Der Heizwärmebedarf – ein Wert den jeder Energieausweisleser kennen muss

Im letzten Blogeintrag ging es um den Energieausweis und wie die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) die den Energieausweis betreffenden Vorschriften verschärft. Der wichtigste im Energieausweis enthaltene Kennwert ist der Heizwärmebedarf (HWB), und diesen wollen wir folglich genauer beschreiben.

Einfach ausgedrückt beziffert der Heizwärmebedarf eines Hauses die Energie, die zur Beheizung des Gebäudes notwendig ist. Die Angabe erfolgt in der Regel in Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche pro Jahr (kWh/m²a). Der Energiebedarf für die Haustechnik und die Warmwasseraufbereitung ist darin nicht enthalten, sondern lediglich die Energie, die zum Heizen der Immobilie benötigt wird.

Den Heizwärmebedarf betreffenden Richtwerte

Der HWB liegt in Deutschland im Durchschnitt bei 160 kWh/m²a. Dieser Wert ist in Anbetracht heutiger Standards viel zu hoch. Neubauten haben einen HWB von < 70 kWh/m²a haben. Die Effizienzklasse A+, welche bei Energieausweisen zukünftig eingeführt wird, erfordert einen HWB von kleiner 30 kWh/m²a. Spitzenreiter hinsichtlich des Heizwärmebedarfs sind sogenannte Passivhäuser, denn diese dürfen laut Energieeinsparverordnung (EnEV) einen HWB von 15 kWh/m²a nicht überschreiten.

Senken des Heizwärmebedarfs

An kalten Wintertagen geht durch die Differenz zwischen Innentemperatur von Gebäuden und die Außentemperatur der Umgebung ständig Wärme nach außen verloren, hauptsächlich durch Wärmeleitung (Transmission) und durch Lüftung des Wohngebäudes. Maßgeblich verringert werden kann der Heizwärmebedarf somit durch gute Wärmedämmung und im Idealfall (Bsp. Passivhaus) eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Des Weiteren ist eine Maximierung solarer Wärmegewinnung anzustreben, was durch großzügig angebrachte Fensterflächen auf der Südseite erreicht werden kann.

Ermittlung des Heizwärmebedarfs

Wie zuvor beschrieben wird der Heizwärmebedarf immer pro Jahr (in Einzelfällen auch pro Heizperiode) ermittelt. Dies geschieht entweder rein rechnerisch auf Basis von Daten über die Wärmedämmung und Klimaverhältnisse, oder über den gemessenen Energieverbrauch der Heizungsanlage. Bei letztgenanntem Verfahren dürfen jedoch Umwandlungs- und Übertragungsverluste nicht miteinberechnet werden, genauso wenig wie Rohstoffaufwände für die Warmwasserbereitstellung.

Wichtiger Tipp an Sie:

Vorsicht bei der Unterscheidung der Begriffe Heizwärmebedarf und Heizlast. Die Heizlast ist ein Wert welcher in Verbindung mit einem hydraulischen Abgleich an Bedeutung gewinnt, sich aber vom Heizwärmebedarf grundlegend unterscheidet: Heizlast und Heizwärmebedarf – der (kleine ?), aber feine Unterschied

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