Zuletzt aktualisiert am: 05.08.2021

Wärmepumpen im Vergleich – welche Pumpe eignet sich für mein Haus am besten?

Mit einer Wärmepumpe können Hausbesitzer energiesparend heizen und Warmwasser erzeugen. In der Praxis stehen Verbraucher vor verschiedenen Modellen und verlieren schnell den Überblick. Wir vergleichen die wichtigsten Wärmepumpen für Sie.

Auf dem Markt sind diese drei Arten von Wärmepumpen am weitesten verbreitet. Deshalb stellen wir diese in unserem Wärmepumpen-Vergleich gegenüber:

  • Luft-Wärmepumpen: Diese Wärmepumpen beziehen die Wärmeenergie aus der Außenluft, reichern diese über einen Kondensator an und übertragen sie an einen Wärmetauscher, der das Haus mit Warmwasser und warmem Heizungswasser versorgt.
  • Erd-Wärmepumpen: Diese Wärmepumpen nehmen Wärme aus der Erde über eine Erdsonde auf. Die Wärme wird ebenfalls über einen Kondensator erhöht und über einen Wärmetauscher an das Wärmenetz des Hauses übergeben.
  • Wasser-Wärmepumpen: Diese Anlagen erhalten die Wärme aus einem Solebecken. Das Verfahren zur Wärmegewinnung erfolgt dann wie bei allen anderen Wärmepumpen.

Wie hoch die Kosten einer Wärmepumpe in der Anschaffung sind, hängt u.a. von der Größe des Heizgeräts ab:

  • Luft-Wärmepumpen: Diese Wärmepumpen lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand im Keller außen oder innen installieren. Die Kosten für das Gerät liegen zwischen 9.000 und 14.000 Euro. Es fallen dabei keine Erschließungskosten an.
  • Erd-Wärmepumpen: Bezieht die Wärmepumpe ihre Energie aus dem Boden, liegen die Anschaffungskosten bei 15.000 bis 20.000 Euro. Hier müssen Sie mit Erschließungskosten zwischen 6.000 und 12.000 Euro rechnen.
  • Wasser-Wärmepumpen: Für diese Geräte sollten Sie mit einem Anschaffungspreis von 9.000 bis 18.000 Euro rechnen. Hier liegen die Erschließungskosten je nach Anlage bei 1.000 bis 10.000 Euro.

Übersicht: Wärmepumpen im Überblick

Luftwärmepumpe außen Luftwärmepumpe innen Erdwärmepumpe Wasserwärmepumpe
geeignet für Neubau Ja Ja Ja Ja
geeignet für Heizungssanierung/-modernisierung nur mit Flächenheizung nur mit Flächenheizung nur mit Flächenheizung nur mit Flächenheizung
Installationsaufwand (inkl. Wärmequelle) Gering Gering Hoch Hoch
Effizienz (COP) 3,4 – 4,1 3,4 – 4,1 4,4 – 4,8 4,9 – 5,8

Benötige ich für eine Wärmepumpe Genehmigungen?

Einzig die Luft-Wärmepumpe ist genehmigungsfrei. Wenn Sie jedoch eine Erd-Wärmepumpe installieren wollen, muss für die Bohrung ab 100 Metern für die Erdsonde eine Genehmigung der Bergbaubehörde eingeholt werden. Wird die Erd-Wärmepumpe mit einem Erdkollektor betrieben, entfällt diese Genehmigung. Allerdings ist dann wie bei Wasser-Wärmepumpen eine Genehmigung durch die untere Wasserbehörde erforderlich.

Das Einholen der entsprechenden Genehmigungen kann das Heizungsprojekt deutlich verzögern und verursacht zusätzliche Kosten.

Wer sich für eine Wärmepumpe entscheidet, sollte auch auf die Leistungszahl achten. Der sogenannte „Coefficient of Performance“ (COP) gibt an, wie das Verhältnis von elektrisch aufgenommener Leistung zur abgegebenen Wärmeleistung steht. Diese Angabe ist wichtig, denn sie zeigt, wie viel Strom Ihre Wärmepumpe benötigt und entsprechend wie wirtschaftlich bzw. ökologisch nachhaltig sie ist.

Luft-Wärmepumpen können einen COP von 3,4 bis 4,1 erreichen. Diese Zahl ist deutlich niedriger als der COP der anderen beiden Wärmepumpen-Arten, weil die Luft-Wärmepumpen vor allem im Winter häufig nicht mehr energieeffizient arbeiten.

Erd-Wärmepumpen können aufgrund der konstanten Temperaturen in der unteren Erdschicht einen COP von 4,4 bis 4,8 erreichen. Noch energieeffizienter sind Wasser-Wärmepumpen mit einem COP zwischen 4,9 und 5,8.

Grundsätzlich sind alle Wärmepumpen für den Neubau geeignet. Denn dort ist bereits sichergestellt, dass das Gebäude einen sehr guten Dämmungsgrad besitzt. Wärmepumpen werden in Neubauten häufig eingesetzt.

Im Altbau sind alle Wärmepumpen nur in Kombination mit einer Flächenheizung empfehlenswert und nur dann, wenn die Gebäudehülle ausreichend gedämmt ist. Darüber hinaus bietet es sich an, die Wärmepumpe mit Solarthermie zu kombinieren und den Strom für die Pumpe z.B. über eine PV-Anlage zu beziehen.

Alle hier verglichenen Wärmepumpen werden seit 2021 nicht mehr als Einzelmaßnahme gefördert, sondern z.B. nur als Hybridheizung oder im Rahmen einer energetischen Sanierung. Über die BEG erhalten Hausbesitzer bis zu 50 Prozent Förderzuschuss, wenn Sie z.B. eine alte Ölheizung gegen eine Kombination aus Wärmepumpe und Solarthermie tauschen.

Wichtige Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Wärmepumpe auf der Liste der förderfähigen Anlagen des BAFA steht und der Antrag auf Förderung vor dem Kauf des Heizsystems beim BAFA (BEG EM) oder der KfW (BEG WG) eingeht.

Wenn es allein nach der Energieeffizienz geht, sind Wasser-Wärmepumpen empfehlenswert. Sie bieten den höchsten COP. Dafür sind diese Systeme jedoch aufwändiger zu installieren und mit höheren Kosten verbunden. Eine hohe Energieeffizienz zeichnet auch die Erd-Wärmepumpe aus. Hausbesitzer mit ausreichend Platz auf dem Grundstück und den erforderlichen geologischen Voraussetzungen liegen mit diesen Wärmepumpen richtig.

Die Luft-Wärmepumpe bietet sich in Kombination mit einer Gas-Brennwertheizung als Hybridsystem zur Heizungssanierung an. Der geringe Platzbedarf der Wärmepumpe und die vergleichsweise einfache Installation machen sie zu einer guten Wahl.

Letztlich ist eine pauschale Empfehlung an dieser Stelle jedoch schwierig, da jedes Haus anders ist und jeder Hausbesitzer andere Anforderungen an seine Heizungsanlage stellt. Deshalb wenden Sie sich am besten an unsere Heizungsexperten, um fundiert und ausführlich zu einer neuen Heizung beraten zu werden. Gemeinsam mit Ihnen finden unsere Experten vor Ort oder auch telefonisch eine perfekte Lösung für Ihr Heizsystem, auch unter Berücksichtigung aller Fördermöglichkeiten.

Nutzen Sie hierfür einfach unseren Heizungsplaner, wir melden uns zeitnah bei Ihnen.

Innovative Heizungssysteme für Ihr Zuhause

Zum Festpreisangebot
Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.