Wenn der Schornsteinfeger zweimal klingelt…

Wer kennt es nicht, wenn sich einmal im Jahr der Schornsteinfeger ankündigt und der Termin donnerstags vormittags zwischen 11 und 13 Uhr einem gar nicht in den Kram passt. Zwar müssen Hausbesitzer und Vermieter seit 2013 selbst den Schornsteinfeger beauftragen, aber wann hat der noch einen Termin um 18 Uhr frei? Doch auch wenn man den halben Urlaubstag gern anders verbracht hätte – die Überprüfung ist nicht umsonst gesetzlich vorgeschrieben: Wenn auch nicht sofort, so kann der Schornsteinfeger langfristig ein echter Glücksbringer sein. Er sorgt für Brandschutz, Sicherheit, Umweltschutz und Energieeinsparung. Ich schüttele meinem Schornsteinfeger daher ganz gern mal zur Begrüßung die Hand. Doch was macht er eigentlich in meiner Wohnung?

Aufgaben: Brandschutz durch den Schornsteinfeger

Neben dem Reinigen von Schornsteinen und Kaminen, begutachtet der Schornsteinfeger vor allem die Brand- und Betriebssicherheit der Heizungsanlage. Wenn der Schornsteinfeger in der Wohnung ist, fällt mir immer wieder auf, dass er den Raum mit meiner Gastherme ganz genau unter die Lupe nimmt. Nicht etwa, weil er meine Einrichtung toll findet, sondern weil das zur Feuerstättenschau gehört. Neu angebrachte Bauteile in der Umgebung der Heizung müssen auf Brennbarkeit überprüft werden, um diese als Brandherd auszuschließen. Außerdem überprüft er die Befeuerungsanlage und die Ofenrohre auf Dichtheit und Verschleißspuren. Verschleißerscheinungen können ein großes Sicherheitsrisiko darstellen. Gleichzeitig werden durch den Schornsteinfeger auch Abgasleitungen auf Ablagerungen oder gar Verstopfungen sowie auf ausreichende Zufuhr von Verbrennungsluft kontrolliert. Das ist wichtig, um einen Abgasrückstau und somit eine mögliche Brandursache zu verhindern. Insbesondere neuere Häuser sind so gut gedämmt, dass die Gefahr eines Abgasrückstaus oft nur durch eine gesonderte Zufuhr von Frischluft verhindert wird.

Umweltschutz und Energieeinsparung dank Abgasmessung

Der Schornsteinfeger trägt auch sein Quäntchen zum Umweltschutz bei. Er misst regelmäßig den Abgasverlust, also wie viel Wärme bei der Nutzung der Heizung ungenutzt verloren geht. Ist der gemessene Wert zu hoch, ist die Heizung ineffizient. Je nach Nennwärmeleistung der Anlage darf der Wert 9 Prozent (über 50 kW), 10 Prozent (über 25 bis 50 kW) und 11 Prozent (von 4 bis 25 kW) nicht übersteigen. Egal, ob dann eine neue Einstellung der Kesseltemperatur oder gar größere Reparaturen notwendig werden, die Abgasverlustmessung kann wichtige Hinweise zur Energieeinsparung und somit zum umweltfreundlichen Heizen liefern.

Im Rahmen der Immissionsschutzmessung kontrolliert der Schornsteinfeger außerdem in welchen Mengen beim Abgasausstoß umweltbelastende Partikel, vorrangig Staub und Kohlenstoffmonoxid aber auch Ruß- und Ölderivate, in die Umwelt gelangen. Auch hierfür gibt es gesetzliche Grenzwerte, die im Sinne des Umweltschutzes eingehalten werden müssen.

Sicherheit und Gesundheit – CO-Messung durch den Schornsteinfeger

Eine der wichtigsten Aufgaben des Schornsteinfegers ist die Messung des Kohlenmonoxidgehalts im Abgas der Heizung. Sollte ein kritischer Grenzwert überschritten sein, besteht eine erhebliche Gesundheitsgefahr für alle Bewohner. Da Kohlenmonoxid (CO) geruchlos und farblos ist, nimmt der menschliche Organismus dieses gefährliche Atemgift nicht wahr. So werden Kohlenmonoxidvergiftungen oft erst spät entdeckt. Dem kann jedoch ganz einfach entgegengewirkt werden: Denn Ursache für den CO-Austritt sind oft verstopfte Abgasrohre oder defekte Öfen. Der Schornsteinfeger überprüft entsprechend die Abgasleitung auf Ablagerungen oder Verstopfungen und reinigt diese.

