Großes Sparpotenzial beim Warmwasserverbrauch

In einem privaten Durchschnittshaushalt sind laut der deutschen Energieagentur (dena) rund 75 Prozent des Energieverbrauchs der Raumwärme, 12 Prozent der Warmwasserbereitstellung und 13 Prozent den Elektrogeräten und der Beleuchtung zuzuordnen. Die Ausgaben, welche aufgrund der Warmwasserbereitung entstehen, sind demnach nahezu gleich hoch wie die für Elektrogeräte und Beleuchtung. Dennoch wird in der Bevölkerung das Stromsparen als wichtigere Maßnahme für Kosteneinsparungen und aktiven Klimaschutz wahrgenommen, als beispielsweise der richtige Umgang mit Warmwasser.

Doch wo wird das meiste Warmwasser verschwendet und wie lässt sich der Verbrauch am effektivsten verringern? Duschen sollte kein mit Stress und Zeitdruck verbundener Vorgang sein. Der Wasserverbrauch durch Baden und Duschen stellt einen der größten Wasserverbräuche in privaten Haushalten dar und lässt sich dank einfacher Maßnahmen verringern. Empfehlenswert sind hier sparsame Duschköpfe und Armaturen, bei denen durch die Beimischung von Luft der Wasserverbrauch halbiert werden. So fließen anstatt von 18 Litern pro Minute (bei herkömmlichen Duschköpfen) nur noch 9 Liter pro Minute durch die Leitung. Ein Komfortverlust geht damit nicht einher. Betrachten wir einen 5-Personen Haushalt, in welchem an 5 Tagen die Woche pro Person für 5 Minuten geduscht wird, so können durch Einsatz eines Sparduschkopfs 1125 Liter pro Woche und 58 500 Liter pro Jahr eingespart werden, was eine monetäre Ersparnis von über 250 € pro Jahr mit sich bringt.

Wasserverbrauch-Haushalt

Aktuell noch nicht kommerziell vertrieben, aber hoffentlich bald fest etabliert: Die wasserrecycelnde Dusche. Hierfür hat das schwedische Startup Orbital Systems ein System entwickelt, welches das verbrauchte Wasser in Sekundenschnelle wieder aufbereitet und somit das bereits verwendete Wasser gesäubert erneut durch den Duschkopf schickt. Bis zu 90 Prozent weniger Wasser sollte diese Hocheffizienz-Dusche verbrauchen.

Speziell in den Wintermonaten ist ein heißes Bad schon eine feine Sache. Dennoch geht mit einem Vollbad ein dreimal höherer Wasser- und Energieverbrauch einher im Vergleich zum Duschen, weshalb es sich empfiehlt die Häufigkeit von Vollbädern – so schwer es fallen mag – bewusst zu dosieren. Und zu oft baden zu gehen nimmt dem ganzen auch die Besonderheit. Besser weniger oft und dafür dann richtig genießen!

Neben der Körperhygiene kann bei der Bekleidungshygiene Energie gespart werden. Die Waschmaschine möglichst voll zu beladen und seine Wäsche bei möglichst niedrigen Temperaturen zu waschen, kann den Energieverbrauch und die Kosten signifikant verringern. Seit 2011 ist bei Waschmaschinen auch ein Energielabel eingeführt worden. Die Anschaffung von Geräten mit dem höchsten Effizienzstandard A+++, ist beim Kauf zwar mit leicht höheren Kosten verbunden, rentiert sich aber innerhalb kürzester Zeit aufgrund des geringeren Verbrauchs. Viele Geräte haben mittlerweile auch ein Energiesparprogramm, das es zu Nutzen gilt

Und abgesehen von Warmwasser wo kann noch gespart werden:

Steter Tropfen höhlt den Stein – aber erhöht auch den Wasserverbrauch: Durch tropfende Wasserhähne können bis zu 2.000 Liter Wasser pro Haushalt und Jahr ungenutzt verbraucht werden. Das entspricht derselben Wassermenge wie 44 mal duschen zu gehen (Sparduschkopf, 5 Minuten).

Wie in der Grafik ersichtlich wird, ist der Wasserverbrauch durch Toiletten der mengenmäßig größte. Diesen effizienter zu gestalten kann daher mit einem großen Wassereinsparpotenzial einhergehen. Wie man das macht? Ähnlich wie es Sparduschköpfe gibt, gibt es auch Sparspüler mit Spartaste, mit denen ein dreifach verringerter Wasserverbrauch verbunden sein kann. Die Einrichtung on Sparspülern gehört mittlerweile zum Standardinventar von Haushalten. Sollte sie bei Ihnen noch nicht erfolgt sein, sollten Sie die Anschaffung einer neuen, effizienten Toilettenspülung definitiv in Betracht ziehen.

Durch zentral installierte, moderne Heizkessel lässt sich Wasser sehr kostengünstig und energiesparend erwärmen. Dabei sind solche Anlagen am gebräuchlichsten, bei denen Betriebswasser (kein Trinkwasser) im Heizkessel erwärmt wird und über einen Wärmetauscher die Wärme an das sich in einem gut gedämmten Wasserspeicher befindliche Trinkwasser abgegeben und zur Nutzung bereitgehalten wird – hierbei spricht man auch vom Warmwasserspeicher. Eine Alternative zum Wasserspeicher bietet der Durchlauferhitzer, bei welchem Wasser zeitgleich zum Verbrauch erhitzt wird. Im Zuge einer Heizungsmodernisierung empfiehlt es sich auch die Warmwasserbereitung zu erneuern. Dadurch verringert sich zwar nicht der Wasserverbrauch, wohl aber die Effizienz mit welcher das Wasser erwärmt wird, was ebenfalls mit Brennstoff- und Geldeinsparungen verbunden ist.

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