert. Ab diesem Datum gilt die Sechsjahresfrist.

Wenn auf Ihrem Warmwasserzähler der 04. Juni 2018 steht, muss das Messgerät spätestens am 3. Juni 2024 neu geeicht oder ausgetauscht werden. Letzteres passiert bei sogenannten „Kapselzählern“ ganz einfach. Hier wird das Zählwerk ohne großen Aufwand herausgenommen und gegen ein neues ausgetauscht.

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In Gebäuden werden unterschiedliche Typen von Wasserzählern eingesetzt. Wir zeigen Ihnen die gängigsten Varianten:

  • Flügelradzähler

In einem Flügelradzähler befindet sich ein kleines, drehbares Rad mit Kugellager. Das Rad dreht sich mit dem Wasserstrom. Ein Zählwerk zählt die Umdrehungen des Rades und rechnet diese in Volumen um. Auf dem Messwerk wird dann der seit der Installation erreichte Warmwasserverbrauch in Kubikmetern angezeigt.

Um auch bei kleinen Wasserströmen genaue Messergebnisse zu erzielen, werden in Wohnungen Einstrahl-Flügelradzähler eingesetzt. Bei diesen Messgeräten trifft der Wasserstrom im rechten Winkel auf das Flügelrad. Auf diese Weise wird das Rad schon bei kleinen Wassermengen in Bewegung gesetzt.

Flügelradzähler für die Messung der Warmwassermenge gibt es gekapselt und offen. Bei der gekapselten Variante sind Mess- und Zählwerk getrennt. Das hat vor allem beim Zählertausch vor Ablauf der Eichfrist Vorteile.

  • Mehrstrahlzähler

Bei diesen Warmwasserzählern wird der Wasserstrom mehrfach umgelenkt. Insbesondere bei großen Wassermengen in Mehrfamilienhäusern hat dieser Zähler seine Vorzüge. Die Zähler sind nur für große Wasserströme geeignet, da der Druckverlust durch die verwinkelte Konstruktion sonst zu groß wäre. Nachteilig an diesen Warmwasserzählern ist, dass sich aufgrund der Umlenkungen schneller Schmutz und Schwebstoffe sammeln und den Zähler verstopfen.

  • Woltmann-Warmwasserzähler

Dieser Wasserzähler geht auf den deutschen Wasserbauingenieur Reinhard Woltmann zurück. Er hat Ende des 18. Jahrhunderts ein Messinstrument mit sogenannten „hydrometrischen“, abgewinkelten Flügeln entwickelt, mit welchem sich die Wassermenge messen ließ, die durch die Rohre floss. Moderne Woltmann-Warmwasserzähler basieren auf demselben, über 200 Jahre alten Prinzip. Sie sind vor allem für sehr große Wassermassen geeignet und können bis zu 250.000 Liter Wasser pro Stunde erfassen. Die Woltmann-Warmwasserzähler werden in großen Rohrsystemen verbaut und benötigen längere Rohre davor und danach, damit die Wassermenge korrekt erfasst werden kann.

Warmwasserzähler kaufen: die Kosten

In Mietshäusern kommen meist Einstrahl-Flügelradzähler zum Einsatz. In moderner Version handelt es sich dabei um Warmwasserzähler mit Fernabfrage. Der Dienstleister für die Betriebskostenabrechnung kann über Funk den Warmwasserverbrauch ablesen, ohne dass er dafür die Wohnung oder einen Heizkeller betreten muss.

Um die Handhabung der Eichfrist zu vereinfachen, werden in der Regel gekapselte Flügelradzähler verbaut. Sie kosten rund 30 Euro.

Warmwasserzähler ablesen – Wer ist verantwortlich?

In Mietobjekten übernimmt die Hausverwaltung oder der Eigentümer das Ablesen der Warmwasserzähler. Mieter sollten ebenfalls die Zählerstände notieren, um mögliche Fehler schnell zu beanstanden.

Moderne Dienstleister ermitteln die Warmwasserverbräuche schnell und automatisiert per Funk. So entfällt die aufwändige Terminvereinbarung zum Ablesen der Wasseruhr. 

Wo werden Warmwasserzähler installiert?

Warmwasserzähler können an verschiedenen Stellen im Rohrsystem montiert werden. In Wohnungen werden die Zähler meist zentral an der Hauptleitung installiert. Diese befindet sich in der Regel in der Küche oder im Badezimmer.

In Altbauten kann es aufgrund unterschiedlicher Leitungsstränge auch mehrere Stellen geben, wo Warmwasserzähler montiert werden, z.B. auch unterhalb eines Waschbeckens, unter der Badewannenverkleidung oder im Steigrohr. In der Regel sind die Warmwasserzähler hinter einer Verkleidung verborgen.

In Einfamilienhäusern werden Warmwasserzähler meist im Keller installiert, direkt neben dem Absperrhahn für die Hauptwasserleitung.

Alle in Gebäuden genutzten Wasserzähler müssen die europäische „Measurement Instrument Directive“ (MID) erfüllen. Demnach ist vorgeschrieben, dass die Abweichung bei der Messung der Warmwassermenge bei maximal +/- fünf Prozent im Durchfluss- und maximal +/- drei Prozent im Dauerlastbereich liegen darf. Die europäische Richtlinie entspricht den deutschen Fehlertoleranzen für die Eichung.

Warmwasserzähler sind vor allem in Mietobjekten relevant, denn ihre Werte bilden die Grundlage für die Betriebskostenabrechnung von Hausverwaltungen und Vermietern. Aus diesem Grund müssen die Wasserzähler regelmäßig ausgetauscht werden, um korrekte Messergebnisse zu liefern.

Im Eigenheim dienen Warmwasserzähler höchstens dazu, den eigenen Warmwasserverbrauch aus statistischen Gründen zu ermitteln. Sie sind dort jedoch nicht relevant, um Kosten zu ermitteln.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.