Nach dem Schornsteinfeger ist vor der Wartung

Ist der Schornsteinfeger wieder weg, darf die Liebe zur eigenen Heizung noch nicht aufhören. Wurden Mängel an der Heizung festgestellt, wird der Schornsteinfeger diese üblicherweise nicht selbst beseitigen. Wichtig ist es jedoch, die Hinweise des Schornsteinfegers nicht in den Wind zu schlagen – es geht schließlich um die eigene Sicherheit. In den meisten Fällen kann eine professionelle Wartung Abhilfe schaffen. Diese sollte bei älteren Heizungen ohnehin jährlich stattfinden.

Ältere Heizungen müssen öfter gewartet werden

Auch wenn der Schornsteinfeger eine Art Frühwarnsystem für potentielle Probleme mit der Heizung ist, wird erst bei der Wartung klar werden, wie es um den Patienten steht. Durch professionelle Heizungsmonteure werden nicht nur den Empfehlungen des Schornsteinfegers entsprechend kleinere Verschleißteile repariert: Die Heizung wird einer umfassenden Prüfung auf Funktions- und Sicherheitsmängel unterzogen und diese werden, sofern möglich, unmittelbar behoben. Außerdem werden weitere Maßnahmen ergriffen, um die Energieeffizienz der Heizung zu verbessern: Durch eine Reinigung von Kessel, Brenner und Wärmetauscher kann sich die Leistungsfähigkeit der Heizungsanalage um bis zu 10 % erhöhen. Auch das Auffüllen von Wasser und die Entlüftung von Heizkörpern können entscheidend zum kostensparenden Heizen und einwandfreien Betrieb beitragen. Außerdem werden diverse Einstellungen an der Heizung optimiert, so wird z.B. die CO2-Einstellung für minimale und maximale Nennwärmeleistung geprüft und neu eingestellt, wenn die Abgasmessung dies erforderlich macht.

Ältere Heizungen sind dabei sehr viel wartungsintensiver als Heizungen auf dem neuesten Stand der Technik und müssen häufiger vom Schornsteinfeger aufgesucht werden. Statistische Erhebungen für 2012 vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks ergaben, dass 3,4 Millionen Gas- und Ölheizungen in Deutschland völlig veraltet sind und großer Erneuerungsbedarf besteht. In dringenden Fällen kann nämlich auch eine Wartung nichts mehr helfen und ein Heizungswechsel wird erforderlich. Wer nicht erst bis zum nächsten Schornsteinfegerbesuch warten möchte, kann anhand verschiedener Signale überprüfen, ob ein Heizungswechsel sinnvoll ist. Gerade wenn die Heizung unwirtschaftlich arbeitet, sollte besser früher als später darüber nachgedacht werden. Wir von Thermondo beraten natürlich gern bei der Auswahl einer neuen Heizung!

Der nächste Winter kommt bestimmt

Der Besuch des Schornsteinfegers hilft somit Energiekosten zu sparen und rechtzeitig Mängel zu erkennen. So sollte genug Zeit bleiben, einen Fachbetrieb mit der Wartung zu beauftragen oder – falls nötig – gar den Kessel von einem Heizungsbauer auswechseln zu lassen. Denn fällt erst die Heizung während des Winters aus, kann dies der Auftakt zu einer beschwerlichen und langen Suche nach einem heizungsmonteur sein, der nicht alle Hände voll zu tun hat. Wenn es doch gelingt, wird dies ein kostspieliges Vergnügen. Ohne regelmäßige Wartung der Heizung ist auch mit Leistungen der Versicherung nicht zu rechnen.

Daher ist vor allem was die Heizungswartung angeht, wohl Vorsicht besser als Nachsicht. Lieber den Schornsteinfeger mit einem herzlichen Händedruck begrüßen! Der investierte Vormittag lohnt sich spätestens, wenn es draußen wieder fröstelt.

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Ein Kommentar zu “Wenn der Schornsteinfeger zweimal klingelt…”

  1. Wolfgang Prasser sagt:

    Alles schön und gut, wenn nun auch noch was von den Rechten der Verbraucher gegenüber dem Schornsteinfeger drin wäre, wäre es fast nicht auszuhalten, im Übrigen wäre die Erwähnung der zwingenden CO² Übeprüfungen wichtig, weil ich vermute, dass der Schornsteinfeger zu oft kommt, außerdem ist der Preis für 1o min Arbeit wahnsinnig hoch! Danke lobbyisten!

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