Bau-Tagebuch: Installation einer 450kW-Heizungsanlage im Mehrfamilienhaus

Heizungsinstallationen in Mehrfamilienhäusern sind für uns immer etwas Besonderes. Schließlich werden im Heizungsbauer-Alltag bei Thermondo hauptsächlich Heizungen für Einfamilienhäuser und Privatkunden installiert. Als dann am 2. Februar der Startschuss für den Einbau einer 450 kW-Heizung fiel, wartete unser Meisterteam in Berlin schon begierig darauf, endlich loszulegen. 80 Wohneinheiten und 310 Heizkörper sollten so schnell wie möglich wieder mit behaglicher Wärme versorgt werden.

Bei der Planung hatten wir uns aus verschiedenen Gründen für ein modulares Kaskadensystem mit 3 Gas-Brennwertgeräten á 150 kW entschieden. Vor allem weil der Zugang zum Heizungsraum extrem klein war, erschien uns dies als „handliche“ Lösung, mit welcher der finanzielle Rahmen des Kunden gewahrt blieb.

Heizung vorher

vorher: zwei alte Öl-Kessel, Baujahr 1990

2. Tag 5 nachher Heizung

nachher: das brandneue Kaskadensystem auf Gasbrennwert-Basis

Tag 1 – Alte Heizung raus

Bevor es mit der eigentlichen Installation losgehen konnte, wartete auf unser Team noch die größte Herausforderung: 3,5 Tonnen Schrott der Alt-Heizung (2 Kessel je 1,5t und ½t alte Rohre und sonstiger Schrott) wollte noch demontiert und entsorgt werden. Die zwei defekten Öl-Kessel mussten zunächst in einzelne gleichschwere Glieder zerlegt werden, um durch den kleinen Luftschacht mit einem hydraulischen Hebekran nach draußen befördert zu werden.

Tag 1 Zerlegung der alten Heizung

während der Demontage der alten Kessel

Mit reiner Muskelkraft wurden so 18 mal 170 kg nach oben gepumpt. Oben drauf kamen noch 500 kg Verrohrung, die zusätzlich entsorgt werden mussten.

Als endlich alles draußen war, konnte sich unser Team zu recht auf die Schulter klopfen. „Das war ein Erfolgserlebnis!“, kam im Nachhinein vom Team. Das finden wir auch.
Da es sich um einen Wechsel von Öl auf Gas handelte, wurde am selben Tag auch der alte Heizöltank herausgeschnitten und entsorgt, der insgesamt 18.000 Liter umfasste – auch nicht gerade ein Leichtgewicht.

vorher Öltank

vorher: der alte Öltank fasste 18.000 Liter

nachher Öltank

nachher: wegen des Umstiegs von Öl auf Gas wurde der alte Öltank nicht mehr gebraucht

Tag 2 – Neue Heizung rein

Die neue Heizungsanlage ist zwar kompakt, aber musste auch erst in den Heizungskeller befördert werden. Diesmal wurden 3 x 130 kg nach unten befördert– wieder mit dem hydraulischen Hubkran und einer weiteren Hebevorrichtung durch den kleinen Lichtschacht. Außerdem wurde die neue Edelstahl-Abgasanlage im Schornstein installiert. Diese wurde extern von einem Schornsteinhersteller konzipiert und dimensioniert. Am selben Tag wurde die Stahlvorrichtung für die Aufhängung der Kaskade aufgebaut und die drei neuen Thermen eingehängt.

Tag 2 Aufhängung der Thermen

Tag 3 – Fertigstellung der Abgasanlage

Am dritten Tag wurden die Pumpengruppen, Verteiler, Ausdehnungsgefäße und die hydraulische Weiche installiert, außerdem wurden die Abgasrohre im Heizungsraum angeschlossen.

Tag 4 – Verrohrung

Schließlich ging es zur Verrohrung, für unser Meisterteam eine der beliebtesten Aufgaben. Auch die Befüllung der Anlage stand auf dem Plan. Danach wurden Isolierung und Dämmung der Rohre vorgenommen.

Tag 5 – Inbetriebnahme

Tag 5 Montage des Gaszählers

Montage des Gaszählers

Am letzten Tag folgte schließlich die Fertigstellung der Isolierung sowie die Installation der Kondensatleitung. Außerdem wurde die Elektrik angeschlossen. Die Gasleitung wurde vom Versorger abgenommen, der Gaszähler geliefert und von uns angebaut.

