Zahl der Woche: 71 Prozent deutscher Heizkessel ineffizient

71 Prozent deutscher Heizungen arbeiten ineffizient. Diese schockierende Meldung wurde kürzlich vom Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) bekannt gegeben. Nichts mit Energiewende oder Wärmewende. Stattdessen dringt nach wie vor Erschreckendes aus den Heizungskellern zu uns: Von 20,5 Millionen Wärmeerzeuger sind laut BDH fast Dreiviertel veraltet, ein Großteil ist über 20 Jahre alt.

14,5 Millionen Kessel mit veralteter Technik – zu viele Heizkessel ineffizient

Gemäß der Studie des BDH und der Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks und sind noch immer knapp 14,5 Millionen Kessel mit veralteter Heizwerttechnik installiert. Dem stehen nur 1,5 Millionen Wärmepumpen und Biomasse-Kessel entgegen, sowie 1,9 Millionen Solarthermie-Anlagen. Immerhin habe der Bestand an modernen energieeffizienten Brennwertkesseln auf 4,8 Millionen zugenommen.

Nur 17 Prozent der Heizungen mit effizienter erneuerbarer Energie

Besorgniserregend ist insbesondere der geringe Anteil effizienter Anlagen mit erneuerbaren Energien, der nur bei 17 Prozent liege. Die Klimaschutzziele der Bundesregierung scheinen in Gefahr zu sein. Immerhin will man bis 2050 die Treibhausgasemissionen um bis zu 95 Prozent verringern, gemessen am Referenzjahr 1990. „Um die politischen Zielsetzungen zu erreichen, muss endlich Schwung in den Modernisierungsmarkt kommen“, sagt auch der Präsident des BDH, Manfred Greis. Die neuen Zahlen sollten schließlich auch ein Signal an die Politik sein, Verbrauchern bessere Rahmenbedingungen und mehr Anreize für eine Heizungsmodernisierung zu schaffen.

Gesetze verschonen viele alte Kessel

Durch bisherige gesetzliche Direktiven wie etwa die Energieeinsparverordnung werden nicht nur ineffiziente Niedertemperaturkessel von einer gesetzlichen Austauschpflicht verschont. Auch ein Großteil der Eigenheimbesitzer mit völlig überholten Konstanttemperaturkesseln ist durch zahlreiche Ausnahmeregelungen innerhalb der Verordnung nicht in der Pflicht, den eigenen Kessel auszutauschen. Mit Standards für Neubauten und neu erworbene Häuser geht damit die Verantwortung für klima- und ressourcenschonendes Heizen an Bauherren, Sanierer und Hauskäufer über. Daher kommen die Ergebnisse der BDH-Studie auch nicht wirklich überraschend, da vor allem der Altbestand der Heizkessel ineffizient arbeitet.

Einsparpotenziale werden verschenkt

Gut 13 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland könnte eingespart werden, wenn das ganze Potenzial der Modernisierung des Wärmesektors genutzt würde. Damit wäre schon ein großer Schritt in Richtung Wärmewende getan.

Quelle: BDH, Pressemitteilung vom 27.06.2014

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