Schließlich kam die Stunde der Wahrheit: Die Inbetriebnahme. Beim ersten Anschalten, muss unter Umständen damit gerechnet werden, dass eine Störungsmeldung auftritt. In diesem Fall müsste das Team noch einmal ran und dem Fehler nachgehen: Eventuell ist nicht alles richtig geklemmt oder hat die Heizung vielleicht kein Gas?

Doch trotz eines kleinen Nervenkitzels vor dem Anschalten blieb die Inbetriebnahme erwartungsgemäß störungsfrei. Für unser Team der schönste Moment einer anstrengenden Woche. Fast geräuschlos versorgt die Anlage seither 80 Mietparteien. Inzwischen ist auch die Abgasanlage vom Schornsteinfeger abgenommen worden.

Geschafft

Schließlich wurden alle Einstellungen an den drei Heizgeräten vorgenommen, die Kaskadenregelung eingestellt, die Endmontage der Elektrik und Kabel erledigt und noch gründlich der Arbeitsplatz aufgeräumt. Fertig!

Naja, noch nicht ganz. Eine Kleinigkeit mussten die Mieter selbst erledigen: Jeder erhielt von Thermondo einen Entlüftungsschlüssel mit einer Anleitung zur Heizungsentlüftung, damit die Heizung nach Inbetriebnahme auch reibungslos läuft.

Was von der Woche übrig blieb:

– Bauvorhaben Mehrfamilienhaus, Baujahr 1957 in Berlin
– 3,5 Tonnen Schrott entfernt
– 18.000 Liter Heizöltank entsorgt
– Kaskade mit 3 x 150 kW Gasbrennwertgeräten installiert
– Neue Membranausdehnungsgefäße eingebaut
– Neuen Edelstahlschornstein installiert
– Teile der Verrohrung erneuert, neue Absperrschieber installiert
– Rohrleitungen nach EnEV 100% gedämmt
– Anlage mit entmineralisiertem Wasser befüllt und in Betrieb genommen
– 80 Wohnungen, 310 Heizkörper mit Wärme versorgt

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Anlage wurde in der darauffolgenden Woche ohne Mängel vom Schornsteinfeger und Auftraggeber abgenommen. Wir freuen uns schon auf die nächste große Installation!

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2 Kommentare zu “Bau-Tagebuch: Installation einer 450kW-Heizungsanlage im Mehrfamilienhaus”

  1. Bon Bon sagt:

    Bedauerlicherweise ist die Flexibilität von Thermondo bei allem was vom Standard abweicht, offenbar ziemlich gering. Bei einem Trockenestrichboden kann Thermondo keine Aufstellung des Wasserspeichers inkl. Lieferung und Montage eines druckfesten Fertigpodests und keine Organisation eines Fliesenlegers anbieten. Wohlgemerkt bei einem Mietobjekt bei euch in Berlin!

    Des Weiteren übernimmt der ehemalige Vodafone-Verkäufer, der nun bei Thermondo Heizungsangebote erstellt, nicht den angegebenen Montageort korrekt ins Angebot, sondern schreibt das Angebot für die reine Kontaktadresse in einem anderen Bundesland mit falschem Meister-Team. Außerdem fügt er zwei LAS ins Angebot, obwohl nur ein LAS benötigt wird. Korrektur und Podestangebot: Fehlanzeige.

    Man sollte im Bereich der Angebotserstellung auf Fachkräfte und nicht auf Verkäufer ohne ausreichenden technischen Background setzen. Man kann nicht einfach einen 250 kg schweren Wasserspeicher auf einen Trockenestrich mit Schüttung stellen. Schade. Viel Werbung und recht wenig dahinter, das ist mein Eindruck.

    So ist der Kontakt mit einem echten Heizungsbau-Meister dann schon wesentlich ergiebiger und führt am Ende auch zu einer neuen Heizung im Mietshaus.

    1. Philipp Pausder sagt:

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben eine sehr spezifische Anfrage gestellt, für deren Beantwortung sich unser Kundenberater mehr Zeit hätte nehmen sollen. Wir haben dies intern adressiert.

      Unsere Kundenberater erhalten ausführliche und regelmäßige Schulungen. Jede unsere Installationen wird von 3 Meistern bearbeitet: Im Vertrieb, in der Vorbereitung des Bauvorhabens und bei der eigentlichen Installation.

      Richtig ist aber auch, dass es Anfragen gibt die wir nicht bearbeiten können. Zum Beispiel verbauen wir noch keine Pelletheizungen oder Wärmepumpen. Wir arbeiten aber permanent am Ausbau unseres Leistungsspektrums.

      Wir danken Ihnen für Ihr konstruktives Feedback.

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